Was passiert mit den EEG-Anlagen nach Ende der Förde­rung?

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Das Erneu­er­bare-Energien-Gesetz (EEG) fördert Anlagen, die Strom aus erneu­er­baren Energien gewinnen. Betreiber solcher Anlagen erhalten ab der Inbetrieb­nahme 20 Jahre lang eine gesetz­lich garan­tierte Vergü­tung, wenn sie ihren EE-Strom in das Netz einspeisen.
Viele der EEG-Anlagen wurden um das Jahr 2000 in Betrieb genommen. Für Anlagen, die vor Inkraft­treten des Gesetzes in Betrieb genommen worden sind, gilt das Jahr 2000 als Inbetrieb­nahme-Jahr. Das bedeutet, dass mit dem Jahr 2021 die ersten von ihnen den Anspruch auf Vergü­tung verlieren werden. Der Anspruch auf Netzan­schluss und die vorran­gige Abnahme des EE-Stroms erlischt zwar nicht, doch welche Vermark­tungs­mög­lich­keiten haben Anlagen­be­treiber nach Ende der 20-jährigen Förde­rung, um ihre Anlage weiterhin zu finan­zieren und somit den Betrieb sicher­stellen zu können?

Power Purchase Agree­ments als Alter­na­tive zur EEG-Förde­rung

Eine Möglich­keit der Anschluss­fi­nan­zie­rung sind sogenannte Power Purchase Agree­ments (PPA), auf Deutsch Strom­kauf­ver­träge oder Strom­ab­nah­me­ver­träge zwischen zwei Parteien, meist Erzeu­gern und Abneh­mern (Strom­händ­lern oder ‑verbrau­cher). In diesen langfris­tigen Liefer­ver­trägen ist ein bestimmter Preis für die gesamte Vertrags­lauf­zeit festge­legt. So erhält der Anlagen­be­treiber Vermark­tungs­er­löse unabhängig von Preis­schwan­kungen am Markt. In Ländern ohne gesetz­liche Vergü­tung wie den USA sind PPAs bereits etabliert.

Direkt­ver­mark­tung als Alter­na­tive zur EEG-Förde­rung

Mit der Einfüh­rung der Direkt­ver­mark­tung im EEG 2012 wurden die erneu­er­baren Energien aus der gesetz­li­chen Vergü­tung hinein in ein markt­wirt­schaft­li­ches Umfeld gebracht. Das Ziel: Die Planbar­keit verbes­sern und Anlagen­be­treiber frühzeitig für die Zeit nach der EEG-Vergü­tung vorbe­reiten. Seit 2016 müssen Neuan­lagen, die mehr als 100 kW produ­zieren, fernsteu­erbar sein und ihren Strom direkt vermarkten oder vermarkten lassen. Anlagen, die vor 2016 in Betrieb genommen wurden, können freiwillig in die Direkt­ver­mark­tung gehen. Aber egal, ob freiwillig oder verpflich­tend – durch die Direkt­ver­mark­tung können Anlagen­be­treiber höhere Erlöse als durch die EEG-Vergü­tung erzielen. Wenn Grünstrom zu Spitzen­preisen an der Börse verkauft wird, kann mehr Gewinn als bei der fixen EEG-Vergü­tung heraus­springen. In dieser geför­derten Direkt­ver­mark­tung erhalten Anlagen­be­treiber neben den Markt­erlösen die sogenannte Markt­prämie.
Schaubild EEG-Direktvermarktung Zusammensetzung

Ist der Markt­wert niedriger als die EEG-Vergü­tung, erhält der Anlagen­be­treiber die Markt­prämie. Diese wird vom Netzbe­treiber ausge­zahlt und gleicht die Diffe­renz aus. Die Markt­prämie wird jeden Monat neu errechnet und orien­tiert sich an den Markt­preisen der Strom­börse. Zusammen ergeben die Markt­prämie und der Markt­wert den anzule­genden Wert und sind in Summe genauso hoch wie die EEG-Vergü­tung. Dank der Manage­ment­prämie liegt der Mehrerlös immer über der fixen EEG-Vergü­tung. Für Neuan­lagen, die verpflich­tend in die Direkt­ver­mark­tung gehen müssen, ist die Manage­ment­prämie in der Markt­prämie enthalten, für Bestands­an­lagen sind Markt- und Manage­ment­prämie getrennt.

Warum Sie bereits vor Ablauf der EEG-Förde­rung in die Direkt­ver­mark­tung wechseln sollten

Das Direkt­ver­mark­tungs­pen­dant für Anlagen ohne EEG-Vergü­tungs­an­spruch ist die sogenannte „sonstige Direkt­ver­mark­tung“. Bei dieser Form der Direkt­ver­mark­tung wird der an der Börse verkaufte Strom ausschließ­lich mit dem jewei­ligen Markt­preis vergütet – ohne die Markt­prämie. Dieser Fall tritt ein, wenn Sie in die Direkt­ver­mark­tung wechseln, nachdem Ihre Anlage ihren EEG-Vergü­tungs­an­spruch verliert.

Bei einem freiwil­ligen Wechsel in die Direkt­ver­mark­tung bietet sich nicht nur der finan­zi­elle Vorteil gegen­über der EEG-Vergü­tung, sondern auch Vorteile beim Übergang in die nicht mehr EEG-geför­derte Zeit nach dem 20-jährigen Bestehen ihrer Anlage.

Damit sich der Mehrerlös für Sie als Anlagen­be­sitzer auszahlt, sollten Sie frühzeitig in die Direkt­ver­mark­tung wechseln. Denn: Anlagen­be­treiber, die ihre Anlage zur Direkt­ver­mark­tung beim Virtu­ellen Kraft­werk der EnBW angemeldet haben, bekommen auch nach 20 Jahren eine Vergü­tung ausge­zahlt. Wenn Sie während ihrer EEG-Vergü­tungs­zeit in die Direkt­ver­mark­tung wechseln, profi­tieren Sie von der Markt- und der Manage­ment­prämie. Nach dem Ablauf der 20-jährigen Förde­rung läuft Ihr Direkt­ver­mark­tungs­ver­trag automa­tisch weiter. Und: Wir zahlen nicht nur den vollen Markt­wert, sondern auch die Manage­ment­prämie weiter. Dies steht im Gegen­satz zu einem Wechsel in die Direkt­ver­mark­tung nach Ablauf der EEG-Vergü­tung. In diesem Fall wird nicht der volle Markt­wert ausge­zahlt.

Bereiten Sie sich schon heute auf die Zeit nach dem Auslaufen Ihrer EEG-Förde­rung vor: Nehmen Sie die Vermark­tung ihres grünen Stroms selbst in die Hand – mit unserem Erlös­rechner können Sie ihren Direkt­ver­mark­tungs­ge­winn berechnen

Wir haben das für Sie beispiel­haft anhand einer 18 Jahre alten PV-Anlage mit 250kWp und 20% Eigen­ver­brauch nachge­rechnet. Die EEG-Vergü­tung aus dem Jahr der Inbetrieb­nahme (2001) liegt bei 50,62ct/kWh. Die geplante Jahres­er­zeu­gung der Anlage wird von unserem Rechner automa­tisch ausge­füllt, eine manuelle Änderung ist aller­dings möglich.

EEG Direktvermarktung Erlösrechner Screenshot

Wenn Ihre Erlöse berechnet wurden, sehen Sie sie in einem nächsten Schritt den Erlös­ver­gleich zwischen der EEG-Einspei­se­ver­gü­tung und der EEG-Direkt­ver­mar­kung. Für die Erlös­si­mu­la­tion wird der durch­schnitt­liche Markt­wert Solar des vergan­genen Jahres zugrunde gelegt.

EEG Direktvermarktung Erlösrechner Screenshot 2

In den zwei verblei­benden Jahren der Anlage im Beispiel ergibt sich im Vergleich zur fixen EEG-Vergü­tung durch die Direkt­ver­mark­tung ein jährli­cher Mehrerlös von 391 Euro. Hier ist unsere Vermark­tungs­pau­schale bereits abgezogen.

Ihr Erlös nach Ende der EEG-Vergü­tung ist abhängig vom Markt­wert. Dieser Monats­markt­wert ist unter Netztransparenz.de veröf­fent­licht und errechnet sich auf der Basis des durch­schnitt­li­chen anlagen­spe­zi­fi­schen Markt­werts des Vorjahres nach dem Schema Markt­wert = durch­schnitt­li­cher Markt­wert 2018 x geplante jährliche Einspei­se­menge. Was Ihnen aller­dings bleibt, ist der volle Betrag dieses Markt­werts und ihr Anteil der Manage­ment­prämie.

In unserem Rechner werden die Erlöse aus dem Verkauf von Grünstrom­zer­ti­fi­katen noch nicht mitein­be­rechnet. Der Erlös dieser Herkunfts­nach­weise wird in Zukunft im Zuge der sonstigen Direkt­ver­mark­tung mitge­kauft, damit sich Anlagen­be­treiber nicht um eine separate Vermark­tung kümmern müssen.

In unserem Blogbei­trag „Direkt­ver­markter wechseln in 4 Schritten“ erfahren Sie alle Schritte, um den Strom Ihrer Anlage direkt vermarkten zu lassen. Unsere Experten beraten Sie gerne unver­bind­lich zu ihren Optionen während und nach der EEG-Förde­rung.
Virtuelles Kraftwerk der EnBW

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