Azimut

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Der Azimut gehört zu einer der wichtigsten Fachbe­griffe in der Solar­tech­no­logie. Beim Anlagenbau und in der Direkt­ver­mark­tung von Strom ist die Bestim­mung des Azimuts sehr wichtig, damit der Anlagen­be­treiber den besten Mehrwert aus seiner PV-Anlage erzielen kann. Was genau der Azimut ist, woher der Begriff kommt und wie man den richtigen Azimut bestimmen kann, wird in diesem Beitrag erläu­tert.

Was ist Azimut?

Der Begriff Azimut kommt aus dem Arabi­schen „as-sumūt“ (die Wege) und wurde erstmals in der Astro­nomie verwendet. Er gibt einen Horizon­tal­winkel an, welcher waagrecht gemessen wird. Dieser ist nach den Himmels­rich­tungen ausge­richtet und bezeichnet den Winkel zwischen der Vertikal- und Meridi­an­ebene eines Himmels­kör­pers.

Es gibt zwei Möglich­keiten, einen Azimut anzugeben. Wird ein Azimut­winkel in der Astro­nomie gemessen, so beginnt die Zählung im Süden und geht über den Westen. Dieser so genannte Südazimut hat im Süden 0° und im Westen einen Azimut von 90°.

In der Naviga­tion oder Geodäsie hingegen wird der Azimut im Norden begin­nend über den Osten gemessen. Es ergeben sich die Messwerte für einen Norda­zimut mit Norden 0° und Osten 90°. Der Norda­zimut ist üblicher und wird vermehrt auch in der Astro­nomie angewendet.

Was bedeutet Azimut im Zusam­men­hang mit Photo­vol­taik Anlagen?

Der Azimut wird für Ausrich­tungen von Photo­vol­taik-Anlagen genutzt. Dabei wird der Südazimut verwendet, da die ertrags­reichste Ausrich­tung für Solar­an­lagen im Süden liegt. Aus dem Süden kommt während des Tages die stärkste Sonnen­ein­strah­lung. Die Bestim­mung des optimalen Azimuts ist einer von vielen Faktoren, die die Höhe des Ertrags mitbe­stimmen. Je südli­cher die PV-Anlage ausge­richtet ist, desto höher der Strom­ertrag
Schaubild Azimut Photovoltaik
Das bedeutet, dass eine profi­table ausge­rich­tete PV-Anlage den Südazimut 0° aufweist. Hat das Dach des Gebäudes, auf der die PV-Anlage angebracht werden soll, eine Abwei­chung von diesem optimalen Wert, so gibt es der Azimut an. Eine Abwei­chung mit einem Plus-Wert mit z.B. + 45° bedeutet, dass die Anlage nach Westen ausge­richtet ist, hier nach Südwesten. Ein Azimut von — 45° zeigt an, dass die Solar­an­lage nach Südost ausge­richtet wurde.
Azimut: Beispiele

Wie wird der Azimut­winkel bei Photo­vol­taik Anlagen bestimmt?

Mit diesen beiden Methoden kann man die Ausrich­tung der eigenen PV-Anlage ganz leicht bestimmen:

Möglich­keit 1: Mit einem Lageplan vom Gebäude und einem Geodreieck

Falls kein Lageplan vorhanden ist, kann dieser beim Vermes­sungsamt der jewei­ligen Gemeinde angefor­dert werden. Eine detail­lierte Landkarte genügt auch. Norma­ler­weise sind Vermes­sungs­pläne und Landkarten nach Norden ausge­richtet. Das Geodreieck wird im Süden bei 0 angesetzt und die Abwei­chung der Dachaus­rich­tung auf der Skala abgelesen. Liegt der Azimut bei 180°, so hat die PV-Anlage eine nördliche Ausrich­tung, eine östliche Ausrich­tung liegt bei — 90° vor und eine westliche bei + 90°.

Möglich­keit 2: Mit Google Earth

Dafür wird das Programm herun­ter­ge­laden und die Adresse vom Gebäude einge­geben. Mit der D2-Ansicht wird mit dem Kompass, der sich rechts oben befindet, das eigene Dach so lange gedreht, bis dieser parallel zur unteren Kante des Fensters steht. Im Menüpunkt Hinzu­fügen’, ‘Ansicht’, ‘Richtung’ wird der Azimut nun angezeigt.

Eine genaue Berech­nung des Azimuts wird vom Anlagen­bauer vorge­nommen.

Je nach Gebäude und Dachge­ge­ben­heiten, kann nicht jede Solar­an­lage einen Azimut von 0° haben. Wenn die PV-Anlage nicht optimal ausge­richtet werden kann und der Azimut eine Abwei­chung von ca. 45° aufweist, hat der Anlagen­be­treiber nur eine Ertrags­min­de­rung von 5%. Sogar ein Azimut von +/- 110° bedeutet nicht unbedingt, dass die Anlage keinen Ertrag mehr einbringt. Denn nicht nur der Azimut allein bestimmt den Strom­ertrag. Der Neigungs­winkel, der optima­ler­weise bei 30° liegen sollte, spielt ebenso eine große Rolle. Nur wenn beide Winkel stimmen, ist die ertrags­reichste Ausrich­tung der PV-Anlage gegeben.

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