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Erneu­er­bare Energien

Lesezeit: 12 Minuten
In den letzten 150 Jahren ist der weltweite Energie­ver­brauch stark gewachsen. Seit Jahrzehnten setzt man zur Energie­ge­win­nung auf Kernenergie und die Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe wie Kohle, Gas und Erdöl. Diese fossile Energie­ge­win­nung trägt aller­dings durch hohen Kohlen­stoff­di­oxid (CO2)-Ausstoß maßgeb­lich zum Klima­wandel bei. Und, zusätz­lich zu den bei der Verbren­nung entste­henden Treib­haus­gasen, sind diese Energie­quellen endlich und regene­rieren sich nur sehr langsam. Das bedeutet, dass Kohle, Erdöl und Erdgas bei unserem heutigen Verbrauch nach etwa 200 Jahren aufge­braucht sein werden. Deswegen ist die Nutzung und Förde­rung von erneu­er­baren Energien für die Senkung des CO2-Ausstoßes und eine nachhal­tige Energie­po­litik von höchster Priorität und die Energie der Zukunft.

Was sind erneu­er­bare Energien?

Energie­träger, die unbegrenzt zur Verfü­gung stehen und sich sehr schnell auf natür­liche Weise regene­rieren, werden als erneu­er­bare Energien oder auch regene­ra­tive Energien bezeichnet. Damit unter­scheiden sie sich von fossilen Energie­quellen, die sich sehr langsam regene­rieren und bei unserem heutigen Verbrauch auf endliche Ressourcen zurück­greifen. Auch ein fossiler Energie­träger wie Erdöl wird prinzi­piell ständig neu gebildet, aber rund eine Million Mal langsamer, als wir Menschen es derzeit verbrauchen. 

Welche Arten von erneu­er­baren Energien gibt es?

Zu den Arten der Energie­ge­win­nung, die auf fast unend­lich verfüg­bare Ressourcen zurück­greifen, zählen Solar­energie, Windenergie, Wasser­en­ergie, Bioen­ergie und Geothermie: Die Sonnen­strah­lung kann man auf unter­schied­liche Art direkt oder indirekt in nutzbare Energie, z.B. Strom (Photo­vol­taik) oder Wärme (Solar­thermie), umwan­deln. Windenergie, also die Energie sich bewegender Luftmassen, wird von den Rotor­blät­tern einer Windkraft­an­lage in Rotati­ons­en­ergie umgewan­delt, die zu elektri­scher Energie wird. Geothermie ist die in der Erde gespei­cherte Wärme, die durch Zerset­zungs- und Reibungs­pro­zesse im Inneren der Erde entsteht. Die Energie dieser Erdwärme kann zum Heizen oder zur Strom­erzeu­gung genutzt werden. Bioen­ergie wird bei der Vergä­rung oder Verbren­nung oder Vergä­rung von Biomasse, also aus pflanz­li­chen (Holz, Mais, Raps) oder tieri­schen Stoffen, gewonnen. Bei der Gewin­nung von Wasser­en­ergie wird die Bewegungs­en­ergie des fließenden Wassers (z.B. in Staudämmen, Fließ­wäs­sern oder der Meeres­strö­mung) in Wasser­kraft­werken in elektri­sche Energie umgewandelt.

Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Erdwärme sind nicht nur regene­rativ, sondern auch häufig energie­ef­fi­zi­enter als ihre fossilen Pendants. Das bedeutet, dass die Verluste, sowohl quanti­tativ als auch quali­tativ, die bei der Energie­ge­win­nung, -speiche­rung und dem -trans­port entstehen, um einiges geringer sind.

Was sind die Vor- und Nachteile bei erneu­er­baren Energien?

Was sind die Vorteile von erneu­er­baren Energien?

Regene­ra­tive Energie­träger sind die zentrale Säule der Energie­wende. Durch ihre Nutzung hat sich die Energie­wirt­schaft gewan­delt: Statt Strom in Großkraft­werken zu produ­zieren, steigt die Erzeu­gung von Strom in kleineren dezen­tralen Anlagen, die sich zu virtu­ellen Kraft­werken zusammenschließen.

Für erneu­er­bare Energien spricht:

Was sind die Nachteile von erneu­er­baren Energien?

Die Nutzung erneu­er­barer Energien weist aller­dings auch Nachteile auf. Diese ergeben sich aus den situa­tiven Gegeben­heiten sowie dem Mangel an Fortschritt in der Stromspeichertechnologie: 
Die Nutzung erneu­er­barer Energien bringt insge­samt jedoch weitaus größere Vorteile als Nachteile mit sich. Aus diesem Grund befinden sich die Erneu­er­baren nicht nur in Deutsch­land, sondern auch global auf dem Vormarsch, wobei Deutsch­land eine Vorrei­ter­rolle einnimmt – insbe­son­dere hinsicht­lich der staat­li­chen Förderungsmodelle. 

Wie werden erneu­er­bare Energien gefördert?

In vielen Ländern wird die Entwick­lung und Einbin­dung der erneu­er­baren Energien staat­lich geför­dert. Vorreiter einer solchen staat­li­chen Förde­rung ist seit dem Jahr 2000 Deutsch­land. Hier wird der Bereich der elektri­schen Energie haupt­säch­lich mittels des Erneu­er­bare-Energien-Gesetzes (EEG) unter­stützt. Das EEG ist der Motor für den Ausbau der Erneu­er­baren in Deutsch­land und die zentrale Säule der Bundes­re­gie­rung, um die Energie­wende voran­zu­treiben. Kernstück des Gesetzes ist eine garan­tierte feste Vergü­tung für den Strom der EE-Anlagen, sofern Anlagen­be­treiber ihn ins öffent­liche Netz einspeisen. Es wurde verab­schiedet, um die Einspei­sung von Strom aus erneu­er­baren Quellen ins Strom­netz anzureizen. Damit mehr EE-Anlagen gebaut werden und Anlagen­be­treiber gewinn­brin­gende Chancen auf dem Strom­markt haben, wurde ebenso die Direkt­ver­mark­tung nach dem Markt­prä­mi­en­mo­dell einge­führt. Konkret ist das Ziel des EEG, die Energie­ver­sor­gung umzubauen. So hält der Koali­ti­ons­ver­trag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zu Beginn 2022 fest, dass bis 2030 rund 80 Prozent des Strom­be­darfs Erneu­erbar und 50 Prozent der Wärme klima­neu­tral gedeckt werden sollen. Dies dient dem Klima- und Umwelt­schutz, indem fossile Energie­quellen reduziert werden und so eine Verrin­ge­rung des CO2-Ausstoßes angestrebt wird.

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Wie hoch ist der Anteil an erneu­er­baren Energien?

Wie hoch ist der Anteil an erneu­er­baren Energien in Deutschland?

Seit Einfüh­rung des EEG im Jahr 2000 hat sich die Strom­erzeu­gungs­menge aus erneu­er­baren Energie­quellen mehr als versechs­facht. Beson­ders stark gewachsen sind Windkraft und Solar­energie, doch auch Bioen­ergie hat von der staat­li­chen Förde­rung profi­tiert. Seit Verab­schie­dung des EEG ist die Strom­erzeu­gungs­menge der Erneu­er­baren und, dank der im Gesetz angeord­neten vorran­gigen Einspei­sung, auch der Anteil am deutschen Strommix stetig angestiegen.

Auch im Jahr 2021 entwi­ckelten sich laut Umwelt­bun­desamt alle Sektoren der erneu­er­baren Energien positiv: Allein in der ersten Jahres­hälfte 2021 produ­zierte Deutsch­land genug Strom aus erneu­er­baren Energie­quellen, um jeden Haushalt im Land ein ganzes Jahr lang versorgen zu können. Der Anteil der erneu­er­baren Energien an der Brutto­strom­erzeu­gung (gesamte in Deutsch­land erzeugte elektri­sche Energie) stieg von 41,2 Prozent (2019) auf 45,2 Prozent (2020). 2021 fiel der Anteil auf 41,1 Prozent zurück. Dies lag primär an ungüns­tigen Witte­rungs­be­din­gungen für Windkraft- und Photo­vol­ta­ik­an­lagen, die haupt­säch­lich zur Strom­ver­sor­gung aus erneu­er­baren Energie­quellen beitragen.

Infografik Bruttostromerzeugung Deutschland
Erneu­er­bare Energien: Entwick­lung der Brutto­strom­erzeu­gung aus erneu­er­baren Energien in Deutsch­land - Quelle: https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Navigation/DE/Service/Erneuerbare_Energien_in_Zahlen/Entwicklung/entwicklung-der-erneuerbaren-energien-in-deutschland.html
Der Strommix, der der Öffent­lich­keit tatsäch­lich zur Verfü­gung steht, wird als Netto­strom­erzeu­gung bezeichnet und meint die Strom­menge, die nach Abzug des indus­triell verbrauchten Stroms sowie dem Verlust der Kraft­werke beim Verbrau­cher direkt ankommt. 2021 lag der Anteil der Erneu­er­baren an der Netto­strom­erzeu­gung bei 45,9 Prozent. 2022 liegt dieser laut aktuellem Stand bei 52 Prozent: 
Jährlicher Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung Deutschland
Jährli­cher Anteil erneu­er­barer Energien an der Strom­erzeu­gung in Deutsch­land - Quelle: https://energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE&interval=year&partsum=1
Ex-Bundes­wirt­schafts­mi­nister Peter Altmaier (CDU) sieht die erneu­er­baren Energien auf einem derart guten Weg, dass er bereits 2018 auf einer inter­na­tio­nalen Energie­kon­fe­renz die Einschät­zung äußerte, dass Subven­tionen für die Erneu­er­baren bald nicht mehr nötig seien. Kritiker entgegnen aller­dings, dass der Rückgang an Subven­tionen dafür verant­wort­lich sei, dass Deutsch­land seine Vorrei­ter­stel­lung im Bereich der erneu­er­baren Energien verliert. Denn andere Nationen holen bereits auf – und haben uns teilweise sogar auch schon überholt. 

Wie hoch ist der Anteil an erneu­er­baren Energien in China?

China, der weltweit wohl größte Treib­haus­gas­emit­tent (mit etwa 30 Prozent der globalen Treib­haus­gas­emis­sionen), scheint der unwahr­schein­lichste Klima­ver­fechter. In China werden verstärkt erneu­er­bare Energien geför­dert und so stark wie in keinem anderen Land in den Ausbau von Wind- und Solar­kraft inves­tiert. Mittler­weile entfällt knapp über ein Viertel (26,1 Prozent) der weltweit erzeugten erneu­er­baren Energie auf die Volks­re­pu­blik, dabei fielen rund 90 Prozent des jährli­chen Zuwachses in China auf Energie aus Solar- und Windan­lagen. Die Leistung der in China instal­lierten EE-Kraft­werke steigt jährlich stark an: Im Jahr 2020 verfügten die alter­na­tiven Energie­an­lagen in China über eine Leistung von rund 895 Gigawatt (GW) und haben ihre Leistung damit gegen­über dem Jahr 2014 mehr als verdop­pelt. China war 2020 für knapp 50 Prozent des weltweiten Zubaus an erneu­er­baren Energien verant­wort­lich: Allein Solar­an­lagen hatten einen Zuwachs von etwa 50 GW, die instal­lierte Kapazität von Windkraft­an­lagen stieg sogar um 72 GW an. 

Installierte Leistung Erneuerbarer-Energien-Anlagen China bis 2020
Instal­lierte Leistung Erneu­er­barer-Energien-Anlagen China bis 2020 - Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/467707/umfrage/installierte-leistung-der-ee-anlagen-in-china/
Und auch die Zielset­zung der Volks­re­pu­blik ist ambitio­niert: Bis 2030 sollen die gemein­samen Kapazi­täten aus Windkraft und Photo­vol­taik 1.200 GW erreichen. 

Wie hoch ist der Anteil an erneu­er­baren Energien weltweit?

Auch auf globaler Ebene gewinnen erneu­er­bare Energien zuneh­mend an Bedeu­tung. 2019 stammte über ein Drittel der weltweiten Strom­erzeu­gung aus erneu­er­baren Energien. Genauso in Europa: Dort hatten die Erneu­er­baren 2020 einen Anteil von etwa 38 Prozent am Strommix. Damit besaßen Erneu­er­bare erstmals in der Geschichte der EU einen höheren Anteil am Strommix als fossile Energie­träger (37 %). Was die Gesamt­in­ves­ti­tionen in den Ausbau von den Erneu­er­baren angeht, liegt Europa, hinter China und den USA, aller­dings weit zurück. Und auch im weltweiten Vergleich der instal­lierten Leistung von EE-Anlagen lagen im Jahr 2020 China und USA deutlich vor anderen Ländern. Deutsch­land belegte mit 132 GW instal­lierter Leistung den fünften Platz im weltweiten Vergleich. 
Wichtigste Länder weltweit nach installierter Leistung von EE-Anlagen
Wichtigste Länder weltweit nach instal­lierter Leistung von EE-Anlagen im Jahr 2020 - Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152750/umfrage/erneuerbare-energie-kapazitaet-in-gigawatt-2009/
2020 nahm die Strom­erzeu­gung aus PV-Anlagen in Europa um 18 TWh zu, das entspricht circa 15 Prozent Zuwachs. Und auch der Zuwachs der Windkraft nahm 2020 um 33 TWh zu (+9 Prozent). Weltweit steigen die instal­lierten EE-Anlagen stetig an: 2020 verfügten alle alter­na­tiven Energie­an­lagen über eine Gesamt­leis­tung von rund 2.799 GW. 2015 waren es noch 1.847 GW. Im Jahr 2020 überschritt die gesamte weltweit instal­lierte Photo­vol­taik-Leistung erstmals die 700 GW Grenze. Im Jahr 2019 wurden 116,9 GW PV-Leistung neu instal­liert – so viel wie nie zuvor. 

Was ist das Erneu­er­bare Energien Gesetz?

Das Erneu­er­bare-Energien-Gesetz (EEG) ist das Gesetz für den Ausbau erneu­er­barer Energien und ist erstmals im Jahr 2000 in Kraft getreten. Seitdem wurde es immer wieder angepasst, zuletzt zum 01.01.2021 . Es ist die zentrale Säule der Bundes­re­gie­rung, um die Energie­wende voran­zu­treiben, da es den Anteil erneu­er­barer Energie­quellen zur Strom­erzeu­gung in Deutsch­land anreizt.

Welche Form der erneu­er­baren Energien ist am effizientesten?

Es gibt fünf verschie­dene erneu­er­bare Energiequellen:

  • Wasser­kraft
  • Solar­energie
  • Windenergie
  • Biomasse
  • Geothermie

Jede für sich leistet einen wichtigen Beitrag zur Energie­wende und erzeugt effizient klima­freund­liche Energie, das zeigen auch die Zahlen: 2021 hatten erneu­er­bare Energien in Deutsch­land insge­samt einen Anteil von 41,1 Prozent der Brutto­strom­erzeu­gung – 2020 waren es sogar rund 45,2 Prozent

Wasser­kraft

In einer Wasser­kraft­an­lage wird mittels Wasser mecha­ni­sche Energie in elektri­sche Energie umgewan­delt. Da Wasser ein Energie­träger ist, der scheinbar unbegrenzt zur Verfü­gung steht und sich schnell auf natür­liche Weise regene­riert, zählt die Strom­erzeu­gung mittels Wasser­kraft­an­lagen zu den erneu­er­baren Energie­quellen. In Deutsch­land wurden 2021 3,4 Prozent des erzeugten Brutto­stroms aus Wasser­kraft gewonnen.

In Deutsch­land ist das Poten­zial für den Ausbau von Wasser­kraft nahezu erschöpft. Doch trotz dieses Umstands leistet Wasser­kraft einen großen Beitrag zum Klima­schutz. Beispiels­weise konnten 2021 durch Wasser­kraft­werke rund 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Es lohnt sich also Anlagen zu moder­ni­sieren und auch den ökolo­gi­schen Zustand von Fließ­ge­wäs­sern zu verbes­sern, damit Wasser­kraft auch weiter einen großen Beitrag zum Klima­schutz in Deutsch­land leisten kann.

Solar­energie

Solar­energie ist die Energie, die in der Sonnen­strah­lung enthalten ist und mittels entspre­chender Techniken in Wärme- oder elektri­sche Energie umgewan­delt wird. Solar­energie wird als poten­ziell größte Energie­quelle bezeichnet.

2020 machte die aus Photo­vol­ta­ik­an­lagen gewon­nene Energie rund 10 Prozent der Brutto­strom­erzeu­gung in Deutsch­land aus. Zudem konnten 2021 rund 24 Millionen Tonnen CO2-Emissionen mithilfe von Solar­energie einge­spart werden.

Windenergie

Unter Windenergie versteht man die Nutzung der Bewegungs­en­ergie von Luftströ­mungen zur Erzeu­gung elektri­scher Energie. Sie wird mittels Windkraft­an­lagen (Windräder) zur Strom­erzeu­gung verwendet.

Windenergie ist die tragende Säule beim Ausbau erneu­er­barer Energien in Deutsch­land, denn sie ist die aktuell insge­samt Ertrag­reichste. Laut Umwelt­bun­desamt hatte sie in den letzten Jahren einen Anteil von 20-25 Prozent an der Bruttostromversorgung.

Biomasse

Bioen­ergie leistet mit einem Anteil von 6 Prozent an der Brutto­strom­ver­sor­gung einen großen Beitrag zur Energie­wende. Sie wird aus Biomasse gewonnen und für Wärme, Elektri­zität oder Kraft­stoffe genutzt. Biogas entsteht durch die Vergä­rung von Biomasse. Im Unter­schied zu Solar- und Windenergie hat die Strom­erzeu­gung aus Biomasse in der Regel den Vorteil, dass sie steuerbar und nicht volatil ist und somit beispiels­weise auch nachts oder an windstillen Tagen zur Verfü­gung steht.

Geothermie

Erdwärme bezeichnet unter der Erde gespei­cherte Wärme, dabei gilt: Je tiefer man unter die Erde geht, desto wärmer wird es. In Tempe­ra­tur­ge­bieten, die ähnliche Wetter­be­din­gungen aufweisen wie Deutsch­land, nimmt die Tempe­ratur um ca. 3 Grad pro 100 Metern zu. Noch spielt die Energie­ge­win­nung aus Erdwärme eine weniger wichtige Rolle in der Energie­ge­win­nung, denn ihr Anteil an der Brutto­strom­ver­sor­gung liegt laut Umwelt­bun­desamt unter 0,1 Prozent. 

Fazit

Unter den erneu­er­baren Energien lässt sich die Windenergie mit einem Anteil von 20-25 Prozent an der Brutto­strom­erzeu­gung mit großem Abstand als aktuell ertrag­reichste Energie unter den Erneu­er­baren bezeichnen. Doch auch die anderen alter­na­tiven Energien tragen einen großen Teil zum Klima­schutz bei. Insbe­son­dere spielt auch der Ausbau von Photo­vol­taik in vielen Zukunfts­sze­na­rien eine vielver­spre­chende Rolle. 

Wie hoch sind die Emissionen von erneu­er­baren Energien? 

Nach aktuellen Zahlen des Umwelt­bun­des­amts leisten die erneu­er­baren Energien den wichtigsten Beitrag zur Vermei­dung von Treib­haus­gasen. Bei der Produk­tion von umwelt­schäd­li­chen Treib­haus­gasen spielen vor allem fossile Energien, wie Mineral­öl­pro­dukte, Erdgas, Braun­kohle und Stein­kohle eine große Rolle. Erneu­er­bare Energien hingegen produ­zieren deutlich weniger Treib­haus­gase und tragen somit zu ihrer Vermei­dung bei, wenn sie fossile Energie­quellen ersetzen: In den letzten Jahrzehnten ist der Umfang der vermie­denen Emissionen dabei konti­nu­ier­lich gestiegen. Beson­ders im Strom­sektor wirkt sich der zuneh­mende Ausbau der Erneu­er­baren seit 2010 beson­ders positiv auf die Vermei­dung von CO2-Emissionen aus. Die Entwick­lung zeigt: Insbe­son­dere der Ausbau von Windkraft und Photo­vol­taik sorgen für eine fast doppelt so hohe Einspa­rung von Treib­haus­gasen wie noch 2010. Insge­samt konnten 2021 rund 167 Millionen Tonnen Treib­haus­gas­emis­sionen durch den Ausbau erneu­er­barer Energien vermieden werden.

Vermiedene Treibhausemissionen durch erneuerbare Energien
Vermie­dene Treib­hausgas-Emissionen durch die Nutzung erneu­er­barer Energien - Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/erneuerbare-energien-vermiedene-treibhausgase#stromerzeugung

Wie hoch sind die Geste­hungs­kosten von erneu­er­baren Energien?

Eine 2021 veröf­fent­lichte Studie des Fraun­hofer-Insti­tuts für Solare Energie­sys­teme ISE gibt einen Überblick über die Geste­hungs­kosten der erneu­er­baren Energien. Wir haben die vorlie­genden Ergeb­nisse für PV-Anlagen, Windenergie und Biomasse bzw. Biogas für Sie zusam­men­ge­fasst. Eine Berech­nung der Geste­hungs­kosten von Wasser­kraft­an­lagen ergibt aufgrund der sehr stand­ort­spe­zi­fi­schen Kosten­pa­ra­meter wenig Sinn und wird daher nicht betrachtet.

Solar­energie

Aktuell erzielen PV-Anlagen Strom­ge­ste­hungs­kosten zwischen 3,12 und 11,01 Cent/kWh – abhängig von Anlagentyp und Sonnen­ein­strah­lung. Die Anlagen­kosten liegen dabei je nach Anlagentyp bei 530 bis 1.600 Euro/kWp.

Windenergie

Sinkende Anlagen­kosten führen bei Windstrom zu Geste­hungs­kosten von 3,94 bis 8,29 Cent/kWh für Onshore-Windan­lagen, was sie zur zweit­güns­tigsten Erzeu­gungs­tech­no­logie macht. Offshore-Windener­gie­an­lagen sind trotz ihrer durch­schnitt­lich höheren Vollla­de­stunden, mit 7,23 bis 12,13 Cent/kWh deutlich teurer in ihren Geste­hungs­kosten. Dies liegt vorrangig an ihren höheren Instal­la­tions-, Betriebs- und Finanzierungskosten. 

Biomasse/Biogas

Die Strom­ge­ste­hungs­kosten bei Anlagen mit fester Biomasse liegen zwischen 7,22 und 15,33 Cent/kWh. Bei Anlagen mit Biogas liegen diese zwischen 8,45 und 17,26 €Cent/kWh. Sowohl bei Biomasse als auch bei Biogas beziehen sich die Werte ausschließ­lich auf Bioen­ergie mit Kraft-Wärme­kopp­lung. Anlagen ohne Wärme­aus­kopp­lung haben deutlich höhere Gesamtkosten. 

In welchem Bundes­land wird die meiste erneu­er­bare Energie erzeugt?

Deutsch­land baut seine erneu­er­baren Energien immer weiter aus, dabei haben die einzelnen Bundes­länder unter­schied­lich viel Anteil an diesem Fortschritt – dies liegt an natür­li­chen, siedlungs­struk­tu­rellen, ökono­mi­schen und politi­schen Faktoren. Die aktuellsten Daten stammen aus den Jahren 2018 und 2019 und zeigen: Mecklen­burg-Vorpom­mern (71,9 % 2018), Schleswig-Holstein (63,4 % 2019) und Thüringen (61,7 % 2019) liegen bei dem Anteil erneu­er­barer Energien an der Brutto­strom­erzeu­gung in Deutsch­land ganz klar vorne. Hingegen bilden die Bundes­länder Hamburg (7,1 % 2019) und Berlin (5,3 % 2018) das Schlusslicht. 
Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland nach Bundesländern
Anteil erneu­er­barer Energien an der Brutto­strom­erzeu­gung in Deutsch­land nach Bundes­län­dern - Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255168/umfrage/anteil-erneuerbarer-energien-an-der-bruttostromerzeugung-in-den-bundeslaendern/

Doch auch, wenn manche Bundes­länder in ihrem Anteil an der Brutto­strom­ver­sor­gung zurück­liegen, können sie in einer Vergleichs­studie des DIW Berlin in anderen Punkten Erfolge erzielen: Anhand von 61 Einzel­in­di­ka­toren bewertet die Studie die Bundes­länder in ihren Bemühungen im Ausbau der erneu­er­baren Energien. Dabei zeigen alle Bundes­länder Stärken und Schwä­chen auf. Einzelne Länder zeigen dabei beson­dere Ambitionen und Strate­gien, an denen sich andere Bundes­länder orien­tieren können und so zu einem weiteren Fortschritt der Energie­wende beitragen. Auch, wenn Hamburg bei der Brutto­strom­erzeu­gung das Schluss­licht bildet, hat das kleine Bundes­land die größten Erfolge beim techno­lo­gi­schen und wirtschaft­li­chen Wandel des Ausbaus von Erneu­er­baren erzielt – Nieder­sachsen zeigt in diesem Bereich hingegen die größten Anstren­gungen. Während Baden-Württem­berg die größten Ambitionen zur Nutzung erneu­er­barer Energien leistet, liegt Bayern bei der insge­samten Nutzung erneu­er­barer Energie im Bundes­ver­gleich vorne.

Gesamtsieger Bundesländervergleich erneuerbare Energien
Gesamt­sieger Bundes­län­der­ver­gleich erneu­er­bare Energien - Quelle: https://www.diw.de/de/diw_01.c.698980.de/publikationen/wochenberichte/2019_48_3/sechster_bundeslaendervergleich_erneuerbare_energien__schleswig-holstein_und_baden-_wuerttemberg_an_der_spitze.html

Wie sieht die Zukunft von erneu­er­baren Energien aus?

Im Hinblick auf den Ausbau erneu­er­barer Energien und der Reduk­tion von Treib­haus­gas­emis­sionen hat Deutsch­land sich ambitio­nierte Ziele gesetzt: Laut Angaben der Bundes­re­gie­rung, sollen bis 2030 die Emissionen im Vergleich zu 1990 um mindes­tens 55 Prozent zurück­gehen und bis 2045 komplette Treib­haus­neu­tra­lität erreicht werden – nicht nur in Deutsch­land, sondern bis 2050 sogar in der gesamten EU. Durch diese Ziele ergeben sich diverse Langzeit-Energie­s­ze­na­rios bis zum Jahr 2050, die das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirtschaft und Klima­schutz model­liert hat, um auf Basis des heutigen Wissens­stands mögliche Trans­for­ma­ti­ons­pfade, sowie Vor- und Nachteile abzubilden. Die wichtigsten Erkennt­nisse dieser Modelle zeigen: Inner­halb eines treib­haus­gas­neu­tralen Energie­sys­tems wird Strom aus erneu­er­baren Energien zukünftig wohl die wichtigste Energie­form sein – beispiels­weise wird künftig voraus­sicht­lich zuneh­mend erneu­er­barer Strom in den Sektoren Verkehr und Wärme eingesetzt.


In allen skizzierten Szena­rien mit ehrgei­zigen Klima­zielen ist der starke Ausbau von Photo­vol­taik und Windenergie ein wichtiger Faktor. Grund dafür sind vor allem die niedrigen Kosten für die beiden Techno­lo­gien im Vergleich zu anderen CO2-neutralen Alter­na­tiven. Voraus­sicht­lich wird dabei jedoch ein stärkerer Fokus auf den Ausbau auf der Windkraft liegen: Zum einen ist der Beitrag von PV-Anlagen zur gesamten Strom­erzeu­gung, angesichts der Sonnen­schein­dauer in Deutsch­land und der Ertrags­un­ter­schiede in den verschie­denen Jahres­zeiten, begrenzt. Zum anderen werden bei hohen PV-Leistungen die Heraus­for­de­rungen für eine gute System­in­te­gra­tion zuneh­mend schwieriger.


Der allei­nige Ausbau von PV- und Windkraft­an­lagen wird jedoch mit Blick auf die ehrgei­zigen Ziele der Bundes­re­gie­rung nicht reichen, weshalb auch die Energie­ef­fi­zienz ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Erneu­er­baren werden wird. Mit dieser sollen in Zukunft nicht nur CO2-Emissionen fossiler Brenn­stoffe einge­spart werden, sondern vor allem der Bedarf an Erzeu­gungs­ka­pa­zi­täten und die Netzin­fra­struk­turen begrenzt werden. Dies ist von großer Bedeu­tung für die Energie­wende, da die Fläche für erneu­er­bare Energien in Deutsch­land begrenzt ist und vor allem Windkraft- und Solar­an­lagen mit einem Akzep­tanz­pro­blem in der Gesell­schaft einhergehen.


Doch auch, wenn optimale Bedin­gungen für den Ausbau von Erneu­er­baren geschaffen werden, wird der Strom­im­port aus europäi­schen Nachbar­län­dern aller Wahrschein­lich­keit nach auch weiterhin ein wichtiger Bestand­teil der Energie­ver­sor­gung bleiben. Derzeit deckt Deutsch­land rund drei Viertel seines Energie­ver­brauchs durch den Import von Energien (beispiels­weise Erdgas, Mineralöl oder Stein­kohle). Durch den fortschrei­tenden Ausbau der Erneu­er­baren wird der Bedarf dieser Importe voraus­sicht­lich abnehmen, jedoch werden – wegen Mangel an genügend Fläche und aufgrund der höheren Kosten­ef­fi­zienz im Ausland – umfang­reiche Importe eine wichtige Rolle spielen.

Welche Anbieter bieten Strom aus erneu­er­baren Energien an?

Strom aus erneu­er­baren Energie­quellen wird auch Ökostrom, Natur­strom oder Grünstrom genannt. Diese Begriffe werden zwar umgangs­sprach­lich viel verwendet, sind jedoch noch nicht gesetz­lich veran­kert und offiziell ausrei­chend definiert. Das macht es Verbrau­chern teilweise schwer heraus­zu­finden, welche Anbieter in welchem Umfang tatsäch­lich Strom aus erneu­er­baren Energien beziehen. Eine Orien­tie­rung können Zerti­fi­kate oder Gütesiegel geben.

Anbieter für Ökostrom gibt es zahlreiche, wir geben einen Überblick über die relevan­testen 13 Grünstrom­an­bieter in Deutschland:

  1. Energie Baden-Württem­berg – EnBW (Die Tarif­op­tionen und Kosten können ganz einfach über den Tarif­rechner berechnet werden)
  2. Yello (Wahlweise beinhalten die Ökostrom­ta­rife von Yello sogar eine CO2-Kompen­sa­tion. Einen Tarif­rechner und weitere Infor­ma­tionen dazu finden Sie direkt auf der Website von Yello)
  3. Licht­blick SE
  4. Entega Energie
  5. Eprimo GmbH
  6. Lekker Energie
  7. Eercity AG
  8. Enervie
  9. Stadt­werke München
  10. Natur­strom AG
  11. Elektri­zi­täts­werke Schönau
  12. Green Planet Energy eG
  13. Polar­stern GmbH
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