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Lastspitzen

Lesezeit: 3 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was sind Lastspitzen?

Der Begriff Lastspitzen oder Spitzen­last bezieht sich auf den Zeitraum der maximalen Strom­nach­frage in einem bestimmten Energie­system auf dem Energie­markt. Er bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem die Energie­nach­frage inner­halb eines Tages, einer Woche, eines Monats oder eines Jahres ihren höchsten Wert erreicht. Dabei handelt es sich um eine kurzzeitige hohe Leistungs­nach­frage im Strom­netz mit sehr hohem Strom­ver­brauch.  

Wann treten Lastspitzen auf? 

Lastspitzen treten in der Regel dann auf, wenn der Energie­ver­brauch am höchsten ist, z. B. zu den tägli­chen Spitzen­zeiten wie mittags oder am frühen Abend, wenn viele Menschen Haushalts­ge­räte, Klima­an­lagen, Heiz- oder Kühlsys­teme nutzen. Auch die Jahres­zeiten spielen eine wichtige Rolle. Faktoren wie das Klima, die Verbrauchs­ge­wohn­heiten und die Zusam­men­set­zung der Indus­trie können den Zeitpunkt und das Ausmaß der Spitzen­last beein­flussen. 

Was ist der Unter­schied zwischen Grund­last, Mittel­last und Spitzenlast? 

Grund­last bezeichnet die Menge an erzeugten Strom bzw. elektri­scher Leistung, die im Tages­ver­lauf benötigt wird. Die Begriffe Mittel- und Spitzen­last dagegen bezeichnen die Leistung, die darüber hinaus produ­ziert wird. 

Grund­last ist der Strom, der jeden Tag mindes­tens verbraucht wird, z. B. von Indus­trie­be­trieben, die rund um die Uhr arbeiten. Diese konstante Grund­last wird durch Braun­kohle-, Kern- und in sehr geringem Umfang von Laufwas­ser­kraft­werken gedeckt, die 365 Tage im Jahr in Betrieb sind. Sie entspricht etwa der Hälfte des tägli­chen maximalen Strom­ver­brauchs.  

Der Bereich zwischen Grund- und Spitzen­last wird als Mittel­last bezeichnet. Sie umfasst die Strom­menge, die im Tages­ver­lauf regel­mäßig und planbar über der Grund­last liegt. Hierfür werden Stein­kohle-, Gas- und Ölkraft­werke genutzt, deren Leistung flexi­bler angepasst werden kann. Sie besteht in der Regel nur tagsüber, d.h. von ca. 6 Uhr bis maximal 24 Uhr. 

Was versteht man unter Lastspitzenkappung? 

Lastspit­zen­kap­pung oder Peak Shaving ist eine Methode zur Optimie­rung des Energie­ver­brauchs durch Reduzie­rung des Spitzen­ver­brauchs (Peak). Dies kann zu erhöhten Kosten und Belas­tungen führen, wenn der Energie­be­darf in einem bestimmten System oder Netz zu einem bestimmten Zeitpunkt beson­ders hoch ist (in der Regel zu Spitzen­last­zeiten). 

Lastma­nage­ment ist die zeitliche Verschie­bung oder Steue­rung von Strom­ver­brau­chern, um Lastspitzen zu reduzieren. Dies kann z. B. der Betrieb großer Verbrau­cher wie Klima­an­lagen, Heizungen oder Produk­ti­ons­an­lagen außer­halb der Spitzen­last­zeiten sein. 

Spitzen­last­re­ge­lung bedeutet, Systeme zu steuern, um Lastspitzen zu glätten. Dies kann beispiels­weise durch die dynami­sche Anpas­sung von Energie­ver­brau­chern erreicht werden, um die Last zu verteilen und den gleich­zei­tigen Verbrauch großer Energie­mengen zu vermeiden. 

Batte­rie­spei­cher oder andere Formen der Energie­spei­che­rung können einge­setzt werden, um Energie in Zeiten geringer Nachfrage zu speichern und sie in Spitzen­last­zeiten wieder abzugeben, um die Nachfrage im Netz zu reduzieren. Der Einsatz eines Peak Shaving Batte­rie­spei­chers kann die Spitzen­last eines Unter­neh­mens senken, wodurch das zu zahlende Leistungs­ent­gelt gegen­über dem Netzbe­treiber reduziert wird. 

Kann man Spitzen­last begrenzen? 

Die Begren­zung kann auf verschie­dene Weise erfolgen, z. B. durch Glättung von Lastspitzen oder durch Lastver­schie­bung. 

Die erste Möglich­keit sorgt dafür, dass der Strom­ver­brauch schnell und kurzfristig reduziert wird. Dies kann durch die Drosse­lung oder durch die Nutzung von selbst­er­zeugtem Strom aus Eigen­erzeu­gungs­an­lagen geschehen. So kann die Lastspitze vermieden werden, indem der Strom­ver­brauch schlag­artig reduziert oder Strom ohne Nutzung des öffent­li­chen Netzes bezogen wird.  

Die zweite Möglich­keit ist die sogenannte Lastver­schie­bung. Diese wirkt ebenfalls kurzfristig. Wird beispiels­weise in einem Zeitraum die Produk­tion gedros­selt, wird diese zu einem späteren Zeitpunkt nachge­holt, wenn der Strom­preis günstiger oder die Netzaus­las­tung geringer ist. Der gesamte Strom­ver­brauch wird dadurch nicht erhöht oder verrin­gert, sondern nur verschoben.  

Es gibt jedoch Alter­na­tiven, nämlich das Abgrenzen von Leistungs­spitzen durch ein automa­ti­sches Lastkon­troll­system oder die zeitliche Verla­ge­rung von Produk­ti­ons­pro­zessen. Im ersten Fall wird die abgenom­mene Leistung durch ein automa­ti­sches Lastma­nage­ment auf einen vorge­ge­benen Grenz­wert limitiert. Dabei schaltet das System bei einer zu starken Nachfrage schon im Voraus definierte Verbrau­cher kurzzeitig ab, so dass teure Leistungs­spitzen beim Energie­bezug vermieden werden. Im zweiten Fall kann man versu­chen durch kleine Änderungen im organi­sa­to­ri­schen Ablauf die Spitzen­last erheb­lich zu reduzieren. 

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