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Grüner Wasser­stoff

Lesezeit: 4 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was ist grüner Wasser­stoff? Und wie unter­scheidet er sich von herkömm­li­chem Wasser­stoff? Herkömm­li­cher Wasser­stoff, der durch die Dampf-Refor­mie­rung von Erdöl oder Erdgas gewonnen wird, gilt als fossile und nicht nachhal­tige Energie­quelle. Bei der Herstel­lung von herkömm­li­chem Wasser­stoff werden hohe Mengen an CO2 in unsere Atmosphäre freige­setzt, was die Umwelt stark belastet.  

Was genau ist grüner Wasserstoff? 

Wasser­stoff teilt sich in verschie­dene Farben wie blauen Wasser­stoff oder grauen Wasser­stoff. Die wichtigste Farbe ist jedoch grün. 

Grüner Wasser­stoff wird mittels Elektro­lyse unter Einsatz von Strom aus erneu­er­baren Energien herge­stellt.  Er spielt eine Schlüs­sel­rolle bei der Dekar­bo­ni­sie­rung verschie­dener Sektoren, z. B. der chemi­schen Indus­trie und anderer energie­in­ten­siven Branchen wie der Stahl- und Zement­in­dus­trie.  

Die Farben des Wasserstoffs 

Doch Wasser­stoff ist nicht gleich Wasser­stoff. Es gibt mehrere Arten, hier sind einige davon: 

Türkiser Wasser­stoff 

Der Energie­träger wird durch Pyrolyse aus Methan extra­hiert. Bei diesem Verfahren wird das Erdgas unter Sauer­stoff­ab­schluss erhitzt, um die chemi­schen Bindungen thermisch aufzu­bre­chen und Wasser­stoff und festen Kohlen­stoff zu gewinnen. Dadurch wird kein CO₂ in die Atmosphäre freige­setzt. Wird die für die Methan­py­ro­lyse benötigte Energie aus erneu­er­baren Energien bereit­ge­stellt, kann die CO₂-Inten­sität des Herstel­lungs­pro­zesses reduziert werden. 

Grauer Wasser­stoff 

Als grauer Wasser­stoff wird Wasser­stoff bezeichnet, der ausschließ­lich aus fossilen Brenn­stoffen herge­stellt wird. Bei solchen Verfahren entstehen hohe CO2-Emissionen in die Atmosphäre.

Blauer Wasser­stoff 

Er wird durch Dampf­re­for­mie­rung herge­stellt. Das dabei entste­hende CO₂ wird jedoch mithilfe der CCS-Techno­logie (Carbon Capture and Storage) abgeschieden und anschlie­ßend unter­ir­disch gespei­chert oder weiter­ver­wendet, anstatt in die Atmosphäre zu gelangen.

Roter Wasser­stoff 

Auch bekannt als violetter Wasser­stoff, kennzeichnet dies die Herstel­lung von Wasser­stoff durch Elektro­lyse mit Hilfe von Kernenergie.

Grüner Wasser­stoff wird mit Strom aus erneu­er­baren Energien herge­stellt und gilt als eine mögliche Option zur Verrin­ge­rung von Treib­haus­gas­emis­sionen in bestimmten Anwen­dungen. Eine weitere Möglich­keit der Gewin­nung von grünem Wasser­stoff ist das photo­elek­tro­che­mi­sche Verfahren. Bei diesem Verfahren wird das Sonnen­licht von einem Halblei­ter­ma­te­rial absor­biert, das wiederum eine so hohe Photo­span­nung (> 1,6 Volt) erzeugt, dass Wasser direkt in Wasser­stoff und Sauer­stoff gespalten wird.

Wie wird grüner Wasser­stoff hergestellt? 

Wie bereits erwähnt, wird grüner Wasser­stoff unter Verwen­dung erneu­er­barer Energien wie zum Beispiel durch den Prozess der Elektro­lyse von Wasser herge­stellt, bei dem der bereit­ge­stellte Strom aus Erneu­er­baren Energien stammt. Aber wie genau wird grüner Wasser­stoff durch Elektro­lyse herge­stellt? 

Der Elektro­ly­seur ist ein Gerät, das elektri­sche Energie nutzt, um Wasser durch eine chemi­sche Reaktion in seine Bestand­teile Wasser­stoff und Sauer­stoff zu zerlegen. Im Elektro­ly­seur wird das Wasser einer elektri­schen Einwir­kung ausge­setzt, die die Wasser-Moleküle in Wasser­stoff- und Sauer­stoff­atome zerlegt. Der Sauer­stoff wird dann an die Atmosphäre abgegeben, während der Wasser­stoff aufge­fangen und für eine spätere Verwen­dung gespei­chert wird.  

Der für den Betrieb des Elektro­ly­seurs benötigte Strom muss aus erneu­er­baren Quellen wie Sonnen-, Wind- oder Wasser­kraft stammen. Denn das Ziel der grünen Wasser­stoff­pro­duk­tion ist es ja gerade, eine saubere und nachhal­tige Energie­quelle zur Verfü­gung zu haben und damit die mit der Energie­er­zeu­gung verbun­denen CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. 

Was sind die Vor- und Nachteile von grünem Wasserstoff? 

Wie alle Techno­lo­gien hat auch grüner Wasser­stoff sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vorteile

Nachteile

  • Grüner Wasser­stoff wird mittels Elektro­lyse unter Einsatz von Strom aus erneu­er­baren Energien hergestellt.
  • Er gilt als eine mögliche Option zur Verrin­ge­rung von Treib­haus­gas­emis­sionen in bestimmten Anwendungen.
  • Diese Art von Wasser­stoff wird aus erneu­er­baren Energie­quellen herge­stellt, die nicht wie fossile Brenn­stoffe zu Neige gehen. 
  • Er kann in verschie­denen Sektoren wie Verkehr, Energie und Indus­trie einge­setzt werden, was ihn zu einer vielsei­tigen Lösung für die Energie­wende macht. 
  • Ein weiterer Vorteil ist der hohe Energie­ge­halt, denn ein Kilogramm Wasser­stoff hat einen Energie­ge­halt von 33 Kilowatt­stunden (kWh), während ein Liter Diesel nur einen Energie­ge­halt von 10 kWh hat. 
  • Die Kosten für die Herstel­lung von grünem Wasser­stoff sind im Vergleich zu fossilen Brenn­stoffen derzeit noch relativ hoch.  
  • Für die Herstel­lung und Verwen­dung von grünem Wasser­stoff ist eine Anpas­sung der Infra­struktur erfor­der­lich, z.B. bei Verteil- und Fernlei­tungs­netzen sowie bei Tankstellen. 
  • Da Strom ein wichtiger Input­faktor bei der Herstel­lung von grünem Wasser­stoff ist, haben die Strom­preise einen großen Einfluss auf die Produk­ti­ons­kosten. 

Wie grün ist grüner Wasser­stoff tatsächlich? 

Grüne Wasser­stoff­pro­duk­tion bezieht sich auf die Produk­tion durch Elektro­lyse, die mit erneu­er­baren Energie­quellen betrieben wird. Das bedeutet, dass das Verfahren selbst keine direkten CO2-Emissionen verur­sacht, da es auf Strom aus erneu­er­baren Quellen wie Sonnen- oder Windenergie beruht. Grüner Wasser­stoff wird mittels Elektro­lyse unter Einsatz von Strom aus erneu­er­baren Energien, wie Sonnen- oder Windenergie, herge­stellt und gilt als eine mögliche Option zur Verrin­ge­rung von Treib­haus­gas­emis­sionen in bestimmten Anwendungen.

Es handelt sich also um einen bedeu­tenden Schritt in Richtung Umwelt­freund­lich­keit im Gegen­satz zur Produk­tion von grauem oder blauem Wasser­stoff, der jedoch nicht völlig frei von Umwelt­aus­wir­kungen ist. Die Minimie­rung der gesamten CO2-Emissionen über den gesamten Lebens­zy­klus von grünem Wasser­stoff ist nach wie vor eine Herausforderung.

Was kostet grüner Wasserstoff? 

Einen einheit­li­chen Preis für Wasser­stoff gibt es leider nicht. Derzeit ist der Bezug von fossilen Brenn­stoffen wie Erdgas, einschließ­lich der CO2-Kosten, ” kosten­güns­tiger ” als die Herstel­lung von grünem Wasser­stoff. Die Kosten für grünen Wasser­stoff in Deutsch­land variieren und können in der Regel in drei Haupt­ka­te­go­rien unter­teilt werden: 

  • Produk­ti­ons­kosten 
  • Trans­port- und Speicher­kosten  
  • Vertriebs­kosten 

Die Kosten hängen stark von der Art der Elektro­lyse (z. B. alkali­sche Elektro­lyse, PEM-Elektro­lyse), der Effizienz der Anlage und den Inves­ti­ti­ons­kosten ab. Außerdem ist der Strom­preis, ein wesent­li­cher Faktor, der den Preis mitent­scheidet. Wind- und Solar­energie können die Produk­ti­ons­kosten senken. Aller­dings handelt es sich dabei nicht um steuer­bare Strom­quellen, so dass man auf Wind oder Sonnen­ein­strah­lung angewiesen ist, was bedeutet, dass die Elektro­lyse regel­mäßig ausfällt, wenn kein Strom fließt. 

Die Nachfrage nach grünem Wasser­stoff kann ebenfalls einen starken Einfluss auf die Preise haben. Eine steigende Nachfrage könnte dazu führen, dass mehr Produk­ti­ons­ka­pa­zi­täten aufge­baut werden, die entste­henden Skalen­ef­fekte können langfristig zu Kosten­sen­kungen führen. 

Wie kann grüner Wasser­stoff günstiger werden? 

Heute steht der Energie­träger jedoch vor einem nicht unerheb­li­chen Hindernis: den Kosten. Die Produk­tion von nachhal­tigem grünem H2 ist, wie bereits erläu­tert, teurer als seine “grauen” oder “blauen” Pendants, die aus Erdgas bzw. fossilen Kohlen­was­ser­stoffen herge­stellt werden.  

Damit grüner Wasser­stoff weltweit verstärkt geför­dert und vermarktet werden kann, ist die Wirkung von Förder­pro­grammen und ihre Wichtig­keit bei der Anlauf­phase von entschei­dender Bedeu­tung. Im vergan­genen Juni trafen sich die EU-Kommis­sarin für Energie, Kadri Simson und der Bundes­mi­nister für Wirtschaft und Klima­schutz, Robert Habeck, in einem bilate­ralen Gespräch. Während dieses Treffens wurde beschlossen, die neue Europäi­sche Wasser­stoff­bank (European Hydrogen Bank – EHB) und das von Deutsch­land entwi­ckelte Instru­ment für Wasser­stoff-Importe aus Nicht-EU-Staaten, H2Global, enger mitein­ander zu verknüpfen. Das Ziel von H2Global ist es, die ökolo­gi­sche Trans­for­ma­tion unserer Gesell­schaft und Wirtschaft auf dem Markt voran­zu­treiben und zu beschleu­nigen. 

Diese Verein­ba­rung stellt einen bedeu­tenden Schritt dar, um den Bedarf an Wasser­stoff in Deutsch­land und Europa zu decken und den weltweiten Aufstieg von grünem Wasser­stoff zu fördern. 

Insge­samt ist grüner Wasser­stoff ein vielver­spre­chender Baustein für eine nachhal­tige Zukunft und eine saubere Energie­wirt­schaft. Seine Poten­ziale sind vielfältig und seine Anwen­dungs­mög­lich­keiten reichen von der Mobilität über die Energie­spei­che­rung bis hin zur Verwen­dung in der Indus­trie, z. B. bei der Stahl­her­stel­lung. Die konti­nu­ier­liche Forschung und Inves­ti­tionen in grünen Wasser­stoff sind entschei­dend, um die globale Energie­wende voran­zu­treiben und unseren Planeten für kommende Genera­tionen lebens­wert zu erhalten. 

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