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Virtu­elle Ladezyklen

Lesezeit: 2 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was sind virtu­elle Ladezyklen? 

Virtu­elle Ladezy­klen lassen sich als rein finan­zi­eller Handel definieren. Es handelt sich dabei um den Kauf und Verkauf gleicher Energie­mengen inner­halb eines definierten Liefer­zeit­raums. Dies setzt die Fähig­keit voraus, auf Markt­preis­schwan­kungen adäquat zu reagieren und Preis­un­ter­schiede inner­halb einzelner Liefer­pe­ri­oden zu nutzen, um daraus einen Vorteil zu generieren, ohne die Energie physisch liefern zu müssen. Die Volati­lität des Marktes kann somit genutzt werden, um finan­zi­elle Gewinne zu erzielen, ohne eine Batterie physisch be- oder entladen zu müssen.

Um die virtu­ellen Ladezy­klen möglichst gewinn­ma­xi­mie­rend nutzen zu können, sind komplexe Handel­s­al­go­rithmen notwendig. Diese Algorithmen sind so program­miert, dass sie das sogenannte Order­buch perma­nent überwa­chen und einer detail­lierten Analyse unter­ziehen. Das Order­buch gibt in Echtzeit Auskunft über die vorlie­genden Kauf- und Verkaufs­auf­träge für Strom inner­halb bestimmter Liefer­zeit­räume (in Deutsch­land 15-Minuten-Inter­valle). Der Algorithmus eröffnet neue Positionen oder schließt bestehende. Der Einsatz von Algorithmen ermög­licht auch die Optimie­rung von Batte­rie­spei­chern, so dass die Volati­lität der Strom­markt­preise genutzt werden kann, ohne dass die Batterie tatsäch­lich geladen oder entladen werden muss.

Wie funktio­nieren virtu­elle Ladezyklen? 

Die Batterie kann in Inter­vallen von 15 Minuten ent- oder geladen werden. Vor jeder vollen Viertel­stunde (z.B. zwischen 12:00 und 12:15 Uhr) kann beliebig entschieden werden, ob die Batterie in diesem Zeitraum ge- oder entladen werden soll. Bei jeder Entschei­dung wird entweder Strom ge- oder verkauft. Durch den günstigen Einkauf und den teuren Verkauf erzielt der Speicher einen Gewinn.    

Dazu werden Viertel­stun­den­paare benötigt, die dann gebildet und aufge­löst werden. Dadurch können Gewinne erzielt werden. Durch wieder­holtes Durch­laufen des Prozesses, wobei einige Be- und Entla­de­vor­gänge rückgängig gemacht und neue hinzu­ge­fügt werden, entstehen verschie­dene Fahrpläne, die konti­nu­ier­lich angepasst werden, bis schließ­lich ein endgül­tiger, reali­sierter Fahrplan entsteht.   

Insbe­son­dere in Märkten mit einem hohen Anteil erneu­er­barer Energien ergeben sich ständig neue Möglich­keiten. Die Gründe dafür liegen in den starken Schwan­kungen von Angebot und Nachfrage und dem hohen Handels­vo­lumen auf den Großhan­dels­märkten.   

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