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Vollla­de­zy­klus

Lesezeit: 2 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Vollladezyklus? 

Ein Vollla­de­zy­klus bedeutet das einma­lige Laden, Speichern und Entladen des Batte­riespeichers unter Ausnut­zung der gesamten nutzbaren Kapazität des Speichers, d.h. unter Berück­sich­ti­gung der maximal zuläs­sigen Entla­dungs­tiefe (Depth of discharge) und Ladezu­ständen (State of Charge), sowie Degra­da­tion. Ein „Vollla­de­zy­klus“ ist abgeschlossen, wenn der Strom­spei­cher im Rahmen seines zuläs­sigen Arbeits­be­rei­ches einmal vollständig geladen und dann wieder vollständig entladen wurde. 

Wie viele Volla­de­zy­klen hält ein Batte­rie­spei­cher aus? 

Grund­sätz­lich gilt: Je mehr Volla­de­zy­klen gefahren werden, desto mehr werden Lebens­dauer und Leistungs­fä­hig­keit des Batte­rie­spei­chers beein­träch­tigt und der Verschleiß der Batterie erhöht. Mit jedem Vollla­de­zy­klus gibt es einen gewissen Kapazi­täts­ver­lust, d.h. die Batterie kann nach jedem Zyklus etwas weniger Energie speichern („Degra­da­tion“). Die Lebens­dauer der Batterie, auch „Zyklen­le­bens­dauer“, bezeichnet den Zeitraum, in dem die Batterie die verspro­chene Leistung liefern kann. Diese richtet sich nach der Anzahl der Vollla­de­zy­klen, die eine Batterie durch­laufen kann, bevor ihre Kapazität auf ein bestimmtes Niveau (auf ca. 80% der ursprüng­li­chen Kapazität) abfällt. Wenn ihre Speicher­ka­pa­zität unter 70 % fällt, bezeichnet man das als „End of Life“. 

Bei modernen Strom­spei­chern auf Basis von Lithium-Ionen-Batte­rien geht man davon aus, dass mittler­weile zwischen 8.000 und 10.000 Vollla­de­zy­klen möglich sind, bevor die Batterie ihre ursprüng­liche Kapazität verliert. Bei 550 gefah­renen Vollla­de­zy­klen pro Jahr (durch­schnitt­lich 1,5 Vollla­de­zy­klen pro Tag) ergibt das eine Lebens­dauer von über 14 bis 18 Jahren. 

Der Erhalt der Lebens­dauer und die Erhöhung der Anzahl an Vollla­de­zy­klen kann noch weiter unter­stützt werden: 

  • Tiefent­la­dungen vermeiden: Die Batterie sollte, wenn nicht unbedingt erfor­der­lich, nicht vollständig entladen werden 
  • Richtige Dimen­sio­nie­rung des Batte­rie­spei­chers: Sowohl ein zu kleiner als auch ein zu großer Batte­rie­spei­cher ist schäd­lich, berechnet man die ideale Größe des Batte­rie­spei­chers erhält man die richtige Gesamt­ka­pa­zität der Batterie und braucht so gerin­gere Vollla­de­zy­klen, da es die richtige Kapazität ist 
  • Verschleiß der Elektroden vorbeugen  
  • Regel­mä­ßige Wartung 
  • Hohe Qualität der Batte­rie­zellen  

Auch das Batte­rie­ma­nage­ment­system (BMS) ist unter­and­erem dafür verant­wort­lich, und erfüllt Funktionen wie: 

  • Regulie­rung der Lade- und Entla­de­ge­schwin­dig­keit: Je schneller ge- und entladen wird, desto höher ist auch der Verschleiß 
  • Tempe­ra­tur­kon­trolle: Auswahl einer, für die Batterie optimale Tempe­ratur, nicht zu hoch oder zu niedrig (extreme Tempe­ra­turen vermeiden) 
  • Optimale Ladesteue­rung: intel­li­gente Laderegler und Manage­ment­sys­teme 

Voll- oder Teilla­de­zy­klen – was eignet sich besser? 

In der Praxis werden Batte­rien i.d.R. nicht bis zu ihrer maximalen Depth of discharge (DoD) entladen. Der Strom­spei­cher durch­läuft dabei dann keine Vollla­de­zy­klen, sondern jeweils nur Teilla­de­zy­klen. Bei nicht vollstän­diger Be- oder Entla­dung werden die Werte der jewei­ligen Teilla­de­zy­klen dann vom internen Energie­ma­nage­ment-System (EMS) des Speichers zu ganzen Vollla­de­zy­klen aufad­diert.  

Um dem Verschleiß der Batterie vorzu­beugen, eignen sich demnach eher häufige Teilla­de­zy­klen als Vollla­de­zy­klen, da diese weniger belas­tend für die Batterie sind. Die Auswir­kungen auf die Batte­rie­le­bens­dauer sind im Allge­meinen geringer und eine höhere Anzahl von Zyklen, die die Batterie durch­laufen kann, ist möglich. Da die Batterie nicht bis zur vollstän­digen Entla­dung belastet wird, gibt es weniger physi­ka­li­schen Stress und chemi­sche Reaktionen, die die Batterie altern lassen. Dies führt in der Regel zu einer längeren Lebens­dauer. 

Warum sind Vollla­de­zy­klen für die Batte­rie­ver­mark­tung wichtig? 

Die Anzahl der nutzbaren Vollla­de­zy­klen pro Jahr und Tag ist in der Regel im Vertrag mit dem Vermarkter festge­legt. Dies bietet dem Kunden die Sicher­heit, dass der Vermarkter den Speicher nur in dem Umfang beansprucht, der auch durch die Garan­tie­be­din­gungen des Herstel­lers abgedeckt ist. Gleich­zeitig ist die Anzahl der nutzbaren Vollla­de­zy­klen für Ihren Vermarkter ein wichtiger Parameter für die Wirtschaft­lich­keit des Speichers. So lassen sich z.B. mit zwei Vollla­de­zy­klen pro Tag mehr Erlöse auf den verschie­denen Märkten (insbe­son­dere Whole­sale) erzielen als mit nur einem Vollla­de­zy­klus pro Tag. Dementspre­chend hat die Anzahl der nutzbaren Vollla­de­zy­klen auch einen Gegen­wert für den Vermarkter, der auch Einfluss auf die Höhe des Vermark­tungs­an­ge­bots hat. 

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