Skip to content

Strommarkt

Lesezeit: 4 Minuten

Was ist der Strommarkt?

Als Strommarkt wird der Markt für elektrische Energie bezeichnet, der ein besonders wichtiger Markt ist. Innerhalb dieses Marktes werden Energiemengen von unterschiedlichen Akteuren (Konzerne, Regionalversorger, Stadt- und Gemeindewerke sowie Energiehändler) gekauft und verkauft. Der Strommarkt besteht dabei aus unterschiedlichen Teilmärkten mit eigener Preisdynamik, die als Orientierung zur Planung für Erzeuger und Verbraucher dient. Wie auf jedem Markt gilt auch hier, dass Angebot und Nachfrage letzten Endes den Preis bestimmen. Dem Strommarkt kommt durch die Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch an dieser Stelle jedoch eine besondere Bedeutung zu, da sich somit das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage jederzeit verändern kann.

Wie funktioniert der Strommarkt?

Dem Strommarkt kommen im Wesentlichen zwei zentrale Funktionen zu: Hier erfolgt erstens die fortlaufende Synchronisierung von Erzeugung und Verbrauch von Strom. Eine Herausforderung ist im Zuge dessen die begrenzten Speicherbarkeit von Strom. Innerhalb der zweiten grundlegenden Aufgabe stellt der Strommarkt deshalb sicher, dass jederzeit ausreichend Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden können, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Die Gewährleistung einer permanenten Versorgungssicherheit ist nämlich insbesondere an einem hoch entwickelten Industriestandort wie Deutschland immens wichtig.Diese Funktionen werden durch zwei Mechanismen angetrieben: Hier spielt zum einen die freie Preisbildung der Strompreise am Strommarkt eine Rolle. Die Preisschwankungen liefern nämlich Aufschluss über die Knappheit von Strom zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zum anderen kommt hier die Verpflichtung der Lieferanten ins Spiel hinsichtlich dessen, dass sie ihre Lieferverpflichtungen erfüllen. Durch zusätzliche Maßnahmen soll der Strommarkt zunehmend flexibilisiert und eine kostengünstige Integration von erneuerbaren Energien ermöglicht werden.

Wer ist am Strommarkt beteiligt?

Innerhalb des Strommarktes sind als Anbieter insbesondere die sog. „Energieriesen“ in Form von namhaften Unternehmen, die Kraftwerke betreiben, aktiv. Dazu zählen bspw. RWE, EnBW und Vattenfall. Diese hatten früher eine regelrechte Monopolstellung inne, seit der Liberalisierung des Strommarktes etablieren sich hier allerdings auch zunehmend kleinere Stromproduzenten. Grund dafür ist bspw. das steigende Angebot von Strom aus erneuerbaren Energien.
Im Zuge der Energiewende erhalten erneuerbare Energien, welche überwiegend aus dezentralen Erzeugungsanlagen, wie beispielsweise PV-Anlagen, stammen, immer mehr Aufwind. Im Vergleich dazu verlieren Großkraftwerke, welche auf fossilen Energieträger, wie beispielsweise Kohle zurückgreifen, zunehmend an Bedeutung. Durch diese gegenläufigen Entwicklungen können sogar Privatpersonen einen wesentlichen Beitrag im Strommarkt leisten: Mittlerweile kann jeder selbst Strom erzeugen und ins Stromnetz einspeisen. Somit wird die Energiewende immer mehr vorangetrieben. Dabei spielen auch kleine und mittlere Stromunternehmer eine Rolle, die sich oftmals mit vereinten Kräften innerhalb eines Netzwerkes zusammenschließen. Diese Veränderungen bekommen die herkömmlichen Energiemonopolisten deutlich zu spüren. Dementsprechend versuchen auch sie „Kurs zu halten“ und auf die neuen Entwicklungen innerhalb der Energie-Branche angemessen zu reagieren. Insgesamt ist heutzutage also deutlich mehr Bewegung im Strommarkt.

Welche Produkte werden auf dem Strommarkt verhandelt?

Da sich der Strommarkt in Teilmärkte mit unterschiedlicher Preisdynamik unterteilt, kommen verschiedene Handelsprodukte zum Einsatz.
Der Terminmarkt kennzeichnet sich durch den Handel mit Stromlieferungen, die mehrere Jahre im Vorlauf festgelegt werden. Zur Absicherung etwaiger risikoreicher Veränderungen in Bezug auf steigende Preise kommen langfristige Verträge zum Einsatz. Diese sind zwar mit einem Preisaufschlag versehen, gewährleisten jedoch eine langfristige Planungssicherheit.
Am Spotmarkt können im Gegensatz zum Terminmarkt deutlich präzisere und tagesaktuellere Erzeugungs- und Verbrauchsmengen gehandelt werden. Im Day-Ahead-Markt, der ein Teil des Spotmarktes ist, wird Strom für den Folgetag gehandelt. Bis 12 Uhr müssen hier die Kaufs- und Verkaufsangebote unter Angabe von Menge und Lieferzeit gemeldet werden. Nachfolgend ermittelt schließlich die Börse den Großhandelspreis für jede einzelne Stunde des kommenden Tages und vergibt den Zuschlag für die zum Zuge kommenden Gebote. Ein weiterer Teilmarkt des Spotmarktes ist der Intraday-Markt: Hier erfolgt der Handel von Strommengen bis zu 30 Minuten vor der Lieferung.
Am Spotmarkt werden also deutlich kurzfristigere und spontanere Verhandlungen bezüglich der Stromlieferungen getätigt. Im Gegensatz dazu ist der Terminmarkt durch eine langfristige Planung und eine deutlich längere Vorlaufszeit gekennzeichnet.
Verbraucher müssen sich allerdings aufgrund dieser dynamischen Marktbedingungen keine Sorgen um die Qualität ihrer Stromlieferungen machen. Strom ist schließlich ein homogenes Gut mit gleichbleibender Qualität. Demnach spielt es keine Rolle, von welchem Anbieter letzten Endes der Strom bezogen wird. Die Dynamik des Strommarktes fördert vielmehr eine kostengünstige, sichere und nachhaltige Energieversorgung, von der alle profitieren können.

Jetzt Reststrom Angebot anfordern

Was bedeutet Liberalisierung des Strommarktes?

Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 können Bürger ihre Stromanbieter frei wählen. Außerdem wird seit diesem Zeitpunkt der Strom an einer Strombörse gehandelt. Strompreise werden seitdem nicht mehr festgelegt, sondern ergeben sich aus Angebot und Nachfrage. Dementsprechend bestimmt seit der Liberalisierung des Strommarktes nun also der Wettbewerb das Geschehen. Dank der Liberalisierung haben Bürger heutzutage die Möglichkeit aus einer Vielzahl an Energieversorgungsunternehmen und Tarifoptionen zu wählen. Bis zur Liberalisierung wurde der deutsche Strommarkt überwiegend von staatlicher Seite geregelt. In diesen Zeiten hatten oftmals bestimmte Versorgungsunternehmen jahrzehntelang eine Monopolstellung. Dabei legten die Versorger ihre Preise auf Grundlage der Kosten fest. Die Preise mussten dann wiederum von der jeweiligen Preisaufsicht, wie zum Beispiel dem Wirtschaftsministerium des jeweiligen Bundeslandes, genehmigt werden.

Wie werden erneuerbare Energien am Strommarkt gehandelt?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2012 hat den Anstoß zur Marktintegration von Erneuerbaren Energien gegeben. Diese werden seitdem besonders gefördert. Das EEG setzt im Zuge dessen Anreize für die Erzeugung von Grünstrom. Dieser Grünstrom kann dann wie der Graustrom an der Strombörse angeboten und gehandelt werden.

Sie haben Rückfragen? Kontaktieren Sie uns.

Wie hilfreich war dieser Artikel?

Zum Bewerten auf die Sterne klicken

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 16

Noch keine Bewertung, sei der Erste!

Verena Dreher

Verena Dreher

Newsletter abonnieren
und mehr erfahren
Diese Themen könnten Sie interessieren:
Strombeschaffung
Wissen über Erneuerbare Energien
Strombeschaffung

Lesezeit: 2 Minuten Wie funktioniert Strombeschaffung? Egal ob TV, Lichtschalter, Backofen, Laptop usw. – Strom ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ganz selbstverständlich bezahlen Verbraucher für den

Jetzt lesen
Wissen über Erneuerbare Energien
Regionale Direktvermarktung

Lesezeit: 2 Minuten Was ist regionale Direktvermarktung? Regionale Direktvermarktung bezieht sich auf die Vermarktung von Strom an Endkunden, die sich in räumlicher Nähe zur Stromerzeugungsanlage befinden. Im Vergleich

Jetzt lesen

Jetzt für den Newsletter anmelden