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Markt­lo­ka­tion

Lesezeit: 3 Minuten

Was bedeutet Markt­lo­ka­tion?

Die Markt­lo­ka­tion ist der Ort, an dem Energie entweder erzeugt oder verbraucht wird. Es handelt sich also um die Einspeise- bzw. Entnah­me­stelle, die als Anknüp­fungs­punkt für die Belie­fe­rung und Bilan­zie­rung dient. Eine Markt­lo­ka­tion ist mit mindes­tens einer Leitung mit einem Netz verbunden. Sie wird vom Anlagen­be­treiber oder Anschluss­nutzer für die Erzeu­gung bzw. den Verbrauch von Energie verwendet. Dabei stellt sie die Basis für einen Liefer­ver­trag zwischen Liefe­rant und Anschluss­nutzer dar, da an dieser Stelle die Abrech­nung der Netznut­zung erfolgt. Seit dem 01.02.2018 ist dieser Begriff aufgrund der Vorgaben zur elektri­schen Markt­kom­mu­ni­ka­tion der Bundes­netz­agentur etabliert worden. Dadurch sollen die Anfor­de­rungen des Gesetzes zur Digita­li­sie­rung der Energie­wende bzw. dem Interims­mo­dell einge­halten werden. Bislang wurden in der Markt­kom­mu­ni­ka­tion nämlich unter­schied­liche Begriffe, wie bspw. “Liefer­stelle”, “Entnah­me­stelle”, “Einspei­se­stelle” oder “Messstelle” mitunter synonym oder sogar wider­sprüch­lich verwendet. Um zukünftig Verständ­nis­schwie­rig­keiten zu unter­binden und Markt­pro­zesse präzise beschreiben, anwenden und umsetzen zu können, wurde deshalb eine Standar­di­sie­rung der Begriffe zur klaren Abgren­zung vollzogen.

Wer ist für die Markt­lo­ka­tion verant­wort­lich?

Der Netzbe­treiber ist verant­wort­lich für die Bildung einer Markt­lo­ka­tion. Dabei verant­wortet er unter anderem auch die Zuord­nung der Markt­lo­ka­tions-Identi­fi­ka­ti­ons­nummer zu einer Markt­lo­ka­tion bzw. zu einer Tranche. Über diese Schritte hinaus fällt die allge­meine Verwal­tung sowie die Prozesse bei Schlie­ßung einer Markt­lo­ka­tion in das Aufga­ben­ge­biet eines Netzbe­trei­bers.

Auf was müssen Strom­pro­du­zenten und ‑kunden im Zuge dessen achten?

Strom­pro­du­zenten und ‑kunden, wie zum Beispiel auch Behörden und Unter­nehmen, bekommen diese begriff­liche Verein­heit­li­chung seit dem 01.02.2018 ledig­lich beim Blick auf ihre Abrech­nungen zu spüren. Hier wird anstatt der alten Zählpunkt­be­zeich­nung die neu einge­führte MaLo-ID mit der zugehö­rigen Messlo­ka­tion oder ggf. mehreren Messlo­ka­tionen aufge­führt. Abgesehen von den standar­di­sierten Bezeich­nungen auf der Strom­ab­rech­nung hat sich für Strom­pro­du­zenten und ‑kunden aller­dings nichts geändert. Handlungs­be­darf besteht aller­dings auf Ebene der Netzbe­treiber und Liefe­ranten, die seit der Neuerung einen reibungs­losen Transfer der Zuord­nungen zu ihren jewei­ligen Kunden gewähr­leisten müssen.

Wofür benötigt man die Markt­lo­ka­tions-ID (MaLo-ID)?

Zur dauer­haften Identi­fi­ka­tion der Markt­lo­ka­tion wird die Markt­lo­ka­tions-Identi­fi­ka­ti­ons­nummer (MaLo-ID), eine elfstel­lige rein numeri­sche Codenummer, heran­ge­zogen. Diese wird für Markt­lo­ka­tionen und Tranchen, also Anteile aus einer Markt­lo­ka­tion einge­speisten oder entnom­menen Energie­menge, genutzt. Solange die Markt­lo­ka­tion bzw. Tranche existiert bleibt die MaLo-ID dabei ab der erstma­ligen Zuord­nung der Codenummer zur Markt­lo­ka­tion unver­än­dert und ist nicht übertragbar – auch bei einem Wechsel des Netzbe­trei­bers.

Wie setzt sich die Markt­lo­ka­tions-ID zusammen?

Die elfstel­lige rein numeri­sche Codenummer setzt sich gemäß der MaLo-ID Bildungs­vor­schrift aus drei Teilen zusammen. Die erste Stelle der Nummer definiert die Verga­be­stelle und wird von der Verga­be­stelle mit einem Zeichen zwischen 1 und 9 automa­ti­siert vergeben. Die Angabe der Verga­be­stelle gibt aller­dings keine Auskunft darüber, um welche Energieart es sich bei der Markt­lo­ka­tion handelt. Die weiteren Stellen 2 bis 10 der MaLo-ID werden ebenfalls von der Verga­be­stelle vergeben und durch Zeichen zwischen 0 und 9 gekenn­zeichnet. Die Prüfziffer wird an Stelle 11 der Codenummer angegeben und wird von der Verga­be­stelle automa­ti­siert berechnet und vergeben. Der mögliche Zeichen­raum der Prüfziffer liegt dabei zwischen 0 und 9.

Wie beantragt man eine MaLo-ID?

Der Netzbe­treiber beantragt die MaLo-ID bei einer der mögli­chen Codever­ga­be­stellen. Dazu zählen die Energie Codes und Services GmbH, die ein Tochter­un­ter­nehmen des Bundes­ver­bandes der Energie- und Wasser­wirt­schaft e.V. (BDEW) ist, und die DVGW Services und Consult GmbH, die als Tochter­un­ter­nehmen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasser­fachs (DVGW) bekannt ist. Diese beiden Codever­ga­be­stellen haben aller­dings nur die Aufgabe die MaLo-ID einmalig auszu­geben. Die Zuord­nung der MaLo-IDs zu den jewei­ligen Markt­lo­ka­tionen bzw. Tranchen erfolgt dann vonseiten des Netzbe­trei­bers.

Was ist der Zusam­men­hang zwischen Markt- und Messlo­ka­tion?

Zwischen Markt- und Messlo­ka­tionen kann es zu unter­schied­li­chen Kombi­na­tionen aus einer oder mehreren verschie­denen Lokationen kommen. Ein Lokati­ons­bündel beinhaltet alle Messlo­ka­tionen, die zur Messung einer oder mehrere Markt­lo­ka­tion erfor­der­lich sind. Verant­wortet wird dies vonseiten des Netzbe­trei­bers, der gewähr­leisten muss, dass Messstel­len­be­treiber immer alle Messlo­ka­tionen inner­halb eines Lokati­ons­bün­dels kennen und etwaige Verän­de­rungen unver­züg­lich mitteilen. Lokati­ons­bündel geben also Auskunft darüber, in welcher Bezie­hung die Lokationen zu einander stehen. Dabei können drei Arten unter­schieden werden:1. 1:1 Bezie­hung zwischen Markt- und Messlo­ka­tion Die Messung der Energie einer Markt­lo­ka­tion erfolgt mit genau einer Messlo­ka­tion.2. 1:n Bezie­hung zwischen Markt- und Messlo­ka­tion Die Messung der Energie einer Markt­lo­ka­tion erfolgt über mehrere Messlo­ka­tionen. In einem Mehrfa­mi­li­en­haus wird die Markt­lo­ka­tion zum Beispiel in mehrere Unter­mes­sungen aufge­teilt, die wiederum unter­schied­liche Messlo­ka­tionen aufweisen.3. n:1 Bezie­hung zwischen Markt- und Messlo­ka­tion Diese Bezie­hungs­form entsteht beim Einbau eines Zweirich­tungs­zäh­lers. In der Markt­lo­ka­tion wird in diesem Fall gleich­zeitig Energie erzeugt und verbraucht. Inner­halb der Messlo­ka­tion erfolgt dann sowohl die Messung des Energie­ver­brauchs als auch die Messung der Energie­er­zeu­gung. Im Zuge dessen werden für die Energie­er­zeu­gung und den Energie­ver­brauch unter­schied­liche MaLo-IDs vergeben.

Was ist der Unter­schied zwischen Markt- und Messlo­ka­tion?

Während die Markt­lo­ka­tion ein rein bilan­zi­elles und abrech­nungs­tech­ni­sches Konstrukt ist, wird an der Messlo­ka­tion die tatsäch­liche physi­ka­li­sche Messung der erzeugten bzw. verbrauchten Energie vollzogen.

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Verena Dreher

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