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Smart Meter

Lesezeit: 3 Minuten
Ein Smart Meter zählt den Strom­ver­brauch, aber auch den Verbrauch von Wasser, Erdgas sowie Fernwärme und kommu­ni­ziert diese auf intel­li­gente Weise – nämlich digital. Der intel­li­gente Strom­zähler kann mit einem Smart Meter Gateway verbunden werden, welcher über einen Inter­net­zu­gang verfügt und aktuelle Daten weiter­senden kann. Smart Meter spielen eine wichtige Rolle in der Energie­wende, da sie zur Stabi­lität des intel­li­genten Strom­netzes (Smart Grid) beitragen.

Was ist ein Smart Meter?

Der Begriff “Smart Meter” kommt aus dem Engli­schen und bedeutet übersetzt “intel­li­genter Zähler”. Tatsäch­lich ist der Smart Meter ein intel­li­genter Strom­zähler, denn neben dem normalen Zählen des Strom­ver­brauchs ermög­licht der Smart Meter auch die Anzeige der genauen Nutzungs­dauer oder des Verbrauchs. Das bedeutet, dass der Verbrau­cher online, in einer App oder auf einem Display im eigenen Heim einsehen kann, zu welcher Zeit er wie viel an Strom, Wasser, Erdgas oder Fernwärme verbraucht hat.

Das Gerät misst nicht den physi­ka­li­schen Strom, sondern dank des Ferraris-Prinzip wird der elektri­sche Strom, der aus dem Netz übertragen wird, gezählt.

Doch nicht jeder Smart Meter kann Daten senden und demnach kommu­ni­zieren.

Was ist der Unter­schied zwischen moderner Messein­rich­tung und intel­li­gentem Messsystem?

Eine moderne Messein­rich­tung (mMe) ist so gesehen ein Synonym zum Smart Meter. Er ersetzt den analogen Strom­zähler und kann mehr als nur die Anzeige des Zähler­stands: Er sammelt sämtliche Verbrauchs­daten elektro­nisch und speichert diese. So zum Beispiel Tages­spitzen, die aktuelle Leistung oder den Verbrauch eines Monats oder einer Woche.
Wird diese moderne Messein­rich­tung mit einem Kommu­ni­ka­ti­ons­modul (Smart-Meter-Gateway) verbunden, entsteht ein sogenanntes intel­li­gentes Messsystem (iMsys).

Dank des Smart-Meter-Gateways ist eine Kommu­ni­ka­tion zu beiden Seiten möglich. Strom­flüsse aus einer Photo­vol­taik-Anlage (PV-Anlage) könnten mithilfe des Smart Meters gesteuert werden (hierfür wird aber immer auch eine CLS-Box benötigt). Die aufge­zeich­neten Verbrauchs­daten können an den Energie­ver­sorger übertragen werden, welcher dem Verbrau­cher monat­lich anstatt jährlich eine Abrech­nung zusenden kann. Plötz­liche Nachzah­lungen und erhöhte Strom­kosten durch defekte Maschinen oder Geräte lassen sich somit vermeiden.

Wie funktio­niert ein Smart Meter?

Bei einer modernen Messein­rich­tung muss der Zähler­stand, wie bei den analogen Strom­zäh­lern, abgelesen werden. Anders ist das bei intel­li­genten Messys­temen: Die Daten, die vom intel­li­genten Strom­zähler erfasst werden, werden mittels Smart-Meter-Gateway über das Internet, per Funk oder über das Strom­netz übertragen. Der Strom­ver­brau­cher, Netzbe­treiber sowie der Messstel­len­be­treiber bekommen automa­tisch die aktuellen Verbrauchs­werte zugesandt.
Außerdem ist es dank des Smart Meters möglich, einzelne Geräte zu überwa­chen und gegebe­nen­falls abzuschalten wenn hohe Strom­kosten durch Defekte drohen.

Ist der Einbau eines Smart Meters Pflicht?

Schon seit 2016 gab das Messstel­len­be­triebs­ge­setz vor, ab 2017 moderne Messein­rich­tungen in private Haushalte einzu­bauen. Jedoch muss zuerst das Bundesamt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­technik (BSI) den Einbau einleiten. Bevor das geschieht, braucht es mindes­tens drei intel­li­gente Messsys­teme am Markt, die durch vonein­ander unabhän­gigen Unter­nehmen angeboten werden sollen und den sicher­heits­tech­ni­schen Anfor­de­rungen des Gesetzes gerecht werden. Derzeit ist noch kein Verbrau­cher zum Einbau eines Smart Meters oder eines intel­li­genten Messsys­tems verpflichtet.

Verpflich­tend ist der digitale Strom­zähler seit 2017 ledig­lich für Haushalte mit einem Verbrauch von über 10.000 kWh im Jahr und für Besitzer einer EE-Anlage mit einer Nennleis­tung von mindes­tens 7 kW.
Ab 2020 ist der Smart Meter auch für Verbrau­cher mit einem Strom­ver­brauch ab 6.000 kWh Pflicht und bis 2032 sollen alle Strom­ver­brau­cher einen Smart Meter in ihren Hauhalten einge­baut haben. Natür­lich kann man heute schon eine moderne Messein­rich­tung oder sogar ein intel­li­gentes Messystem einbauen lassen. So spart man sich den Umbau später.

Für den Einbau und Betrieb von Smart Metern mit oder ohne Smart-Meter-Gateway trägt der Strom­ver­brau­cher bzw. der Anlagen­be­sitzer die Kosten. Jedoch gibt es Preis­ober­grenzen für die Messstel­len­be­treiber, die jährlich gezogen werden. Der zustän­dige Messstel­len­be­treiber darf pro Jahr maximal 20 Euro für das Einbauen und Betreiben eines Smart Meters berechnen. Für Smart Meter mit zugehö­rigem Gateway zahlt der Verbrau­cher oder Anlagen­be­treiber ca. 100 € pro Jahr. Liegt der Verbrauch im Haushalt über 10.000 kWh/Jahr, erhöht sich der Beitrag dementspre­chend. Gut zu wissen ist, dass Haushalte dank der Smart Meter bis zu 10 Prozent sparen können. In einem Haushalt mit vier Personen sprechen wir hier von rund 150 Euro in einem Jahr! Als Anlagen­be­treiber oder Verbrau­cher kann man den Messstel­len­be­treiber wechseln, um beim intel­li­genten Messsystem Geld zu sparen, jedoch sind selbst­ge­wählte Messstel­len­be­treiber nicht an die vorge­ge­benen Preis­ober­grenzen gebunden.

Ist der Smart Meter eine Hilfe für die Energie­wende?

Kurz gesagt: ja! Mit dem Smart Meter-Rollout soll die Kommu­ni­ka­tion zwischen Strom­ver­brau­cher und Strom­erzeuger verein­facht werden. Schließ­lich sind EE-Anlagen vom Wetter abhängig und es braucht Kommu­ni­ka­tion, um den Strom dort zu nutzen, wo er benötigt wird. Der intel­li­gente Strom­zähler “weiß” über den aktuellen Strom­tarif Bescheid und kommu­ni­ziert diesen an bestimmte Geräte, die mit dem “Smart Grid Ready” versehen sind. Diese wiederum gehen automa­tisch in Betrieb, wenn der Bezug von Strom beson­ders preis­wert ist. Für die Energie­wende sind Smart Meter ein wichtiges Hilfs­mittel, um Lastgänge optimal steuern zu können und das Smart Grid, also das intel­li­gente Strom­netz, zu unter­stützen.

Das Ferraris-Prinzip

Der bekannte analoge Strom­zähler funktio­niert nach dem Prinzip des italie­ni­schen Physi­kers Galileo Ferraris und zeigt die genutzte Energie an. Der Zähler wird durch einen Induk­ti­ons­motor mit einer rotie­renden Scheibe betrieben. Fließt Strom durch den Motor und dessen Spulen, wird ein magne­ti­sches Feld aufge­baut und die Scheibe dreht sich. Diese bringt einen mecha­ni­schen Zähler ins Laufen. Das bedeutet, dass analoge Zähler und elektro­ni­sche Zähler wie es der Smart Meter ist, elektri­schen Strom benötigen.

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