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SLP-Zähler

Lesezeit: 3 Minuten

Was ist ein SLP-Zähler?

SLP-Zählern sind Strom- oder Gaszähler ohne registrierende Leistungsmessung. Bei diesen Zählpunkten handelt es sich um analoge Zähler, die lediglich den aktuellen Zählerstand anzeigen. Sie messen nicht den Lastgang und übermitteln somit auch keine aktuellen Verbrauchsdaten. Es wird nur ein Messwert pro Jahr ausgelesen, denn der Lastgang wird mittels Standardlastprofilen (SLP) berechnet. Das Standardlastprofil ist eine Vereinfachung, ein repräsentatives Profil, das sich am typischen Abnahmeprofil verschiedener Kunden- & Verbrauchergruppen orientiert. Der Grundgedanke ist, dass ein bestimmtes Lastprofil für eine bestimmte Verbrauchergruppe repräsentativ ist. Dieses dient dem Energielieferanten als Grundlage für die Prognose und Bilanzierung des erwarteten Jahresverbrauchs für den jeweiligen Zählpunkt.

Wer kann einen SLP-Zähler verwenden?

Grundsätzlich bestimmt der Verbrauch, welche Art von Zähler verwendet werden kann: SLP-Zähler werden für kleinere Verbrauchsstellen genutzt – in der Regel bis zu einem Stromverbrauch von 100.000 kWh oder einem Gasverbrauch von ca. 1,5 Mio. kWh pro Jahr. Ab einem Stromverbrauch von 100.000 kWh muss ein RLM-Zähler installiert werden. Auch PV-Anlagen, die in der Strom Direktvermarktung sind, müssen einen RLM-Zähler verwenden. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen diese Anlagen fernsteuerbar sein – unabhängig von ihrer Größe. SLP-Zähler sind nicht kommunikationsfähig und eignen sich somit nicht für das Übermitteln von Live-Daten der Anlagen. Aufgrund der Scheibe, die sich im Inneren des Zählerkastens dreht, werden diese Zähler auch Ferraris-Zähler genannt (nach dem Erfinder Galileo Ferraris benannt). Neben den elektromechanischen, analogen SLP-Zählern gibt es auch elektronische, digitale SLP-Zähler: die sogenannten elektronischen Haushaltszähler (eHZ). Diese können mit Kommunikationstechnik aufgerüstet werden und so zu Smart Metern werden. Durch die intelligenten Zähler erhält man Einblick in die Echtzeit-Verbrauchswerte.

Wie ist ein SLP-Zähler aufgebaut?

Ein analoger SLP-Zähler besteht aus einem kleinen, meist schwarzen Kästchen, in dem sich eine Drehscheibe (die Ferraris-Scheibe) befindet, auf die die Wirkleistung übertragen wird. Diese Aluminiumscheibe ist von außen sichtbar und dreht sich, sobald Strom fließt. Die Drehzahl des Rädchens ist proportional zum Verbrauch. Somit hängt die Drehgeschwindigkeit von der momentanen durchfließenden Strommenge ab. Jede volle Umdrehung des Rädchens entspricht dabei einer bestimmten Energiemenge, die auf dem Typenschild angegeben wird. Ein Zählwerk, das an die Scheibe angeschlossen ist, summiert die gemessene Menge. Man kann also anhand der Drehgeschwindigkeit den aktuellen Stromverbrauch sehen, allerdings wird nur der gesamte Stromverbrauch auf dem Zähler. Der Antrieb der Scheibe funktioniert ähnlich wie bei einem Elektromotor: Zwei Spulen treiben den Rotor durch Wechselfelder an.

Wie SLP-Zähler ablesen?

SLP-Zähler werden einmal im Jahr manuell abgelesen, folglich wird einmal jährlich auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet. Die Zähler können meist nicht aus der Ferne ausgelesen werden. Anders als bei RLM-Zählern, bei denen die Verbrauchswerte regelmäßig an den Netzbetreiber übermittelt werden, erfolgt die Abrechnung bei SLP-Zählern zunächst auf Basis des via Standardlastprofil geschätzten Verbrauchs sowie des Verbrauchs des vorigen Jahres. Erst am Jahresende erhalten Kunden mit diesem Zählpunkt eine Abrechnung auf Basis ihres echten Verbrauchs. Bei einem mit Kommunikationsmodul aufgerüsteten Zähler werden die Verbrauchsdaten digital auf einem Display angezeigt, gespeichert und an den Netzbetreiber übermittelt.

Was kostet ein SLP-Zähler?

Ein SLP-Zähler kostet in etwa zwischen 50 bis 100 Euro. Die Montage muss von einem Elektriker vorgenommen werden, was sich folglich auf zusätzliche individuelle Kosten beläuft. Wird der elektronische SLP-Zähler mittels Kommunikationsmodulen zum “echten” Smart Meter aufgerüstet, kommen weitere Kosten hinzu, die je nach Verbrauch auf 100 bis 130 Euro jährlich betragen. Die Kosten für eine Umrüstung trägt der Hauseigentümer, kann diese jedoch als Modernisierungsverfahren auf Mieter umlegen.
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