Skip to content

Ausfall­ver­gü­tung

Lesezeit: 2 Minuten

Was versteht man unter Ausfallvergütung?

Grund­sätz­lich steckt die Antwort im Begriff selbst: Der Anlagen­be­treiber erhält bei Ausfall der EEG-Einspei­se­ver­gü­tung oder Direkt­ver­mark­tung die sogenannte Ausfall­ver­gü­tung. Ein Grund hierfür kann z.B. die Nicht­ein­hal­tung der Frist zur Herstel­lung der Fernsteu­er­bar­keit sein. Die Vergü­tungs­form wurde im EEG 2014 unter §38 als „Einspei­se­ver­gü­tung in Ausnah­me­fällen“ (aktuell: § 21 Abs. 1 Nr. 2 EEG 2021) einge­führt, um Finan­zie­rungs- und Inves­ti­ti­ons­ri­siken zu reduzieren. Aller­dings tritt die Ausfall­ver­gü­tung nicht automa­tisch ein, sondern muss vom Anlagen­be­treiber beantragt werden.

Wer zahlt die Ausfallvergütung?

Die Auszah­lung der „Einspei­se­ver­gü­tung in Ausnah­me­fällen“ erfolgt über den Netzbe­treiber, es gibt 2019 bundes­weit 883 Verteil­netz­be­treiber. Hierzu muss der Anlagen­be­treiber ein Melde­for­mular ausfüllen, das ihm vom Netzbe­treiber zur Verfü­gung gestellt wird. Als Vorlage dient das von der Bundes­netz­agentur erstellte Formular zur Anmel­dung von Bilanz­kreis­wech­seln, Erstzu­ord­nung von Neuan­lagen und Rückzu­ord­nung von Anlagen (vgl. Vorlage Bundes­netz­agentur). Oft wird das Formular auf den Seiten der Netzbe­treiber als PDF zum Herun­ter­laden bereitgestellt.

Welche Fristen gelten beim Wechsel in die Ausfallvergütung?

Viele Anlagen­be­treiber stellen sich die Frage, wie schnell der Wechsel in die Ausfall­ver­gü­tung erfolgt. Im Grunde kann die Ausfall­ver­gü­tung kurzfristig beim Netzbe­treiber beantragt werden. Dabei entspricht der gesamte Melde­pro­zess bis zur Auszah­lung der Ausfall­ver­gü­tung den Vorgaben der Bundes­netz­agentur (vgl. Beschluss BK6-14-110). Ähnlich wie bei der Direkt­ver­mark­tung ist der Wechsel in bzw. aus der Ausfall­ver­gü­tung nur zum Monats­ersten möglich. Hierfür muss das Melde­for­mular bis zum fünft­letzten Werktag des Vormo­nats beim Netzbe­treiber vorliegen. Beispiels­weise sollte die Anmel­dung in die Ausfall­ver­gü­tung bis zum 25. Februar 2020 erfolgen, sofern ein Wechsel zum 01. März 2020 erwünscht ist. Folglich lässt sich die Ausfall­ver­gü­tung im Gegen­satz zur Direkt­ver­mark­tung kurzfris­tiger umsetzen. Welche Fristen für die Anmel­dung in die Direkt­ver­mark­tung gelten, können Sie im Artikel “Fristen in der Strom Direkt­ver­mark­tung” nachlesen.

Wie berechnet sich die Ausfallvergütung?

Die Berech­nung der „Einspei­se­ver­gü­tung in Ausnah­me­fällen“ (§38 Abs. 2 EEG) lautet wie folgt:

Höhe der Einspei­se­ver­gü­tung = 0,8 * anzule­gender Wert

Wie der Berech­nung zu entnehmen ist, beträgt die Höhe der Ausfall­ver­gü­tung 80 Prozent der anzule­genden Werte. Da sich die Einspei­se­ver­gü­tung um 20 Prozent verrin­gert, ist im Vergleich zur Direkt­ver­mark­tung zeitweilig mit einem finan­zi­ellen Defizit zu rechnen.

Welche Änderungen gibt es seit dem EEG 2017 für die Ausfallvergütung?

Laut EEG 2014 konnten Anlagen­be­treiber bei Bedarf und ohne weitere Voraus­set­zungen von der Ausfall­ver­gü­tung profi­tieren, garan­tiert für 20 Jahre inklu­sive des Inbetrieb­nah­me­jahrs. So galt die „Einspei­se­ver­gü­tung in Ausnah­me­fällen“ als wirtschaft­lich profi­ta­bles Schlupf­loch, insbe­son­dere bei Anlagen mit hohem Eigen­ver­brauch. Aller­dings ist seit dem EEG 2017 der zeitliche Rahmen der Ausfall­ver­gü­tung stärker begrenzt. Inzwi­schen können Anlagen­be­treiber die Ausfall­ver­gü­tung höchs­tens 3 aufein­an­der­fol­gende Monate und maximal 6 Monate pro Kalen­der­jahr in Anspruch nehmen. Sobald einer der genannten Zeiträume überschritten wird, wird ledig­lich der Markt­wert, d.h. der durch­schnitt­liche Börsen­preis, ausge­zahlt. Auf diese Weise soll die Ausfall­ver­gü­tung nur als Übergangs­lö­sung dienen und die Direkt­ver­mark­tungs­pflicht nicht dauer­haft umgangen werden.

Sie suchen einen Direkt­ver­markter oder wollen Strom zum Börsen­preis beziehen? Kontak­tieren Sie uns.
Pierre Fees, Head of Sales 

Wie hilfreich war dieser Artikel? 

Zum Bewerten auf die Sterne klicken 

Durch­schnitt­liche Bewer­tung 5 / 5. Anzahl Bewer­tungen: 7

Noch keine Bewer­tung, sei der Erste! 

Virtuelles Kraftwerk der EnBW

Virtuelles Kraftwerk der EnBW

Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW verbindet Erzeuger und Verbraucher von erneuerbarer Energie mit Märkten und Möglichkeiten der Digitalisierung. Hierfür stellen wir als digitale Plattform Lösungen für eine dezentrale, digitale und sektorübergreifende Energiewelt zur Verfügung. Ziel ist es, den Energiebedarf und die Energieerzeugung optimal aufeinander abzustimmen und je nach Stromangebot und -nachfrage flexibel zu steuern.
Newsletter abonnieren
und mehr erfahren
Diese Themen könnten Sie interessieren:
Windenergie: Wissen und Details -Teaserbild
Wissen über Erneuerbare Energien
Windenergie

Lesezeit: 8 Minuten Was ist Windenergie? Unter Windenergie versteht man die Nutzung der Bewegungs­en­ergie von Luftströ­mungen zur Erzeu­gung elektri­scher Energie. Die kineti­sche Energie der Luftmassen entsteht durch die

Jetzt lesen
Wissen über Erneuerbare Energien
Wind­kraftanlage

Lesezeit: 1 minute Die Windenergie, auch Windkraft genannt, nutzt den Wind als erneu­er­bare Energie­quelle. Schon vor langer Zeit nutzte der Mensch Windmühlen, um Maschinen direkt vor Ort anzutreiben.

Jetzt lesen