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Virtuelles Kraftwerk

Lesezeit: 2 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Ein Virtuelles Kraftwerk kann als Schwarm dezentraler Stromerzeuger betrachtet werden. Das bedeutet, dass sich kleine dezentrale Einheiten der Stromerzeugung zusammenschalten und über eine zentrale Instanz koordiniert und kontrolliert werden. Diese Stromerzeugungsanlagen können Photovoltaikanlagen (PV), Wasserkraftanlagen, Windenergieanlagen, Biogasanlagen oder Blockheizkraftwerke sein. Ein Virtuelles Kraftwerk ersetzt somit Großkraftwerke und gewährleistet eine verlässliche Stromversorgung.

Effizienz von Virtuellen Kraftwerken

Durch die Zusammenschaltung einzelner Anlagen kann ein Virtuelles Kraftwerk Synergien nutzen. Wenn beispielsweise eine PV-Anlage und eine Windenergieanlage zu einem Virtuellen Kraftwerk verknüpft werden, kann der Solarstrom genutzt werden, wenn kein Wind weht und umgekehrt. Wenn beide Anlagen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, kann die überschüssige Energie gespeichert werden.

Sollte jedoch weder Wind wehen noch die Sonne scheinen, wird weniger Energie in das Virtuelle Kraftwerk eingespeist. Aus diesem Grund sind Stromerzeugungsanlagen mit regelbaren Energieträgern (Biogasanlagen, Wasserkraft- und Blockheizkraftwerke) genauso wichtig wie die mit volatilen Energieträgern (PV-Anlagen, Windkraftanlagen). Je mehr Anlagen sich zusammenschließen, desto effizienter ist das Virtuelle Kraftwerk.

Fernsteuerbarkeit als Voraussetzung zur Teilnahme am Virtuellen Kraftwerk

Virtuelle Kraftwerke sind sehr flexibel, da sie sich schnell an die vorhandene Strommenge im Netz anpassen können. Dadurch kann der erzeugte Strom optimal an der Strombörse angeboten werden. Die Strompreise ändern sich täglich mehrmals. Diese Flexibilität unterscheidet Virtuelle Kraftwerke von Großkraftwerken, die dafür auf technischer Seite nicht gut genug ausgestattet sind.

Um diese Flexibilität zu gewährleisten, ist eine Fernsteuerbarkeit der Anlagen notwendig und auch Pflicht für Anlagenbetreiber.

Virtuelle Kraftwerke als Teil der Industrie 4.0

Durch die Entwicklung der Virtuellen Kraftwerke mit ihren integrierten komplexen Technologien hat sich die Energiewirtschaft bedeutend verändert. Mit Datenverbindungen der dezentralen Anlagen zum virtuellen Kraftwerk können nicht nur Steuerungsmöglichkeiten geschaffen, sondern auch exakte Energieprognosen für den Stromhandel aufgestellt werden. So kann Strom genau dann verkauft werden, wenn die Nachfrage am höchsten ist und genau dann verbraucht werden, wenn er an der Börse am günstigsten ist. Für Stromverbraucher ist dieser Prozess kostensparend und für Anlagenbetreiber gewinnbringend. Die Software des Virtuellen Kraftwerks wickelt außerdem Aufgaben in der Anbahnung und Durchführung für Geschäfte des Stromhandels ab.

Mit den Virtuellen Kraftwerken liegt die Energieversorgung in den Händen der Gesellschaft. Die Energiewende wird somit von Menschen für Menschen vorangetrieben. Virtuelle Kraftwerke sind die Lösung für eine konventionelle, umweltfreundliche Energiewelt.

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