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PPA: Preis­bil­dung, Weg & Vertrags­re­ge­lungen

Lesezeit: 4 Minuten
Power Purchase-Agreement (PPA) Teaserbild

Power Purchase Agree­ments, kurz PPAs, sind in aller Munde und schon heute für zahlreiche Anlagen­be­treiber und Projek­tierer von hoher Relevanz. Unsere beiden Experten Florian Vetter und Alexa Münz haben das Thema kürzlich in unserem Webinar genau unter die Lupe genommen und Fragen rund um die Strom­lie­fer­ver­träge beant­wortet. Die wichtigsten Punkte haben wir nochmal für Sie zusam­men­ge­fasst.

Das letzte Jahr vor der erwar­teten Post-EEG-Welle ist angebro­chen. Wenn 2021 die ersten Anlagen für erneu­er­bare Energie­quellen am Ende ihres Förde­rungs­zeit­raumes angekommen sind, bieten PPAs eine Option für den wirtschaft­li­chen Weiter­be­trieb der Anlagen. Doch auch für Neuan­lagen, die ohne Inanspruch­nahme von EEG-Förder­gel­dern gebaut werden sollen, sind PPAs höchst relevant.

In unserem ausführ­li­chen Wissens­ar­tikel zum Thema “Power-Purchase-Agree­ments” haben wir bereits einen umfas­senden Einblick in das Thema PPA gegeben:

  • Was sind PPAs überhaupt?
  • Welche Arten gibt es?
  • Welche Parteien sind invol­viert?
  • Wie sind die jewei­ligen Vertrags­lauf­zeiten?
  • Welche Vor- und Nachteile müssen betrachtet werden?

In diesem Blogbei­trag sollen insbe­son­dere die drei Themen Preis­bil­dung, der Weg zum PPA und was im PPA zu regeln ist, beleuchtet werden.

Wie bildet sich der PPA-Preis einer Anlage?

Zunächst muss der eigent­liche Markt­wert der Anlage ermit­telt werden. Dies geschieht, indem von den zukünf­tigen Termin­markt­preis­er­war­tungen die Profil­wer­tig­keit, sprich der Wert des einge­speisten Stroms der Anlage im Vergleich zum monat­li­chen Monats­markt­wert, abgezogen wird. Bei einem Photo­vol­taik-Park, der nach Süden ausge­richtet wurde, ist beispiels­weise davon auszu­gehen, dass die Profil­wer­tig­keit geringer ist als bei einer Anlage mit Ost-West Ausrich­tung.

Von diesem Markt­wert der Anlage werden schließ­lich Kosten für die Vermark­tung, die Anlagen­bi­lan­zie­rung sowie kalku­la­to­ri­sche Sicher­heiten für langfris­tige Wetter­ri­siken abgezogen. Folglich ergibt sich für uns der Wert der Erzeu­gung einer Anlage.
Die gute Nachricht: es kommt noch was oben drauf. Da die Strom­lie­fe­rung i.d.R. aus zwei Kompo­nenten besteht, nämlich der Liefe­rung des Stroms und der zugehö­rigen Grünstrom­ei­gen­schaft, werden die Herkunfts­nach­weise auch zusätz­lich bepreist und auf dem Gesamt­preis addiert. Im Anschluss wird noch das langfris­tige Preis­ri­siko ermit­telt und abgezogen. Dies gewähr­leistet, dass der Festpreis über den langen Zeitraum gegeben werden kann und zusätz­lich eine Sicher­heit gegen zu erwar­tende Preis­schwan­kungen am Markt bietet. Aus all diesen Faktoren ergibt sich am Ende der finale PPA-Preis.

Als Alter­na­tive zum Festpreis, können insbe­son­dere Post-EEG Anlagen flexibel auf Basis von Spotpreisen oder Monats­markt­werten vergütet werden. Dies führt zu gerin­geren Risiken und Verpflich­tungen der Vertrags­partner.

Wie gestaltet sich der Weg zu einem PPA?

Aufgrund der Komple­xität der langfristen Verträge, unter­scheidet sich die Angebots­le­gung von unseren bishe­rigen Produkten. Aus diesem Grund haben wir für Sie einen übersicht­li­chen Prozess entwi­ckelt, der die Schritte von erster Kontakt­auf­nahme bis zum finalen Liefer­be­ginn struk­tu­riert wieder­gibt.

Welche Punkte müssen in einem PPA geregelt werden?

1. Vertrags­ge­gen­stand

Im Mittel­punkt des Vertrags steht die Erzeu­gungs­an­lage. Um den PPA-Preis bestmög­lich zu berechnen und gleich­zeitig viele Risiken auszu­schließen, werden einige Daten benötigt, die wichtigsten davon sind die Stamm­daten wie u.a. Standort, Anlagen­technik und Ausrich­tung. Bei Post-EEG Anlagen können histo­ri­sche Daten sowohl zu einer verbes­serten Preis­kal­ku­la­tion führen als auch erste Hinweise zur Feststel­lung von Anlagen­pro­blemen oder Wartungs- und Instand­hal­tungs­maß­nahmen liefern.
Neben der Strom­lie­fe­rung aus den vertrags­ge­gen­ständ­li­chen Erzeu­gungs­an­lagen sind die dazuge­hö­rigen Herkunfts­nach­weise Gegen­stand des Vertrags.

2. Rahmen­daten

Unter die Rahmen­daten fällt u.a. die Festle­gung der gewünschten Vertrags­lauf­zeit, der Versi­che­rungs­um­fang der Erzeu­gungs­an­lage, bei Neuan­lagen der Infor­ma­ti­ons­fluss zwischen Vertrags­un­ter­zeich­nung und erstma­liger Strom­lie­fe­rung sowie der Umgang mit Fristen. Insbe­son­dere bei langen Vertrags­bin­dungen müssen die Pflichten der Vertrags­partner klar geregelt sein, aber auch für unvor­her­ge­se­hene Ereig­nisse muss der Vertrag für alle Betei­ligten eine faire Absiche­rung darstellen.

3. Meldungen

Der Infor­ma­ti­ons­fluss zwischen den Vertrags­part­nern ist vor und während der vertrag­li­chen Liefer­zeit von großer Bedeu­tung. Bei Neubau­pro­jekten müssen schon während der Geneh­mi­gungs- und Bauphase Daten übermit­telt werden, da es bereits vor Beginn der Liefe­rung zu Abwei­chungen vom erwar­teten Zeitplan kommen kann. Während der Liefer­zeit spielen insbe­son­dere Meldungen über geplante und ungeplante Nicht­ver­füg­bar­keiten eine wichtige Rolle.

4. Anlagen­steue­rung

In Zeiten großer Einspei­se­mengen von EE-Anlagen kommt es immer häufiger zu stark schwan­kenden Börsen­preisen, nicht selten sind diese auch negativ. Dieses Preis­ri­siko muss in einem PPA berück­sich­tigt werden, gleicher­maßen wie Folgen von Reduzie­rungs­maß­nahmen des zustän­digen Netzbe­trei­bers.
Voraus­set­zung für die Anlagen­steue­rung ist die Fernsteu­er­bar­keit der Erzeu­gungs­an­lage.

5. Sicher­heits­kon­zept

Bei Erneu­er­bare-Energien-Projekten kommt es häufig zu hohen Inves­ti­ti­ons­summen. Umso wichtiger ist es, dass der Investor über ein langfris­tiges Finan­zie­rungs­kon­zept und ausrei­chend Sicher­heiten (z.B. in Form einer Bankbürg­schaft) verfügt.
Jedoch spielt für die Bank auch ein gutes Credit-Rating des Direkt­ver­mark­ters eine entschei­dende Rolle. Wir als EnBW können uns mit einem solchen guten Rating sowie der langjäh­rigen, vertrauten Zusam­men­ar­beit mit den Banken auszeichnen, wodurch diese gerne auf die Zusam­men­ar­beit mit uns als Partner setzen.

Sie sind an PPAs inter­es­siert? Dann schreiben Sie uns!

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Ines Lemberger

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