Skip to content

Energy-Only-Market

Lesezeit: 2 Minuten

Was ist der Energy-Only-Market?

In Deutsch­land gibt es unter­schied­liche Möglich­keiten, um Strom zu kaufen und zu verkaufen. Es gibt zwei Markt­plätze für den Strom­handel, den Termin­markt (EEX) in Leipzig und den Spotmarkt (EPEX Spot) in Paris. Der Spotmarkt lässt sich weiterhin in die Day-Ahead-Auktion, die Intrada-Eröff­nungs­auk­tion und den konti­nu­ier­li­chen Intraday-Handel unter­teilen. Folglich wird im EOM der opera­tive Teil des Strom­marktes abgewi­ckelt. Neben den standar­di­sierten Termin- und Spotmärkten gibt es noch den bilate­ralen Strom­handel, der „Over-the-Counter“ (OTC), also direkt zwischen zwei Markt­teil­neh­mern abgewi­ckelt wird.

Alle diese Märkte sind reine „Energy Only“ Märkte. Es geht auf diesen Markt­plätzen um den Kauf und Verkauf von tatsäch­lich erzeugten Megawatt­stunden (MWh), also nur um die reine Energie und nicht um die Leistungskapazität.

Was ist der Unter­schied zwischen dem Energy-Only-Markt und dem Kapazitätsmarkt?

Anders als bei einem EOM werden auf einem Kapazi­täts­markt die Kraft­werks­be­treiber bereits für die Vorhal­tung und Bereit­stel­lung der Erzeu­gungs­leis­tung des Kraft­werks entlohnt.

Auf einem Kapazi­täts­markt wird also mit der Leistung in Megawatt (MW) gehan­delt, welche ein Kraft­werk bereit­stellen kann. Dabei spielen die tatsäch­li­chen, physi­ka­li­schen Energie­flüsse im Strom­netz eine zentra­lere Rolle.

Im Energy-Only-Markt werden ausschließ­lich durch den Verkauf von erzeugten Strom­mengen Erlöse erzielt. Das bedeutet, dass nur eine tatsäch­lich erzeugte Megawatt­stunde Strom vergütet wird. Die Bereit­hal­tung elektri­scher Energie wird in einem EOM durch andere Mecha­nismen geregelt, die einem Kapazi­täts­markt nahekommen. Beispiels­weise durch die Ausschrei­bung von Regel­en­ergie über den Regel­en­er­gie­markt oder durch Redis­patch.

Was ist die Zukunft des Energy-Only-Markets?

Der Energy-Only-Markt funktio­niert und trägt mit seinen Strom­börsen zur weiteren Libera­li­sie­rung des Strom­marktes bei. Es tendieren immer mehr europäi­sche Länder dazu, ihren Strom­markt als einen EOM zu designen – denn dieses Strom­markt­de­sign treibt die Energie­wende voran.

Wie? Durch die Fokus­sie­rung auf das Grund­prinzip des freien Marktes – Angebot und Nachfrage –ist der EOM effizient und fördert somit die flexible und bedarfs­ori­en­tierte Strom­erzeu­gung sowie das Reduzieren von Überka­pa­zi­täten. So können beispiels­weise ungenutzte Erzeu­gungs­ka­pa­zi­täten abgebaut und somit hohe Unter­halts­kosten verrin­gert werden. Die Strom­erzeuger stehen vermehrt unter Preis­druck und müssen versu­chen, wirtschaft­lich zu bleiben: Anders als im Kapazi­täts­markt bekommen Kraft­werks­be­treiber nicht die Kraft­werks­ka­pa­zität vergütet und verlieren daher zuneh­mend ihre Monopol­stel­lung. Das Erneu­er­bare-Energien-Gesetz (EEG) legt darüber hinaus die bevor­zugte Einspei­sung von Strom aus erneu­er­baren Energie­quellen fest (z.B. aus Windenergie, Photo­vol­taik oder Wasser­kraft). Bei zu wenig Strom im Energie­system, steigen die Strom­preise an den Handels­märkten (insbe­son­dere am Spotmarkt). In der Folge werden Kraft­werke in einem EOM nach dem Merit-Order Prinzip aktiviert.

Dennoch gibt es vermehrt Diskus­sionen über eine Änderung dieses Markt­de­signs. Beschwerden werden einer­seits laut, da die Erneu­er­baren Energien (teils durch die EEG-Umlage) preis­güns­tiger sind und somit den konven­tio­nellen Kraft­werken die Chancen am Markt erschweren. Ein weiterer Kritik­punkt begründet sich aus der Sorge um die Versor­gungs­si­cher­heit: Strom aus erneu­er­baren Energie­quellen ist von den Witte­rungs­ver­hält­nissen und der Tages­zeit abhängig. Betreiber konven­tio­neller, witte­rungs­un­ab­hän­giger Kraft­werke werden aller­dings aufgrund des Markt­de­signs immer weniger Strom stellen können. Wenn konven­tio­nelle Kraft­werke vom Netz gehen, stehen Sie in Zeiten, in denen wenig Energie durch erneu­er­bare Energien erzeugt wird, nicht mehr zur Stabi­li­sie­rung des Strom­netzes zur Verfügung. 

Dem kann aller­dings das Grund­prinzip der Innova­ti­ons­för­de­rung in einem EOM entge­gen­ge­halten werden. Denn, wenn bereits die bloße Bereit­stel­lung von Kapazität für eine Vergü­tung ausreicht, besteht keine Notwen­dig­keit für Innova­tion und die konven­tio­nellen Kraft­werke werden weiterhin so betrieben wie bisher.

Wir vermarkten Ihre erzeugte Energie optimal an der Börse 

Mehrerlöse auch für Biogasanlagen 

Wie hilfreich war dieser Artikel? 

Zum Bewerten auf die Sterne klicken 

Durch­schnitt­liche Bewer­tung 5 / 5. Anzahl Bewer­tungen: 11

Noch keine Bewer­tung, sei der Erste! 

Virtuelles Kraftwerk der EnBW

Virtuelles Kraftwerk der EnBW

Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW verbindet Erzeuger und Verbraucher von erneuerbarer Energie mit Märkten und Möglichkeiten der Digitalisierung. Hierfür stellen wir als digitale Plattform Lösungen für eine dezentrale, digitale und sektorübergreifende Energiewelt zur Verfügung. Ziel ist es, den Energiebedarf und die Energieerzeugung optimal aufeinander abzustimmen und je nach Stromangebot und -nachfrage flexibel zu steuern.
Newsletter abonnieren
und mehr erfahren
Diese Themen könnten Sie interessieren:
Windenergie: Wissen und Details -Teaserbild
Wissen über Erneuerbare Energien
Windenergie

Lesezeit: 8 Minuten Was ist Windenergie? Unter Windenergie versteht man die Nutzung der Bewegungs­en­ergie von Luftströ­mungen zur Erzeu­gung elektri­scher Energie. Die kineti­sche Energie der Luftmassen entsteht durch die

Jetzt lesen
Wissen über Erneuerbare Energien
Wind­kraftanlage

Lesezeit: 1 minute Die Windenergie, auch Windkraft genannt, nutzt den Wind als erneu­er­bare Energie­quelle. Schon vor langer Zeit nutzte der Mensch Windmühlen, um Maschinen direkt vor Ort anzutreiben.

Jetzt lesen