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Libera­li­sie­rung

Lesezeit: 3 Minuten

Was ist die Libera­li­sie­rung des Strom­marktes & Energiemarktes?

Als Libera­li­sie­rung des Strom­marktes wird der Vorgang bezeichnet, wenn freier Wettbe­werb im Zuge der Strom­erzeu­gung und des Strom­han­dels geschaffen wird. Somit wird der Markt für eine Vielzahl an unter­schied­li­chen Anbie­tern geöffnet. Bestehende Monopol­stel­lungen im Trans­port und in der Vertei­lung von Strom und Gas werden dabei abgeschafft. Libera­li­sie­rung fördert also eine höhere Anzahl an Energie­an­bie­tern, was wiederum dazu führen soll, dass die Markt­ak­teure ihre Geschäfts­mo­delle überdenken bzw. optimieren, um sich im Wettbe­werb behaupten zu können. 

Wie kam es zur Libera­li­sie­rung des Strom­marktes in Deutschland? 

Bis kurz vor der Jahrtau­send­wende wurde der Energie­markt in Deutsch­land von staat­li­cher Seite aus geregelt. Die erfolg­reiche Libera­li­sie­rung des Telekom­mu­ni­ka­ti­ons­sek­tors kurz vorher fungierte dann schließ­lich als Vorbild für den Energie­markt und dessen libera­lis­ti­sche Bemühungen. Mit der Öffnung bzw. Libera­li­sie­rung des Energie­marktes versprach man sich ein Ende der bishe­rigen Monopol­stel­lung von Energie­riesen durch das Aufkommen neuer Strom­an­bieter. Im gleichen Zuge sollte dadurch der Wettbe­werb zwischen den nun zahlrei­chen Anbie­tern geför­dert werden, was zu sinkenden Energie­preisen und Innova­tionen im Bereich der Strom­erzeu­gung führen sollte.

Der Start­schuss für die Libera­li­sie­rung des Strom­marktes wurde schließ­lich im April 1998 mit dem Gesetz zur Neure­ge­lung des Energie­wirt­schafts­rechts gelegt. Anfangs erfüllten sich die damit einher­ge­henden Hoffnungen auch größten­teils: Nach der Öffnung des Energie­marktes kamen einige neue Energie-Akteure ins Spiel. Verbrau­cher haben seitdem die „Qual der Wahl“ – dank der Libera­li­sie­rung können sie ihren Strom­an­bieter schließ­lich ab dem Zeitpunkt frei wählen. Die “Lebens­dauer” der zahlrei­chen Energie-Akteure war aller­dings zu Beginn oftmals nur von geringer Dauer.

Die unglei­chen Verhält­nisse und Bedin­gungen rund um den Zugang zum Strom­netz haben mit dazu geführt, dass diese Energie­pio­niere von damals heute größten­teils wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Um eine bessere Chancen­gleich­heit zu gewähr­leisten, wurde schließ­lich 2005 die Bundes­netz­agentur ins Leben gerufen. Diese unabhän­gige Regulie­rungs­be­hörde hat seitdem die Aufgabe dafür zu sorgen, dass im Wettbe­werb allen Strom­an­bie­tern Zugang zu Versor­gungs­netzen ermög­licht wird.

Die Hoffnungen in Bezug auf sinkende Strom­preise wurden auch relativ schnell im Keim erstickt: Durch die Libera­li­sie­rung des Energie­marktes kam es zu einer verän­derten Zusam­men­set­zung des Strom­preises. Bislang ergaben der Energie­preis, Netzent­gelte und die Umsatz­steuer zusam­men­ge­fasst den Strom­preis, aller­dings werden jetzt zusätz­lich auch eine Menge an staat­li­chen Abgaben und Umlagen mit abgerechnet. Somit ist Strom heutzu­tage in etwa doppelt so teuer wie vor der Liberalisierung.

Welche Vorteile hat die Libera­li­sie­rung des Strom­marktes & Energiemarktes?

Die Libera­li­sie­rung begüns­tigt den Aufstieg erneu­er­barer Energie­quellen: Mithilfe dynami­scher Prognose- und Handels­pro­zesse kann effizient und flexibel im Zuge der volatilen Strom­erzeu­gung agiert und reagiert werden. Durch die Möglich­keit Strom an der Strom­börse im Viertel­stunden-Raster zu handeln kann eine hohe Überein­stim­mung zwischen Energie­ein­spei­sung (bspw. durch eine PV-Anlage) und der Energie­ent­nahme (bspw. durch einen Energie­ver­brau­cher) erreicht werden. So können Angebot und Nachfrage optimal ausba­lan­ciert werden.

Zudem ist der Strom­markt durch die Libera­li­sie­rung um eine Vielzahl an Akteuren gewachsen. Diese Tatsache führt wiederum zu einer besseren Markt­li­qui­dität. Dabei verfügt das Markt­vo­lumen über eine ausrei­chende Größe für viele Akteure und animiert zudem zu regen Handels­ak­ti­vi­täten. Strom kann im Zuge dessen also gehan­delt werden, ohne dass verein­zelte Trans­ak­tionen einen größeren Einfluss auf den Markt­preis ausüben können.

Wie geht es mit der Libera­li­sie­rung des Strom­marktes & Energie­marktes weiter? 

Flexi­bi­lität bei der Strom­erzeu­gung und beim -verbrauch wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Analog dazu stellt die Ausge­stal­tung und Libera­li­sie­rung der Märkte eine wichtige Kompo­nente dar. Im Zuge dessen ist es demnach von großer Bedeu­tung, dass die techno­lo­gi­sche Entwick­lung sowie die Schaf­fung von Rahmen­be­din­gungen für neue Geschäfts­mo­delle, wie etwa Demand Side Manage­ment, ebenfalls Schritt halten können mit den Bemühungen im Prozess der Energie­wende. Das grund­le­gende Ziel ist hierbei, die adäquate Gestal­tung des Strom­marktes: Der steigende Anteil an Strom aus Erneu­er­baren Energien soll bestmög­lich in den bestehenden Energiemix integriert werden.

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Pierre Fees, Head of Sales 

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