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Strom Termin­markt

Lesezeit: 2 Minuten
Strom Terminmarkt Wissensbeitrag Teaserbild

Was ist der Strom Termin­markt?

Erzeugter Strom wird entweder auf dem Strom Spotmarkt oder auf dem Termin­markt vermarktet. Die Unter­schei­dung der beiden Märkte liegt darin, dass auf dem Spotmarkt nur kurzfris­tige Strom­mengen gehan­delt werden. Dies umfasst alle Geschäfte, welche direkt am nächsten Tag (Day-Ahead) oder am selben Tag (Intraday) physisch erfüllt werden. Hingegen werden auf dem Termin­markt haupt­säch­lich die Kapazi­täten von Kraft­werken vermarktet. Das erfolgt in fest definierten, standar­di­sierten Produkten in einem konti­nu­ier­li­chen Handel. Das bedeutet, dass Strom für die nächsten Monate, Quartale oder sogar Jahre gekauft und verkauft werden kann. Jeder dieser Zeiträume wird als ein einzelnes Produkt gesehen und heißt „Future”, da die Strom­mengen in die Zukunft gehan­delt werden.

Die kleinste Strom­ein­heit, die in einem Termin­markt­ver­trag erworben werden kann, ist 1 MW. Das bedeutet, dass der Käufer bei einem Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr, eine Strom­lie­fe­rung in Höhe von 1 MW für 8760 Stunden – in einem Schalt­jahr für 8784 Stunden – zu einem festen Preis bekommen würde. Schließt er hingegen einen Vertrag nur für den Monat Januar, bekäme er nur in 744 Stunden Strom gelie­fert.

Verkäufer sind in der Regel Strom­erzeuger und Käufer vor allem Strom­an­bieter, die den Strom an ihre Endkunden weiter vertreiben. Zusätz­lich nutzen auch große Unter­nehmen – die beson­ders viel Strom verbrau­chen – den Zugang zum Termin­markt, um direkt von den Erzeu­gern Strom zu kaufen. So können sie die benötigten Strom­mengen zu einem festen Preis einkaufen und langfristig planen.

Der Handels­platz für den Termin­markt ist die EEX Energie­börse mit Sitz in Leipzig.

Was ist der Unter­schied zwischen Base und Peak beim Strom Termin­markt?

Einen Termin­markt­ver­trag kann man als „Base” oder „Peak” erwerben bzw. verkaufen. Base bezeichnet dabei eine konti­nu­ier­liche Strom­be­lie­fe­rung, bei der jede 15 Minuten dieselbe Leistung an Strom gelie­fert wird. Bei einem Peak-Kontrakt wird die gleiche Strom­menge durch­ge­hend von Montag bis Freitag von 8–20 Uhr gelie­fert. Außer­halb dieser Uhrzeiten und an Wochen­enden erfolgt bei einem reinen Peak-Kontrakt keine Strom­lie­fe­rung.

Diese beiden Kontrakt-Arten können jedoch auch kombi­niert werden, um einen Lastver­lauf von Strom­ab­neh­mern oder großen Indus­trie­kunden mit RLM-Zähler möglichst gut nachzu­bilden.

Strom Terminmarkt: Base und Peak
Strom Termin­markt: Base und Peak

Welche Vor- und Nachteile bietet der Strom Termin­markt?

Für Akteure, die eine große Menge an Strom verbrau­chen, können Termin­markt­ver­träge von Vorteil sein. Mit solchen Verträgen kann der Käufer frühzeitig seinen Bedarf für die Zukunft decken und somit langfristig mit fixen Strom­kosten planen. Schließt er einen Termin­markt­ver­trag ab, so ist er für die angege­bene Dauer abgesi­chert. Außerdem kann er eine Kombi­na­tion aus Base- und Peak-Kontrakten wählen und so seinen Bedarf an Strom­mengen optimal einkaufen.

Aller­dings gehen durch die langfris­tige Betrach­tung am Termin­markt auch Chancen auf Preis­op­ti­mie­rung verloren. Der Termin­markt ist immer eine Einschät­zung, wie sich Angebot und Nachfrage am Strom­markt entwi­ckeln werden und welcher Preis dann am Ende kurzfristig im Spotmarkt tatsäch­lich gehan­delt wird. Umso weiter man in der Zukunft Strom am Termin­markt beschafft, umso mehr Unsicher­heit in der Preis­er­war­tung ist gegeben. Kauft man also für das übernächste Jahr einen Termin­markt­ver­trag, so kann er ein paar Monate später günstiger oder teurer sein. Leider ist man dann an den Vertrags­preis für ein Jahr lang gebunden – das kann für den Käufer ärger­lich sein und zu einem Nachteil führen.

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