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Strom­spei­cher Kosten: Welche Kosten für PV-Speicher fallen an?

Lesezeit: 6 Minuten

Die Anzahl der instal­lierten Strom­spei­cher in Deutsch­land nimmt schon seit einigen Jahren deutlich zu und dabei wird die Technik immer ausge­feilter. Doch welche Kosten fallen für einen Strom­spei­cher aktuell an? In diesem Blogar­tikel erklären wir, welche Faktoren maßgeb­lich die Kosten für einen Strom­spei­cher beein­flussen und geben hilfreiche Praxis-Tipps, wie Sie diese Kosten reduzieren können.

Wofür fallen bei einem Strom­spei­cher Kosten an?

Mit der Anschaf­fung eines Strom­spei­chers sind einige Kosten verbunden. Neben Anschaf­fungs­kosten und Kosten für den Einbau des Speichers, fallen auch laufende Kosten an, die bei der Kosten­kal­ku­la­tion nicht unbeachtet bleiben sollten. Dazu zählen beispiels­weise Kosten für den laufenden Betrieb und für die Wartung der Anlage. Sollen Strom­spei­cher in ihrem Preis mitein­ander vergli­chen werden, sollten daher immer alle mögli­chen anfal­lenden Kosten betrachtet werden. Denn es ist durchaus möglich, dass die Anschaf­fungs­kosten eines Modells höher sind, jedoch andere Faktoren günstiger. Auch die techni­schen Parameter des einen Modells gegen­über einem anderen können deutlich besser sein und sich aufgrund einer höheren nutzbaren Speicher­ka­pa­zität, z.B. mehr Kilowatt­stunden Strom, speichern lassen. Bei der Anschaf­fung eines Strom­spei­chers ist es beson­ders wichtig, den Vorteil einer Speiche­rung gegen­über der Einspei­sung des Stroms ins Netz abzuwägen. Als Bezugs­größe kann daher der Preis pro gespei­cherte Kilowatt­stunde hinzu­ge­zogen werden.

Als wichtige Faktoren, die die Kosten des Strom­spei­chers beein­flussen, lassen sich also folgende festhalten:

Wie hoch sind die Strom­spei­cher Kosten für die Anschaffung?

Der Anschaf­fungs­preis eines Strom­spei­chers hängt stark von der Größe des Speichers, der mögli­chen Leistung und der Speicher­tech­no­logie ab. So lassen sich sowohl Blei- als auch Lithium-Ionen-Strom­spei­cher verwenden. Auf den ersten Blick scheinen die bleiba­sierten Speicher günstiger, doch unter Betrach­tung der Anzahl an Vollzy­klen­zahl, Lebens­dauer und zuläs­sigen Entla­de­tiefe des Speichers lässt sich feststellen, dass sich Blei- und Lithium-Ionen-Strom­spei­cher in Bezug auf die gespei­cherte Energie preis­lich kaum vonein­ander unter­scheiden. Je nach Speicher­ka­pa­zität müssen zwischen 5.000 und 30.000 Euro für die Anschaf­fung eines Strom­spei­chers einge­rechnet werden. Jedoch sagt der allei­nige Anschaf­fungs­preis des Speicher­sys­tems wenig über die letzt­end­li­chen Kosten aus. Um diese näher zu bestimmen, sollte vielmehr der Preis pro Kilowatt­stunde Speicher­ka­pa­zität betrachtet werden. 

Wie hoch sind die Strom­spei­cher Kosten für den Einbau?

Nach der Anschaf­fung des Speichers muss dieser fachge­recht montiert werden. So fallen also auch für den Einbau je nach Aufwand, abhängig von Komple­xität, von Verka­be­lungen und von Kalibrie­rung, einige Kosten an. Beispiels­weise muss bei einer Strom­spei­cher Nachrüs­tung häufig der Wechsel­richter ausge­tauscht werden, was sich wiederum in den Kosten wider­spie­gelt. Die genauen Kosten für den Einbau eines Strom­spei­chers sind also abhängig von zahlrei­chen indivi­du­ellen Faktoren. Es lässt sich jedoch festhalten, dass eine fachge­rechte Instal­la­tion je nach Aufwand zwischen 800 und 3.000 Euro liegt. In seltenen Einzel­fällen kann der Einbau auch bis zu 4.000 Euro kosten, wenn beispiels­weise Sonder­wün­sche oder ein ungewöhn­li­cher Aufwand vorliegen.

Wie hoch sind die Strom­spei­cher Kosten für den Betrieb?

Die Kosten eines Strom­spei­chers beziehen sich nicht allein auf die reinen Anschaf­fungs- und Instal­la­ti­ons­kosten, sondern umfassen auch laufende Kosten, die bei der Inves­ti­tion nicht vergessen werden sollten. Unter die laufenden Kosten fallen primär die Kosten für die Versi­che­rung. Die Jahres­bei­träge für diese variieren je nach Größe des Speichers. Einige Versi­che­rungen können auch für PV-Anlage und Strom­spei­cher gleich­zeitig abgeschlossen werden. Dann orien­tieren sich die Kosten an der Anlagen­größe. Doch auch die Inspek­tion und Wartung des Speichers fallen unter die Betriebs­kosten. Weiter unten erfahren Sie, welche Faust­formel für den groben Richt­wert der Betriebs­kosten Ihres Strom­spei­chers verwendet werden kann. 

Wie hoch sind die Strom­spei­cher Kosten für die Wartung?

Unter die laufenden Kosten eines Strom­spei­chers fallen neben der Versi­che­rung auch Kosten für Inspek­tionen und die Wartung des Speichers. Wie teuer die Wartung ist, wird von den meisten Herstel­lern nicht angegeben und orien­tiert sich maßgeb­lich an der Größe des Speichers. Als Faust­regel lässt sich jedoch festhalten, dass etwa 1 bis 2 % der Inves­ti­ti­ons­kosten pro Jahr für die Wartung des Strom­spei­chers einge­plant werden können. In diese Rechnung sind bereits Versi­che­rungs­kosten einberechnet. 

Wie hoch sind die Strom­spei­cher Kosten pro kWh?

Um die Kosten für einen Strom­spei­cher genauer zu bestimmen, sollte beim Kauf eines Strom­spei­chers auch der Preis pro Kilowatt­stunde Speicher­ka­pa­zität heran­ge­zogen werden. Dieser Wert wird jedoch von vielen Herstel­lern nicht angegeben, lässt jedoch erkennen, ob sich die Inves­ti­tion in einen Strom­spei­cher lohnt oder ob es sinnvoller ist, den überschüs­sigen Strom der PV-Anlage zu vermarkten. Denn ohne einen Strom­spei­cher muss die durch die PV-Anlage erzeugte Energie entweder direkt verbraucht oder ins öffent­liche Netz einge­speist werden. Dieser Wert sollte jedoch nicht nur bei der allge­meinen Abwägung, sondern auch beim Kosten­ver­gleich von unter­schied­li­chen Speichern genau berechnet werden.

Grob lässt sich festhalten, dass je nach Modell mit ungefähr 1.000 bis 1.800 Euro pro Kilowatt­stunde-Speicher­ka­pa­zität geplant werden kann. Ein genauerer Richt­wert lässt sich in nur wenigen Schritten berechnen:

Zunächst müssen die Kosten für die komplette Inves­ti­tion (Anschaf­fungs­kosten und Einbau/Montage) durch die speicher­bare Strom­menge geteilt werden. So kann der Preis für eine gespei­cherte kWh berechnet werden. Bei teuren Anlagen kann dieser bis zu 60 Cent/kWh errei­chen, während günstige Anlagen bei 15 bis 30 Cent/kWh liegen.

Die speicher­bare Strom­menge setzt sich aus der Nennka­pa­zität multi­pli­ziert mit der Anzahl der Vollzy­klen zusammen (Speicher­bare Strom­menge = Nennka­pa­zität * Anzahl Vollzy­klen). Häufig beein­flussen dabei die zuläs­sige Entla­de­tiefe und auch der Wirkungs­grad die technisch nutzbare Kapazität.

Wie werden die Strom­spei­cher Kosten pro kWh berechnet?

Die Rechen­schritte lassen sich in drei Schritte unterteilen:

Berech­nung anhand eines Beispiels

Gegeben sind folgende Werte:

Schritt 1 für die Berech­nung:
Technisch nutzbare Kapazität = Nennka­pa­zität * Entla­de­tiefe in % / 100 * Wirkungs­grad in % / 100
Für unser Beispiel: 9 kWh * 0,8 * 0,9 = 6,48

Schritt 2 für die Berech­nung:
Speicher­bare Strom­menge = Technisch nutzbare Kapazität * Anzahl Vollzy­klen
Für unser Beispiel: 6,48 x 8.000 = 51.840 kWh

Schritt 3 für die Berech­nung:
Spezi­fi­sche Speicher­kosten = Anschaf­fungs­kosten / Speicher­bare Strom­menge
Für unser Beispiel: 15.000 Euro / 51.840 kWh = 0,289 € pro kWh

Das bedeutet: In diesem Beispiel liegen die Kosten für eine gespei­cherte Kilowatt­stunde Strom bei rund 29 Cent.

Wie lassen sich Strom­spei­cher Kosten reduzieren?

Es zeigt sich also, dass die Inves­ti­tion in einen Strom­spei­cher meist mit hohen Kosten verbunden ist. Doch es gibt einige Möglich­keiten, um die Kosten bis zu einem gewissen Grad zu reduzieren. Um die Inves­ti­ti­ons­kosten nicht alleine übernehmen zu müssen, können sowohl Privat­per­sonen als auch Unter­nehmen eine Strom­spei­cher Förde­rung vom Bund, einzelnen Banken und einigen Bundes­län­dern oder Kommunen in Anspruch nehmen. Die Voraus­set­zungen für eine Förde­rung unter­scheiden sich je nach Förder­mo­dell und auch die einzelnen Bundes­länder unter­scheiden sich sowohl bei der Förde­rungs­be­wil­li­gung als auch bei der Förder­höhe teils sehr.

Neben der passenden Förde­rung ist es jedoch vor allem wichtig, die passende Speicher­größe zu wählen. So können zu hohe Inves­ti­ti­ons­kosten aufgrund eines zu großen Strom­spei­chers vermieden werden. Mit nur wenigen Schritten lässt sich ein Richt­wert für die Photo­vol­taik Speicher Größe berechnen. Benötigt werden dazu haupt­säch­lich die Angabe des ungefähren Jahres­strom­ver­brauchs, die Leistungs­größe der PV-Anlage und Angaben über das Verbrauchs­ver­halten, also die Zeiträume, in denen der Strom primär genutzt wird.

Neben diesen Faktoren sollten Strom­spei­cher, ebenso wie die PV-Anlage, regel­mäßig profes­sio­nell gewartet werden. So wird Verschleiß vorge­beugt und der Speicher lebt länger.

Welche Gesamt­kosten fallen für den Strom­spei­cher an?

Die Kosten für einen Strom­spei­cher hängen von vielen Faktoren ab, die sich alle unter­schied­lich teuer auf die Gesamt­kosten auswirken. Die Gesamt­kosten setzen sich aus den Anschaf­fungs- und Instal­la­ti­ons­kosten, sowie den Kosten für den Betrieb und die Wartung zusammen. Zusätz­lich lohnt es sich bei der ersten Kosten­rech­nung einen Blick auf die Kosten pro Kilowatt­stunde Speicher­ka­pa­zität zu werfen.

Gesamt­kosten Beispiel für eine kleine Anlage

Prinzi­piell kosten Strom­spei­cher zwischen 1.000 bis 1.800 Euro pro Kilowatt­stunde-Speicher­ka­pa­zität. Kleine Speicher sind jedoch verhält­nis­mäßig teurer als große Strom­spei­cher. So kosten Strom­spei­cher mit 5 bis 6 kWh Speicher­ka­pa­zität circa 5.000 bis 7.000 Euro in der Anschaf­fung. Angenommen Sie möchten sich einen 5 kWh großen Speicher zulegen, so können Sie von Inves­ti­ti­ons­kosten von circa 6.000 Euro ausgehen.

Zusätz­lich müssen die Kosten für die Instal­la­tion berechnet werden. Diese sind bei kleinen Anlagen meistens weniger teuer als bei großen Anlagen, sodass in diesem Beispiel von einer Summe von 1.000 Euro für die Instal­la­tion ausge­gangen werden kann.

Ausgaben für laufende Kosten wie Versi­che­rung, Instand­hal­tung und Wartung lassen sich mit ein bis zwei % der Inves­ti­ti­ons­kosten pro Jahr berechnen. Für dieses Beispiel wären das dann 140 Euro, die jährlich für Betriebs­kosten anfallen würden.

Somit kommen wir in diesem Beispiel auf Gesamt­kosten von insge­samt 7.000 Euro für die Anlage und Instal­la­tion, zusätz­lich der 140 Euro jährlich.

Gesamt­kosten Beispiel für eine mittlere Anlage

Angenommen Sie instal­lieren einen Speicher mit einer Speicher­ka­pa­zität von 10 kWh, dann kostet dieser durch­schnitt­lich 12.000 Euro, variabel je nach Nennka­pa­zität, Entla­de­tiefe, Anzahl an Vollzy­klen und Wirkungs­grad.Angenommen, die fachliche Instal­la­tion bewirkt aufgrund der Speicher­größe einen Mehrauf­wand, sind die Kosten für den Einbau auf circa 2.000 Euro anzusetzen. In diesem Beispiel kostet die Anlage insge­samt 14.000 Euro. Zusätz­lich kommen noch circa 280 Euro für laufende Betriebs­kosten jährlich hinzu. 

Gesamt­kosten Beispiel für eine große Anlage

Auch Unter­nehmen können von Strom­spei­chern profi­tieren. Hier nehmen die Strom­spei­cher­größen jedoch deutlich größere Dimen­sionen an als bei privaten Haushalten. Angenommen, eine große Druckerei möchte sich einen Strom­spei­cher anschaffen. Abhängig vom jährli­chen Strom­ver­brauch läge eine realis­ti­sche Speicher­größe bei circa 40 kWh. Bei einer solchen Größe kann mit reinen Anschaf­fungs­kosten von circa 45.000 Euro gerechnet werden.Aufgrund der Speicher­größe werden in diesem Beispiel wahrschein­lich auch die Instal­la­ti­ons­kosten relativ hoch sein und bei circa 3.500 Euro liegen, sodass die Anlage in der Anschaf­fung und Instal­la­tion insge­samt circa 48.500 Euro kosten wird. Die laufenden Kosten beschränken sich in diesem Beispiel auf circa 970 Euro jährlich. 
Sie haben Fragen rund um das Thema Stromspeicher?
Pierre Fees, Head of Sales

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