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Day-Ahead Handel

Lesezeit: 2 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was ist Day-Ahead Handel?

„Day-Ahead“ kommt aus dem Engli­schen und steht für „Folgetag“. Der Day-Ahead Handel ist eine Form des Strom­han­dels, bei der Strom für die Liefe­rung am nächsten Tag gekauft oder verkauft wird. In Deutsch­land erfolgt dieser Handel überwie­gend über die Strom­börse EPEX SPOT. Es gibt aber auch andere mögliche Handelsplätze.

Die gehan­delten Produkte sind in der Regel Stunden- oder Viertel­stun­den­kon­trakte. Der Handel wird über eine Auktion abgewi­ckelt: Markt­teil­nehmer aus Deutsch­land und Öster­reich – wie Energie­ver­sorger, Stadt­werke oder Großver­brau­cher – geben bis spätes­tens 12:00 Uhr mittags ihre Gebote für den Folgetag ab. Um 12:00 Uhr schließt das Order­buch und ein Algorithmus berechnet die sogenannten Markt­räu­mungs­preise. Die Ergeb­nisse werden in der Regel zwischen 12:40 und 13:00 Uhr veröf­fent­licht. Der Day-Ahead Handel findet an allen Tagen statt – auch an Wochen­enden und Feier­tagen – und erfolgt anonymisiert.

Day-Ahead Markt bildet das zentrale Instru­ment für die markt­ba­sierte Einsatz­pla­nung im Strom­system. Er ermög­licht es Energie­ver­sor­gern und Erzeu­gern, Angebot und Nachfrage für den Folgetag abzustimmen, Nachfra­ge­spitzen vorher­sehbar zu decken und das Risiko kurzfris­tiger Preis- und Mengen­ab­wei­chungen zu reduzieren. Dadurch trägt er wesent­lich zur Planbar­keit und indirekt auch zur Stabi­lität des Strom­sys­tems bei.

Was hat sich 2025 am Day-Ahead Markt geändert? 

Im Jahr 2025 wurde der europäi­sche Strom­markt grund­le­gend weiter­ent­wi­ckelt: Die EPEX SPOT (und alle anderen Börsen) hat ihr Aukti­ons­de­sign umgestellt – von stünd­li­chen auf viertel­stünd­liche Handels­in­ter­valle. Diese Umstel­lung ist Teil der Umset­zung der EU-Verord­nung 2019/943, die eine präzi­sere Markt­preis­bil­dung und bessere Integra­tion erneu­er­barer Energien zum Ziel hat. Bisher wurden die Day-Ahead Auktionen europa­weit in 60-Minuten-Blöcken durchgeführt.

Neues Aukti­ons­de­sign: 15-Minuten-Produkte im Day-Ahead

Seit dem 30. September 2025 werden an der EPEX SPOT erstmals viertel­stünd­liche Aukti­ons­in­ter­valle für den Folgetag gehan­delt. Konkret bedeutet dies, dass nun 96 Preis­punkte pro Tag berechnet werden statt wie bisher 24. Diese Umstel­lung wird von vielen als „Paradig­men­wechsel“ bezeichnet. Als zusätz­li­chen Service wird die EPEX SPOT auch einen Stunden­preis angeben (Index Price), der das arith­me­ti­sche Mittel der vier Viertel­stunden ist. Durch die Umstel­lung auf Viertel­stun­den­pro­dukte können Anbieter und Verbrau­cher ihre Erzeu­gungs- und Verbrauchs­pro­gnosen feiner am Markt abbilden und vermarkten. Das ermög­licht eine präzi­sere Abstim­mung zwischen tatsäch­li­cher Produk­tion, Nachfrage und gehan­delten Mengen.

Warum wurde Day-Ahead auf 15-Minuten-Produkte umgestellt?

Die Umstel­lung auf Viertel­stun­den­pro­dukte verfolgt mehrere Ziele:

  • Bessere Integra­tion erneu­er­barer Energien: Wind- und Solar­strom unter­liegen starken Schwan­kungen – oft inner­halb einer Stunde. Die neue Struktur erlaubt eine genauere Abbil­dung dieser Volatilität.
  • Mehr Flexi­bi­lität im Strom­system: Markt­teil­nehmer können ihre Erzeu­gung und ihren Verbrauch präziser planen und steuern.
  • Effizi­en­tere Netznut­zung: Durch die feinere Zeitauf­lö­sung lassen sich Netzeng­pässe besser vermeiden und die Netzsta­bi­lität verbessern.
  • Höhere Markt­ef­fi­zienz: Die Preis­bil­dung wird genauer, was zu faireren und trans­pa­ren­teren Markt­be­din­gungen führt.

Weitere Infor­ma­tionen zur aktuellen Preis­bil­dung und zu den Ergeb­nissen der Auktionen finden Sie direkt auf der Website der EPEX SPOT.

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