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Gewinn­ma­xi­mie­rung durch virtu­elle Ladezy­klen mit Batteriespeichern

Lesezeit: 3 Minuten

Inhaltsverzeichnis

In der dynami­schen Welt des Energie­han­dels stellen virtu­elle Ladezy­klen eine entschei­dende Erlös­quelle dar. Durch den Einsatz von Algorithmen können Batte­rie­spei­cher optimiert werden, um die Volati­lität der Strom­markt­preise auszu­nutzen, ohne die Batterie tatsäch­lich zu laden oder zu entladen. 

In diesem Blogbei­trag unter­su­chen wir, wie dieser Ansatz den Handel effizi­enter macht und welche Auswir­kungen er auf die Energie­ver­sor­gung der Zukunft hat.

Grund­lagen: Die Rolle des Großhandels

Großhandel oder Whole­sale Trading (z.B. Day-Ahead und Intraday) bezeichnet den Kauf und Verkauf von standar­di­sierten Energie­pro­dukten, z. B. 1 MW Strom für eine bestimmte Viertel­stunde eines Tages. Der Handel erfolgt für den nächsten Tag und fortlau­fend inner­halb eines Tages. Dadurch ergeben sich vielfäl­tige Möglich­keiten, auf sich ändernde Markt­be­din­gungen zu reagieren. Der konti­nu­ier­liche Intraday-Markt ermög­licht den Handel bis zu 5 Minuten vor dem Liefer­zeit­punkt, d. h. dem physi­ka­li­schen Laden/Entladen einer Batterie. Dieser kurzfris­tige Handel gewinnt aufgrund der fluktu­ie­renden Einspei­sung erneu­er­barer Energien zuneh­mend an Bedeu­tung. Die Handels­teil­nehmer nutzen den Markt, um ihre Handels­po­si­tionen aufgrund neuer Prognosen für die Erzeu­gung erneu­er­barer Energien anzupassen.

Einsatz von Batteriespeichern

In einem Umfeld, das durch die zuneh­mende Integra­tion erneu­er­barer Energien und deren fluktu­ie­renden Charakter geprägt ist, spielen Batte­rie­spei­cher eine entschei­dende Rolle. Einer­seits durch die Möglich­keit, Strom physi­ka­lisch zu speichern, anderer­seits durch den finan­zi­ellen Handel. Beide Funktionen erlauben einen effizi­en­teren Markt – zum einen durch die Verschie­bung von Angebot und Nachfrage (physi­ka­li­sche Nutzung der Batterie), zum anderen durch erhöhte Handels­ak­ti­vität und Liqui­dität und damit effizi­en­tere Märkte (finan­zi­eller Handel).

Wie funktio­nieren virtu­elle Ladezy­klen mit Batteriespeichern?

Virtu­elle Ladezy­klen, auch bekannt als Virtual Cycling, können als rein finan­zi­eller Handel beschrieben werden. Dies umfasst den Kauf und Verkauf der gleichen Energie­menge für einen Liefer­zeit­raum. Dazu muss man in der Lage sein, dynamisch auf Markt­preis­schwan­kungen zu reagieren und Preis­un­ter­schiede inner­halb einzelner Liefer­zeit­räume geschickt zum eigenen Vorteil zu nutzen, ohne die Energie physisch liefern zu müssen. So kann die Volati­lität des Marktes genutzt werden, um finan­zi­elle Gewinne zu erzielen, ohne eine Batterie physi­ka­lisch be- oder entladen zu müssen.

Um diese virtu­ellen Ladezy­klen gewinn­ma­xi­mie­rend umzusetzen, sind komplexe Handel­s­al­go­rithmen notwendig. Diese Algorithmen überwa­chen und analy­sieren konti­nu­ier­lich das sogenannte Order­buch. Das Order­buch zeigt in Echtzeit, welche Kauf- und Verkaufs­auf­träge für Strom inner­halb bestimmter Liefer­zeit­räume (in Deutsch­land 15-Minuten-Inter­valle) vorliegen. Der Algorithmus eröffnet neue Positionen oder schließt bestehende. 

Beispiel Lade- und Entladeplan Batterie in 15-Minuten-Intervallen
Beispiel Lade- und Entla­de­plan Batterie in 15-Minuten-Intervallen

Die Abbil­dung zeigt den Lade- und Entla­de­plan einer Batterie in 15-Minuten-Schritten. Wenn die Linie nach oben geht, wird die Batterie geladen, wenn sie nach unten geht, wird die Batterie entladen. Natür­lich kann die Batterie „in echt“ in einer Viertel­stunde nur entweder geladen oder entladen werden. Das heißt, es gibt einen tatsäch­lich reali­sierten Fahrplan „in echt“. Es werden aber sehr viele Fahrpläne darge­stellt, da vor jeder bestimmten Viertel­stunde (z. B. zwischen 12:00 und 12:15) beliebig oft neu entschieden werden kann, ob die Batterie in dieser Zeit geladen oder entladen werden soll. Jede Entschei­dung bedeutet auch, dass entweder Strom gekauft oder verkauft wird. Mit dem Speicher werden dann Gewinne durch billigen Einkauf und teuren Verkauf erzielt.

Damit das funktio­niert, wird immer ein Viertel­stun­den­paar benötigt. Durch das Bilden und Auflösen der Paare kann Geld verdient werden. Wieder­holt man diesen Vorgang mehrmals, wobei einige Be- und Entla­de­vor­gänge rückgängig gemacht werden und neue hinzu­kommen, ergeben sich die verschie­denen darge­stellten Fahrpläne – „Pläne“, die immer wieder angepasst werden, bis schließ­lich ein endgül­tiger, reali­sierter Fahrplan entsteht.

Insbe­son­dere in Märkten, die einen hohen Anteil an erneu­er­baren Energien aufweisen, eröffnen sich konti­nu­ier­lich neue Möglich­keiten. Grund dafür sind die starken Schwan­kungen von Angebot und Nachfrage sowie das hohe Handels­vo­lumen an den Großhandelsmärkten.

 

Durch Bilden und Auflösen von „Viertelstunden-Pärchen“ Umsätze maximieren
Durch Bilden und Auflösen von „Viertel­stunden-Pärchen“ Umsätze maximieren

Warum virtu­elle Ladezy­klen für Batte­rie­spei­cher sinnvoll sind:

Virtu­elle Ladezy­klen mit Batte­rie­spei­chern sind nicht nur eine innova­tive Antwort auf die Heraus­for­de­rungen eines dynami­schen Energie­marktes, sondern eröffnen auch neue Perspek­tiven für eine nachhal­tige und wirtschaft­li­chere Gestal­tung des Energie­han­dels. Diese Techno­logie spielt eine entschei­dende Rolle, um die Lücke zwischen Energie­er­zeu­gung und -verbrauch zu schließen. Dies trägt nicht nur zur Stabi­lität des Strom­netzes bei, sondern bringt auch wirtschaft­liche Vorteile. Nach dem Motto “Tue Gutes und verdiene daran” können Betreiber von Batte­rie­spei­chern einen aktiven Beitrag zur Energie­wende und zur Netzsta­bi­li­sie­rung leisten und gleich­zeitig Einnahmen generieren. Darüber hinaus ermög­licht die Echtzeit­op­ti­mie­rung ein effek­tives Risiko­ma­nage­ment, das gerade im Hinblick auf die Volati­lität der erneu­er­baren Energien von großer Bedeu­tung ist.

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