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Übertragungsnetzbetreiber

Lesezeit: 3 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Übertragungsnetzbetreiber?

Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) ist verantwortlich für den Transport von elektrischer Energie. Er verbindet Stromverbraucher und –erzeuger miteinander. In Deutschland existieren vier unterschiedliche Netzebenen: Höchstspannungsnetz, Hochspannungsnetz, Mittelspannungsnetz und Niederspannungsnetz. Für die ersten beiden Spannungsebenen ist der ÜNB zuständig. Das Übertragungsnetz in Deutschland ist ca. 35.000 km lang. Laut §11 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sorgt der ÜNB für einen störungsfreien überregionalen Stromaustausch. Außerdem muss die Stromerzeugung und der –verbrauch stets im Gleichgewicht gehalten werden.

Was sind die Aufgaben eines Übertragungsnetzbetreibers?

In erster Linie ist ein ÜNB ein Unternehmen, das ein Stromnetz betreibt. Sie kümmern sich gemeinsam mit den Verteilnetzbetreibern um die Stromversorgung, also den Transport und die Verteilung des Stroms von den Kraftwerken zu den Stromverbrauchern. Darüber hinaus sorgen die ÜNB für die Sicherheit und Stabilität des deutschen Energieversorgungssystems. Dies geschieht durch die Systemdienstleistungen, welche durch die Stromnetzbetreiber (ÜNB´s und VNB´s gemeinsam) erbracht werden. Zu den Systemdienstleistungen gehören unter anderem:

  • Die Haltung der Netzfrequenz. Dafür kommt Regelenergie zum Einsatz.
  • Die Spannungshaltung
  • Der Versorgungswiederaufbau
  • Die Betriebsführung bzw. das Netzengpassmanagement

Außerdem ist ein ÜNB für die Kopplung der deutschen Stromnetze mit den Stromnetzen aller Nachbarländer zuständig.

Übertragungsnetzbetreiber nach Land

Wer sind die größten Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland?

Das deutsche Übertragungsnetz ist in vier Regelzonen unterteilt. Je Regelzone gibt es einen Übertragungsnetzbetreiber, welcher das dortige Übertragungsnetz betreibt. In Deutschland sind dies die folgenden Firmen:

  • Tennet TSO GmbH
  • 50Hertz Transmission GmbH
  • Amprion GmbH
  • TransnetBW GmbH

Übertragungsnetzbetreiber in Österreich

In Österreich gibt es nur einen Übertragungsnetzbetreiber, die Austrian Power Grid AG (APG). Sitz der APG ist in Wien und das Netzgebiet von der APG bildet eine eigene Regelzone, die alle Bundesländer Österreichs beinhaltet ausgenommen vom Vorarlberg.

Übertragungsnetzbetreiber in der Schweiz

In der Schweiz gibt es ebenfalls nur einen Übertragungsnetzbetreiber, die Swissgrid AG. Sie hat mehrere Standorte, wie etwa in Aarau und Prilly.

Was sind die Unterschiede zwischen Übertragungsnetzbetreiber und Verteilernetzbetreiber? 

Während Übertragungsnetzbetreiber für die überregionalen Netze zuständig sind, kümmern sich Verteilnetzbetreiber für die regionalen und lokalen Stromnetze. Das bedeutet, dass ÜNBs den Strom über längere Distanzen transportieren. Verteilnetzbetreiber sind demnach dem Übertragungsnetzbetreiber nachgelagert und liefern den Strom bis zum Verbraucher “vor die Haustür”. Außerdem unterhalten beide Netzbetreiber unterschiedliche Spannungsebenen:

  • Übertragungsnetz – üblicherweise 220/380 kV
  • Verteilnetz – üblicherweise 230 V bis 110 kV

Im Gegensatz zu den vier Übertragungsnetzbetreibern gibt es mittlerweile über 900 Verteilnetzbetreiber in Deutschland.

Wer ist mein Übertragungsnetzbetreiber?

Bei den Verteilnetzbetreibern gibt es eine Zuordnung pro Haushalt bzw. Verbrauchsstelle. Für die Übertragungsnetzbetreiber hingegen gibt es im Prinzip keine Zuordnung. Die 4 ÜNBs in Deutschland sind wie folgt verteilt:

Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland

50Hertz ist für den Norden und Osten in Deutschland zuständig. Das Netzgebiet von TransnetBW liegt mehrheitlich in Baden-Württemberg. Amprion verantwortet den Westen und Südwesten und TenneT betreibt das Höchstspannungsnetz zwischen der Grenze Dänemarks bis hinunter zu den Alpen.

Welche Kosten fallen für Übertragungsnetzbetreiber an?

 Alle Strom-Netzbetreiber bieten eine Reihe von Dienstleistungen an. Die wichtigste dieser Dienstleistungen ist die des Stromtransports. Für diesen Service erheben die Netzbetreiber – egal ob Verteilnetzbetreiber oder Übertragungsnetzbetreiber – eine Gebühr, die sich Netzentgelt oder auch Netznutzungsentgelt nennt. Die Netzentgelte müssen von jedem Netznutzer bezahlt werden (und sind für Haushaltskunden) üblicherweise in der Rechnung des Stromanbieters enthalten.

ÜNBs verdienen “ihr Geld” demnach über die Netzentgelte. Die Höhe der Netzentgelte wird vom Staat reguliert, da sich die Gebühr nicht in einem freien Wettbewerb bilden kann. Schließlich sind Stromnetze immer natürliche Monopole.

Das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG) – auch Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur – soll alle Übertragungsnetzentgelte vereinheitlichen. Diese Vereinheitlichung, welche am 22. Juli 2017 begann, erfolgt stufenweise und ist im Jahr 2023 dann abgeschlossen.

Wie sieht die Zukunft für Übertragungsnetzbetreiber aus?

Natürlich werden auch in Zukunft Übertragungsnetzbetreiber eine wichtige Rolle im Energieversorgungssystem spielen.

Die Energiewende verändert die Energieinfrastruktur dauerhaft. In den kommenden Jahren wird eine zentrale Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber daher sein, die Energieinfrastruktur mit effizienten und umweltschonenden Übertragungstechnologien zukunftsfähig zu machen.

Sie haben Rückfragen? Kontaktieren Sie uns.
Pierre Fees, Head of Sales

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