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Direkt­ver­mark­tung: So funktio­niert Strom­ver­kauf an der Börse

Lesezeit: 3 Minuten

Spricht man von Direkt­ver­mark­tung und Erneu­er­baren Energien ist oftmals die Rede von der Strom­börse – dabei gibt es nicht nur die eine Strom­börse. Wir erklären Ihnen, welche verschie­denen Handelsplätze es für den freien Handel mit Strom in Deutsch­land und auch in Europa gibt. Ebenso erfahren Sie hier, wie Strom­handel an den verschie­denen Börsen und Märkten funktio­niert und welche Aufgaben ein Direkt­ver­markter dabei übernimmt. 

Welche Strom­börsen gibt es?

Man unter­scheidet zwischen zwei verschie­denen Formen von Strom­märkten: Strom wird entweder auf dem Spotmarkt oder auf dem Termin­markt verkauft. Der Spotmarkt (EPEX Spot) sitzt in Paris und bedient Deutsch­land, Öster­reichFrank­reich, die Schweiz, Großbri­tan­nien, Belgien und die Nieder­lande. Der Termin­markt (EEX) sitzt in Leipzig.  

Auf dem Spotmarkt wird kurzfristig liefer­barer Strom gehan­delt und die Strom­preise werden viertel­stünd­lich angegeben. So können Markt­teil­nehmer kurzfristig Strom einkaufen und verkaufen. Der Spotmarkt und die Spotpreise korre­lieren somit mit dem tages­ak­tu­ellen Geschehen. Es wird hier zwischen zwei Märkten unter­schieden: Auf dem Day-Ahead-Markt werden Strom­ge­schäfte für jede Stunde des Folge­tags abgeschlossen. Die Gebote müssen bis 12 Uhr platziert werden. Auf dem Intraday-Markt wird der Strom für den laufenden Tag gehan­delt. 

Am Termin­markt können sich Markt­teil­nehmer mit Energie­mengen für Monate und Jahre zum aktuellen Preis einde­cken — ungeachtet mögli­cher Preis­schwan­kungen in der Zukunft. Dort werden langfris­tige Liefer­ver­träge mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr abgeschlossen. Da der Preis zum Zeitpunkt des Einkaufs für eine lange Zeit derselbe bleibt, ist man gegen mögliche Preis­er­hö­hungen in der Zukunft abgesi­chert, kann jedoch nicht von Preis­sen­kungen profi­tieren. Strom kann an beiden Börsen gehan­delt werden. Dazu müssen jedoch einige Voraus­set­zungen erfüllt sein. Das geschieht in der Regel durch einen Direkt­ver­markter.

Was ist ein Direkt­ver­markter?

Ein Direkt­ver­markter wie das Virtu­elle Kraft­werk der EnBW ist ein Unter­nehmen, das sich auf die Vermark­tung des Stroms aus Erneu­er­baren Energien (EE) spezia­li­siert hat. Ebenso hat ein Direkt­ver­markter die Gesetze und Richt­li­nien rund um Erneu­er­bare Energien und die zugehö­rigen Märkte stets im Blick. Bevor es zur Vermark­tung des Stroms kommt, muss zunächst ein Unter­nehmen gegründet werden. Der nächste verpflich­tende Schritt (§5 Energie­wirt­schafts­ge­setz (EnWG)) ist die Eintra­gung als Energie­lie­fe­rant bei der Bundes­netz­agentur (BNetzA), der Strom an Haushalte liefern darf. Ebenso muss eine Börsen­han­dels­li­zenz erworben werden.  

Was sind die Aufgaben eines Direkt­ver­mark­ters?

1. Vermark­tung des Stroms aus Erneu­er­baren Energien an der Börse

Die Haupt­auf­gabe eines Direkt­ver­mark­ters ist es, den erzeugten EE-Strom von Anlagen­be­sit­zern direkt an der Börse zu verkaufen. Dazu bedarf es strate­gi­schen Know-Hows, um den Strom genau dann zu vermarkten, wenn die Nachfrage und somit der Verkaufs­preis am höchsten ist. Für den Verkauf des Stroms zahlt der Direkt­ver­markter dem Anlagen­be­treiber monat­lich den Strom­preis, der im Durch­schnitt an der Börse erzielt wird. Dieser sogenannte Markt­wert ergibt zusammen mit der Markt­prämie, die vom Netzbe­treiber ausge­zahlt wird, wenn der Markt­wert niedriger als die EEG-Vergü­tung ausfallen sollte, den anzule­genden Wert. Der eigent­liche Gewinn und Mehrwert der Direkt­ver­mark­tung liegt in der Manage­ment­prämie, die einen Mehrerlös darstellt, d.h. es wird mehr Gewinn als im fixen EEG-Vergü­tungs­mo­dell generiert. 

2. Bilanz­kreis­ma­nage­ment

Damit das Zusam­men­spiel aus Strom­ein­spei­sung und ‑verbrauch funktio­niert, wird ein konti­nu­ier­li­ches Gleich­ge­wicht inner­halb des Bilanz­kreises angestrebt. Bilanz­kreise ordnen den Strom­markt und tragen dazu bei, dass es zu einer Über- oder Unter­pro­duk­tion von Strom kommt. Mit der Aufrecht­erhal­tung dieses Gleich­ge­wichts kann Energie effizient genutzt werden. Zu diesem Zweck werden für die Bilanz­kreise Energie­pro­gnosen erstellt.   

3. In die Zukunft schauen: Energie­pro­gnosen erstellen

Durch den Direkt­ver­markter werden tagtäg­lich anlagen­scharfe Prognosen erstellt. Diese Prognosen beziehen sich auf die Strom­mengen, die vor Ort in den dezen­tralen Erzeugungs­an­lagen erzeugt und ins Strom­netz einge­speist werden. Ziel des Direkt­ver­marktes ist es, möglichst präzise Prognosen für den Handel an den Spotmärkten (Day-Ahead-Markt und Intraday-Markt) heran­zu­ziehensodass der Bilanz­kreis ausge­gli­chen ist. Jedoch ist die Strom­erzeu­gung vor allem bei Photo­vol­taik- und Windkraft-Anlagen wetter­ab­hängig, was eine exakte Prognose erschwert.  

Warum sollte ich einen Direkt­ver­markter beauf­tragen?

  1. Um Ihren selbst­er­zeugten Strom an der Börse verkaufen zu dürfen, bedarf es einer Börsen­zu­las­sung, die der Direkt­ver­markter für Sie übernimmt.   
  2. Der Direkt­ver­markter berück­sich­tigt ihren Eigen­ver­brauch und vermarktet ledig­lich den überschüs­sigen erzeugten Strom an der Börse.
  3. Um negative Preise zu verhin­dern, benötigt es ein Gleich­ge­wicht von Verbrauch und Einspei­sung im Bilanz­kreis.
  4. Dank der Energie­pro­gnosen, die auf 15-Minuten-Basis erstellt werden, kann das Gleich­ge­wicht der Bilanz­kreise aufrecht­erhalten werden. 
  5. Der Direkt­ver­markter beobachtet den Markt und kann Ihren Strom genau dann verkaufen, wenn die Nachfrage und somit der Preis am höchsten sind.

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Lena Straubinger

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