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Preis­zu­sam­men­set­zung von Strom­preisen - Einfach erklärt

Lesezeit: 3 Minuten
Ein Strom­preis setzt sich aus zahlrei­chen Bausteinen zusammen. Dabei den Überblick zu behalten ist nicht immer leicht. In diesem Blogbei­trag erklären wir Ihnen auf einfache Art und Weise, welche Kompo­nenten den Strom­preis bilden, welche Elemente dabei vom Endkunden beein­flusst werden können und zwischen welchen Preis­mo­dellen der Kunde bei der Strom­erzeu­gung wählen kann. Zudem lernen Sie, wie sie ganz trans­pa­rent Ihre nicht beein­fluss­baren Preis­kom­po­nenten einsehen können und was sich eigent­lich hinter den vielen Umlagen verbirgt.

Aus welchen Elementen besteht ein Strompreis?

Grund­sätz­lich entspricht die Zusam­men­set­zung des Strom­preises für Unter­nehmen den gleichen Elementen wie im Privat­haus­halt. Drei wesent­liche Blöcke sind dabei zu nennen:

  • Kosten für Strom­erzeu­gung, Service und Vertrieb,
  • Kosten für den Trans­port und die Nutzung der Netze sowie
  • Steuern und Abgaben.

Laut Bundes­ver­band für Energie- und Wasser­wirt­schaft (BDEW) sah die genaue Zusam­men­set­zung des Strom­preises für Unter­nehmen im Jahr 2018 wie folgt aus:

Welche Preis­ele­mente sind beeinflussbar?

Für den Kunden sind letzt­lich nur die Bausteine Strom­erzeu­gung, Service und Vertrieb beein­flussbar.
Steuern und Abgaben bzw. Umlagen sind hingegen gesetz­lich festge­legt. Netzent­gelte werden vom jewei­ligen Netzbe­treiber festgeschrieben.

Welche Preis­mo­delle gibt es für den Bereich ‚Strom­erzeu­gung, Service und Vertrieb‘?

Der Kunde kann in diesem Punkt zwischen verschie­denen Preis­mo­dellen wählen.
Stark verbreitet ist das Modell des sogenannten Festpreises, sprich einem fixen Preis für die gesamte Laufzeit des Vertrags. Der Nachteil hierbei ist, dass der Kunde keine Möglich­keit hat, von schwan­kenden und sinkenden Strom­preisen während der Vertrags­lauf­zeit zu profitieren.

Als Alter­na­tive werden sogenannte dynami­sche Strom­ta­rife angeboten, die an die Strom­börse gebunden sind. Der Kunde kann folglich von den Entwick­lungen der Strom­börse profi­tieren. Beim Virtu­ellen Kraft­werk bieten wir dem Kunden dieses Modell als dynami­schen Reststrom­tarif an. Lesen Sie hierzu unseren entspre­chenden Blogbei­trag und erfahren Sie 

  • wie der Reststrom­tarif funktio­niert, 
  • für wen er sich eignet,
  • welche Voraus­set­zungen getroffen werden müssen und
  • welche Vorteile Sie als Kunden erwarten.
Jetzt Angebot für optimierten Strom­tarif anfordern 

Wo erhält der Kunde Trans­pa­renz über die nicht beein­fluss­baren Preis­ele­mente ‚Netznut­zungs- und Messentgelte‘?

Das Netzent­gelt ist der kunden­spe­zi­fi­sche Baustein und setzt sich aus dem Netznut­zungs­ent­gelt und dem Messent­gelt zusammen. Diese Kosten sind abhängig vom Netzan­schluss (Wer ist Ihr Netzbe­treiber? Anschluss an Nieder- oder Mittel­span­nung?) des Kunden.

Die Entgelte werden vom Netzbe­treiber für alle Kunden je Spannungs­ebene am Ende eines Jahres für das Folge­jahr veröf­fent­licht und zwar ganz trans­pa­rent auf der Webseite des Netz- und Messstel­len­be­trei­bers. Wir als Strom­lie­fe­rant verrechnen diese Entgelte in unserem Produkt, dem dynami­schen Strom­tarif, 1:1 an den Kunden weiter.

Was verbirgt sich hinter den sonstigen Steuern und Abgaben bzw. Umlagen?

Der Anteil der Bausteine bzgl. Steuern und Abgaben bzw. Umlagen beträgt im Jahr 2020 9,923 ct/kWh. Diese Beträge werden gesetz­lich vorge­schrieben und jährlich aktua­li­siert. Auch diese Bausteine verrechnen wir als Strom­lie­fe­rant beim dynami­schen Strom­tarif 1:1 an den Kunden weiter.
Die Strom­steuer wird als bundes­ge­setz­lich geregelte Verbrauch­steuer auf elektri­schen Strom an den Kunden verrechnet. Bereits seit 2003 bleibt sie unver­än­dert bei 2,05 Cent je Kilowatt­stunde. Es gibt eine Reihe von Steuer­be­güns­ti­gungen, die entweder in Form einer Steuer­be­freiung, Steuer­ermä­ßi­gung oder in Form einer nachträg­li­chen Steuer­ent­las­tung gewährt werden.
Die Abgaben bzw. Umlagen beinhalten im Einzelnen folgende Positionen:

  • Umlage nach dem Erneu­er­bare-Energie-Gesetz (kurz EEG-Umlage)
  • Konzes­si­ons­ab­gabe
  • Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs­ge­setz KWKG (kurz KWKG-Umlage)
  • Umlage nach § 19 der Strom-Netzent­gelt­ver­ord­nung (kurz StromNEV-Umlage)
  • Offshore-Netzum­lage (bisher Offshore-Haftungsumlage)
  • Umlage für abschalt­bare Lasten (auch §18 AbschaltVO-Umlage)

Mit der EEG-Umlage wird kurz gesagt der Ausbau der Erneu­er­baren Energien finan­ziert. Strom­kos­ten­in­ten­sive Unter­nehmen profi­tieren von Sonder­re­ge­lungen, welche eine Schmä­le­rung der EEG-Umlage mit sich bringen.
Die Konzes­si­ons­ab­gabe wird erbracht als Gegen­leis­tung für Gemeinden, welche die Benut­zung öffent­li­cher Straßen und Wege zur Verle­gung von Strom- und Gaslei­tungen ermög­li­chen.
Aufgabe der KWKG-Umlage ist es, die Erzeu­gung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs­an­lagen zu fördern.
Die §19 StromNEV-Umlage ermög­licht bestimmten Letzt­ver­brau­chern ein indivi­du­elles Netzent­gelt von ihrem örtli­chen Netzbe­treiber zu verlangen. Entgan­gene Erlöse des Netzbe­trei­bers werden in Folge auf alle Letzt­ver­brau­cher umgelegt.
Mit der Offshore-Netzum­lage wurden 2013 Entschä­di­gungs­zah­lungen an Betreiber von Offshore-Windparks einge­führt. Grund sind der verspä­tete Anschluss an das Übertra­gungs­netz an Land und lang andau­ernde Netzun­ter­bre­chungen, mit denen Offshore-Windparks zu kämpfen haben.
Durch die §18 AbschaltVO-Umlage wird Übertra­gungs­netz­be­trei­bern ermög­licht, die Verbrauchs­leis­tung ausge­wählter Anbieter auf Anfor­de­rung zu reduzieren. Die Umlage deckt dabei die durch die Bereit­stel­lung und Abschal­tung der Last entstan­denen Kosten.

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Ines Lemberger

Ines Lemberger

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