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Worauf Betreiber von Batte­rie­spei­chern bei Erlös­pro­gnosen achten sollten

Lesezeit: 4 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Mit dem starken Ausbau von Batte­rie­spei­chern steigen auch die Anfor­de­rungen an realis­ti­sche Erlösprognosen in der Batte­rie­ver­mark­tung. Markt­be­din­gungen, Wettbe­werbs­in­ten­sität und Vermark­tungs­op­tionen verän­dern sich dynamischDadurch wird es für Betreiber und Inves­toren immer schwie­riger, für ihren Business Case abzuschätzen, mit welcher Erlöserwar­tung sie bei ihrem Speicher­pro­jekt künftig rechnen können. Gleich­zeitig bleiben in vielen Erlösbetrach­tunge– sei es von unabhän­gigen Analy­se­häu­sern oder Vermark­tern selbst – wichtige Einfluss­fak­toren unberück­sich­tigt, nicht zuletzt im Regel­en­er­gie­markt. Hinzu kommen weitere Effekte, etwa im Zusam­men­hang mit dem Vermarkter und dessen eigenem Portfolio. Worauf dabei alles zu achten ist, zeigen wir in diesem Artikel. 

Wie entwi­ckelt sich der Regel­en­er­gie­markt künftig?

Insbe­son­dere den Regel­en­er­gie­märkten kommt bei den Erlös­pro­gnosen für Batte­rie­spei­cher­pro­jekte (vor allem Graustrom) eine große Bedeu­tung zu. Denn Batte­rie­spei­cher eignen sich beson­ders gut für diese Märkte, da sie inner­halb kürzester Zeit auf Netzschwan­kungen reagieren und flexibel Strom aufnehmen oder abgeben können. Genau das braucht das Strom­netz, um die Frequenz stabil zu halten. Die für den Netzbe­trieb benötigte Regel­leis­tung wird regel­mäßig von den Übertra­gungs­netz­be­trei­bern (ÜNBs) ausge­schrieben. Der Bedarf an Primär­re­gel­leis­tung (PRL bzw. engl. Frequency Contain­ment Reserve, FCR) lag in den vergan­genen Jahren relativ konstant bei etwa 550 bis 600 MW, bei der Sekun­där­re­gel­leis­tung (SRL bzw. engl. Automatic Frequency Resto­ra­tion Reserve, aFRR) bei knapp 2.000 MW (Stand 2026, regelleistung.net sowie Monitor­be­richt der Bundes­netz­agentur). Zum Vergleich lag das Handels­vo­lumen am Spotmarkt bei 297 TWh (2024). PRL ist dabei die erste Stufe der Frequenz­sta­bi­li­sie­rung: Sie wird automa­tisch inner­halb weniger Sekunden aktiviert und reagiert direkt auf Frequenz­ab­wei­chungen. Die SRL schließt daran an und sorgt inner­halb weniger Minuten dafür, dass Erzeu­gung und Verbrauch wieder ins Gleich­ge­wicht kommen und die PRL entlastet wird. 

Entwicklung der präqualifizierten FCR (in GW) in Deutschland

Markt­teil­nehmer bieten ihre Leistung in Ausschrei­bungen der ÜBNs an und erhalten bei einem Zuschlag eine Vergü­tung für die Bereit­stel­lung sowie gegebe­nen­falls für die tatsäch­liche Aktivie­rung. Gleich­zeitig ist die Zahl der für den Regel­en­er­gie­markt präqua­li­fi­zierten Batte­rie­spei­cher in den vergan­genen Jahren deutlich gestiegen. Im Bereich der PRL sind inzwi­schen Batte­rie­spei­cher mit einer präqua­li­fi­zierten Leistung von rund 1,35 GW verfügbar, im Bereich der SRL sind es etwa 1,2 GW (Stand: Februar 2026, regelleistung.net). Das Angebot an Speicher­leis­tung ist damit über die Jahre stark gewachsen, während der ausge­schrie­bene Bedarf weitge­hend stabil bleibt. Da all diese Anlagen sowie die weiteren präqua­li­fi­zierten Techno­lo­gien um ein begrenztes Ausschrei­bungs­vo­lumen konkur­rieren, nimmt der Wettbe­werbs­druck zu.

Im PRL-Markt übersteigt allein die präqua­li­fi­zierte Leistung von Batte­rie­spei­chern (ca. 1,35 GW) das ausge­schrie­bene Markt­vo­lumen (ca. 580 MW) inzwi­schenAuch Markt­ana­lysen, wie beispiels­weise von Aurora Energy Research, erwarten, dass der Ausbau von Batte­rie­spei­chern und erneu­er­baren Anlagen die FCR- und aFRR-Märkte mittel­fristig zuneh­mend sättigt. In der Folge dürfte sich die Preis­ent­wick­lung stärker am Großhan­dels­markt orien­tieren. Für die Vermark­tungs­stra­tegie und die Erlösberech­nung von Batte­rie­spei­chern ist das deshalb sehr relevant, denn künftig muss noch genauer berück­sich­tigt werden, welche Erlöse in diesen Märkten tatsäch­lich erzielbar sind.  

ntwicklung der präqualifizierten negativen aFFR (in GW) in Deutschland

Warum ist das Markt­vo­lumen der Regel­en­er­gie­märkte für Erlös­pro­gnosen entscheidend?

Regel­en­er­gie­märkte sind vergleichs­weise klein und zuneh­mend überfüllt. Für die Erlös­pro­gnose von Batte­rie­spei­chern müssen daher die jewei­ligen Marktei­gen­schaften, insbe­son­dere die Markt­größe, berück­sich­tigt werden. In der Praxis werden diese Faktoren jedoch häufig nicht oder nur unzurei­chend in den Prognosen abgebildet. Oft wird zunächst berechnet, welche Erlöse sich mit einer normierten Speicher­leis­tung von 1 MW in den Märkten erzielen lassen. Diese Werte werden anschlie­ßend linear auf die tatsäch­liche Projekt­größe hochska­liert, etwa auf 10 MW, 20 MW oder 50 MW.

Ein 50-MW-Speicher entspricht beispiels­weise jedoch bereits rund 8–9 % des gesamten ausge­schrie­benen PRL-Bedarfs (600 MW) und hat demzu­folge markt­be­ein­flus­sende Effekte. Was für ein kleines Projekt in einem Markt erzielbar ist, lässt sich daher nicht ohne Weiteres auf deutlich größere Projekte übertragen. So wird die Annahme, dass sich die gesamte Leistung dauer­haft ohne Einschrän­kungen hinsicht­lich Preis und bezuschlagter Leistung im Regel­en­er­gie­markt vermarkten lässt, mit zuneh­mender Projekt­größe immer unrea­lis­ti­scher. In der Praxis kann also die gesamte Leistung eines Batte­rie­spei­chers nicht beliebig im Regel­en­er­gie­markt platziert werden. Wer ein Speicher­pro­jekt bewerten will, sollte deshalb nicht nur die techni­schen Möglich­keiten des Systems betrachten, sondern auch die konkreten Markt­be­din­gungen einbeziehen.

Welche Rolle spielt das Portfolio des Vermark­ters für die erziel­baren Erlöse?

Ein weiterer wichtiger Faktor, der in Erlös­pro­gnosen häufig zu wenig Beach­tung findet, ist die Zusam­men­set­zung und Größe des Vermark­t­er­port­fo­lios. Vermarkter verfügen in der Regel über eine hohe Anzahl von Assets, die sie insbe­son­dere im Regel­en­er­gie­markt nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Portfo­lios aus Batte­rie­spei­chern und weiteren Anlagen­tech­no­lo­gien einsetzen. Diese Anlagen bilden gemeinsam den Regel­en­er­gie­pool des Vermark­ters. Dabei konkur­rieren sie nicht nur mit dem allge­meinen Angebot am Markt, sondern – je nach Vermark­tungs­stra­tegie – auch mit anderen Anlagen inner­halb desselben Portfolios.

Die gesamte Leistung aller Assets kann nicht jeder­zeit vollständig in den jeweils attrak­tivsten Markt – häufig den Regel­en­er­gie­markt – allokiert werden. Bleibt dieser Effekt in der Erlös­be­rech­nung unberück­sich­tigt, entstehen schnell unrea­lis­ti­sche Annahmen. Für die tatsäch­lich erziel­baren Erlöse ist daher entschei­dend, welche Anlagen sich im Portfolio befinden und wie die verfüg­bare Leistung inner­halb des Portfo­lios auf die verschie­denen Märkte verteilt wird. Für belast­bare Erlös­pro­gnosen sollte deshalb nicht nur das einzelne Asset betrachtet werden, sondern auch das Portfolio des Vermark­ters, in das es einge­bunden ist. Nur so lässt sich realis­tisch berechnen, welcher Anteil der Speicher­leis­tung tatsäch­lich in den Märkten platziert werden kann und welche Erlöse unter realen Vermark­tungs­be­din­gungen erreichbar sind.

Worauf kommt es bei einer realis­ti­schen Erlös­be­trach­tung an?

In der Praxis basieren Erlös­be­rech­nungen häufig auf ideali­sierten Annahmen – etwa auf linearen Erlös­mo­del­lie­rungen, ohne dabei Markt­be­din­gungen oder Portfo­li­o­ei­gen­schaften des Vermark­ters zu berück­sich­tigen. Solche Ansätze können zwar auf dem Papier attrak­tive Ergeb­nisse liefern, bilden die tatsäch­li­chen Vermark­tungs­be­din­gungen jedoch nur unzurei­chend ab. Unabhän­gigen Analy­se­häu­sern fehlt hierfür häufig die notwen­dige Trans­pa­renz über das Regel­en­er­gie­port­folio der Vermarkter. Zudem normieren Vermarkter ihre Backtests oft auf 1 MW oder blenden in ihren Tests markt­be­ein­flus­sende Portfo­li­o­ef­fekte aus. Für einen belast­baren Business Case ist deshalb entschei­dend, zwischen theore­ti­schen und tatsäch­lich reali­sier­baren Erlösen zu unter­scheiden. Wer Vermark­tungs­an­ge­bote bewertet, sollte deshalb genau prüfen:

  • Wurden die Erlöse normiert und ledig­lich auf die Projekt­größe hochskaliert?
  • Wurden die Entwick­lungen am Strom­markt realis­tisch abgebildet?
  • Und wurde die Größe des Portfo­lios des Vermark­ters und dadurch resul­tie­rende Einschrän­kungen für die vermarkt­bare Leistung in der Regel­en­ergie berücksichtigt?

Wir beziehen diese Effekte von Beginn an in unsere Analysen ein – unser Index bildet Portfo­li­o­ef­fekte ab und schafft damit eine belast­bare Grund­lage für realis­ti­sche Erlös­pro­gnosen. Inter­es­sieren Sie sich für unsere Vermark­tungs­mög­lich­keiten? Kontak­tieren Sie uns gerne für ein unver­bind­li­ches Angebot und erfahren Sie, wie wir Sie bei der Vermark­tung Ihres Projekts unter­stützen können.

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