Fernsteuerbarkeit

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat 2014 die verpflichtende Direktvermarktung eingeführt und mit ihr die verpflichtende Fernsteuerbarkeit. EE-Anlagen, die seit dem 01.08.2014 in Betrieb genommen wurden, haben diese Verpflichtung erstmals erhalten. Später, nämlich ab dem 01.04.2015, sind auch alle Bestandsanlagen verpflichtet, eine Fernsteuerbarkeit herzustellen, um vom Marktprämienmodell zu profitieren.

Wozu brauchen EE-Anlagen eine Fernsteuerbarkeit?

EE-Anlagen, wie beispielsweise Windräder oder Photovoltaik (PV)-Anlagen, sind vom Wetter abhängig und erzeugen unterschiedlich hohe Mengen an Strom. Da der Direktvermarkter die Strombörse immer im Blick hat, braucht er einen externen Zugang zu den Anlagen, damit er bei einer hohen Stromeinspeisung die Anlage herunterregeln kann. So entstehen keine negativen Börsenpreise am Strommarkt.

Ist die Fernsteuerbarkeit von Anlagen Pflicht?

Anlagenbetreiber, die keine Fernsteuerbarkeit ihrer EE-Anlage wünschen, können zur fixen EEG-Vergütung wechseln. Jedoch gilt laut EEG 2014, §37 ab dem 01.01.2016, dass Neuanlagen mit einer Leistung ab 100 kW zur Direktvermarktung verpflichtet sind. Für Bestandsanlagen gilt diese Pflicht nicht, das besagt das EEG 2014, §100, I, Nr. 6. Dafür können Anlagen, die nicht fernsteuerbar sind, auch nicht von der Marktprämie profitieren.