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Batterie­vermarktung

Flexi­bi­lität am Strom­markt gewinnt immer mehr an Relevanz für die erfolg­reiche Energie­wende. Denn zuneh­mend schwan­kende Strom­erzeu­gung durch erneu­er­bare Energien und steigende sowie volati­lere Strom­preise erfor­dern eine flexible Anlagen­steue­rung, um Strom­netze weiterhin stabil zu halten.

Sie planen den Bau und/oder Betrieb eines Großbat­te­rie­spei­chers für den Einsatz an den Strom­märkten und möchten wissen, wie Sie diesen am besten einsetzen und wie Sie attrak­tive Vermark­tungs­er­löse mit der Flexi­bi­lität erzielen können? Hier erfahren Sie mehr über die verschie­denen Speicher­kon­stel­la­tionen und Ihre Möglich­keiten der Batterievermarktung.

Inhalt 

Ihre Vorteile der Batte­rie­ver­mark­tung auf einen Blick

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Mehr Infor­ma­tionen
Batterievermarktung

Was ist Batterievermarktung?

Batte­rie­ver­mark­tung bezeichnet die gezielte Nutzung und Vermark­tung von sogenannten BESS – also Battery Energy Storage Systems – oder auch Großbat­te­rie­spei­chern auf verschie­denen Energie­märkten. Betreiber*innen von Batte­rie­spei­cher­sys­temen profi­tieren von flexi­blen Einsatz­mög­lich­keiten, indem sie ihre Speicher intel­li­gent steuern und gezielt an unter­schied­li­chen Strom­märkten teilnehmen.

Ziel ist es, eine optimale Auslas­tung und maximale Erlöse aus dem Betrieb von Großbat­te­rie­spei­chern zu erzielen. Durch die Flexi­bi­li­täts­ver­mark­tung können negative Strom­preise an der Energie­börse, welche durch eine Überein­spei­sung von PV-Strom entstehen, verhin­dert werden.

Alle Infor­ma­tionen auf einen Blick

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Wie funktio­niert die Batterievermarktung?

Batte­rie­ver­mark­tung Co-Location

In der Batte­rie­ver­mark­tung Co-Location werden hybride Anlagen­kon­stel­la­tionen, i.d.R. bestehend aus Solar­park + Batte­rie­spei­cher, gemeinsam vermarktet. Hier gibt es die Möglich­keit der Co-Location Grünstrom­spei­cher oder der Co-Location Graustrom­spei­cher Flexibilitätsvermarktung.

Batte­rie­ver­mark­tung Stand-alone 

Sogenannte „Stand-alone“ Großbat­te­rie­spei­cher, also Graustrom­spei­cher mit einem eigenem Netzan­schluss­punkt, sind über alle Flexi­bi­li­täts­märkte einsetzbar und werden von uns nach einem Multi-Market-Ansatz erlös­ma­xi­mie­rend über die Regel­en­er­gie­märkte und Spotmärkte optimiert.

Was sind die Voraus­set­zungen für die Batterievermarktung?

Die Flexi­bi­li­täts­ver­mark­tung beginnt ab einer Leistung von 1,35 MW bzw. einer Speicher­ka­pa­zität von mindes­tens 1,35 MWh. Diese Mindest­größe ermög­licht die Teilnahme an allen relevanten Strom­märkten, einschließ­lich der Regel­en­er­gie­märkte. Entschei­dend ist weiterhin die ausschließ­liche Nutzung des BESS für die Strom­markt­ver­mark­tung – also ohne paral­lele Nutzung für Eigen­ver­brauch oder andere lokale Anwen­dungen. Der Standort des Großbat­te­rie­spei­chers sollte Deutsch­land sein.

Depth of Discharge (DoD)

Wie sieht die Zukunft der Batterie­vermarktung
aus?

Immer mehr Solar­an­lagen und Windparks, Kohle­aus­stieg, Wärme­pumpen und Elektro­mo­bi­lität: Das Energie­system ist im Umbruch und wird immer grüner, dezen­traler und zuneh­mend komplex.

Für Batte­rie­spei­cher gibt es zahllose Möglich­keiten in verschie­denen Märkten, um Erlöse zu erzielen – nur in einem Markt allein zu agieren reicht für bestmög­liche Erträge nicht mehr aus.

Es gilt, die verschie­denen Märkte optimal zu kombi­nieren („Multi-Market-Ansatz“).

Unsere intel­li­genten Algorithmen bestimmen indivi­duell für Ihren Batte­rie­spei­cher den bestmög­li­chen Fahrplan für das attrak­tivste Ertrags­po­ten­zial aus allen Märkten, laufend verbes­sert durch unsere langjäh­rigen Erfah­rungen am realen Asset.

Wir optimieren Ihren Batte­rie­spei­cher täglich neu und in Echtzeit, auf Basis unserer konti­nu­ier­li­chen Prognosen über das Energie­system und die Energiemärkte.

Wir halten alle Markt­zu­gänge zu den Regel­en­ergie- und Spotmärkten selbst – ein starker Partner für die komplette Flexibilitätsvermarktung.

Ein Vergü­tungs­mo­dell, das zu Ihnen passt:

  • Profit-Share Only
  • Floor-Modell
  • Fixpreis-Agree­ment (CPA)

Wie läuft die Batte­rie­ver­mark­tung ab?

Stellen Sie eine Anfrage: 

Kontak­tieren Sie uns mit einer unver­bind­li­chen Anfrage und wir bespre­chen Ihr indivi­du­elles Projekt gemeinsam

Erhalten Sie ein indika­tives Angebot:
Auf Basis Ihrer Projekt­daten – Speicher­ka­pa­zität, Standort und Anlagen­kon­stel­la­tion – erarbeiten unsere Experten ein indivi­du­elles Vermark­tungs­an­gebot für Sie. 
Unter­zeichnen Sie den Vertrag:
Gemeinsam unter­schreiben wir den Vertrag 
Techni­sche Anbin­dung Ihres Speichers:
Wir unter­stützen Sie bei der techni­schen Anbin­dung des Speichers, bei der Instal­la­tion von Soft- sowie Hardware und übernehmen ggf. den Prozess der Präqua­li­fi­ka­tion beim Übertra­gungs­netz­be­treiber für Sie 
Die Batte­rie­ver­mark­tung kann beginnen:
Sie profi­tieren von der optimierten Vermark­tung Ihres Batte­rie­spei­chers und erhalten monat­lich Ihre Erlöse 
Übersicht aller Kosten in der Batterievermarktung

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Von A-Z mit unseren Partnern:
Unser Rundum-Service für Ihr Batteriespeicherprojekt

Sie möchten einen Batte­rie­spei­cher in Betrieb nehmen und die bestmög­li­chen Ertrags­po­ten­ziale erzielen?

Neben der Batte­rie­ver­mark­tung bieten wir Ihnen gemeinsam mit unseren erfah­renen Partnern ein umfas­sendes Leistungs­paket an – von der Projekt­ent­wick­lung über die techni­sche Betriebs­füh­rung bis hin zur konti­nu­ier­li­chen Optimie­rung Ihres Großbat­te­rie­spei­chers. So stellen wir sicher, dass Ihr Speicher nicht nur zuver­lässig funktio­niert, sondern auch wirtschaft­lich maximale Erträge erzielt.

Infor­mieren Sie sich jetzt über die Angebote unserer Partner und starten Sie Ihr Speicher­pro­jekt mit einem starken Netzwerk an Ihrer Seite.

Ihre Schritte bis zur Batterievermarktung
Ihre Schritte bis zur Batterievermarktung
Unsere Partner für die Batteriespeicher-Projektentwicklung

Praxis­bei­spiel Batte­rie­ver­mark­tung Co-Location:
Solar­park mit Speicher Brandscheid

Eckdaten:

  • Zuschlag EEG-Innova­ti­ons­aus­schrei­bung: 2020
  • Instal­lierte Leistung PV: 7,6 MWp
  • Instal­lierte Leistung Batterie: 2,7 MW
  • Instal­lierte Kapazität Batterie: 2,7 MWh
  • Netzan­schluss­leis­tung: 5,5 MW

Vermark­tung des hybriden Batteriespeichers:

  • Mehrerlös­pro­gnose: ca. 2-3 ct./kWh (Optimie­rung nach Day-Ahead, projektspezifisch)
  • Fahrweise: 1 Volla­de­zy­klus pro Tag
  • Vertrags­lauf­zeit: 2 Jahre

Die EnBW hat Anfang 2023 ihren ersten Solar­park mit angeschlos­senem Batte­rie­spei­cher in Brand­scheid, Rhein­land-Pfalz, in Betrieb genommen, um das Ziel von 80 % erneu­er­barer Energien bis 2030 zu unter­stützen. Der Solar­park wurde über eine EEG-Innova­ti­ons­aus­schrei­bung geför­dert. Er erzeugt genug Strom für 2.300 Haushalte und spart jährlich etwa 5.000 Tonnen an CO2 ein. Der direkt angeschlos­sene Batte­rie­spei­cher optimiert die Nutzung des lokal erzeugten grünen PV-Stroms und ermög­licht eine bedarfs­ge­rechte und preis­ori­en­tierte Einspei­sung ins Netz.

Solarpark mit Speicher Brandscheid

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Neuig­keiten rund um Direkt­ver­mark­tung, Batte­rie­ver­mark­tung und Energie­wende Trends 

FAQ zur Batteriespeichervermarktung

Allge­meine Fragen 

Eignet sich mein Speicher für die Batteriespeichervermarktung? 

Für die Vermark­tung Ihres Batte­rie­spei­chers sollte dieser als Richt­wert basie­rend auf unseren Erfah­rungen mindes­tens 1,35 MW vermarkt­bare Leistung bzw. 1,35 MWh Speicher­ka­pa­zität besitzen, um auch an allen relevanten Märkten einschließ­lich der Regel­en­ergie teilnehmen zu können. Wichtiger als die Größe, ist jedoch der ausschließ­liche Zweck des Einsatzes an den Strom­märkten, d.h. ohne indus­tri­ellen Eigen­ver­brauch oder andere lokale Anwen­dungs­fälle im Hintergrund.

Was sind die Erfah­rungen, ob Batte­rie­spei­cher hinsicht­lich Techno­logie, Geschäfts- und Vergü­tungs­mo­dell von Banken finan­ziert werden? 

Die Erfah­rung zeigt, dass finan­zie­rende Banken bezüg­lich dem Thema Batte­rie­spei­cher oft (aber nicht immer) erlös­seitig und techno­lo­gie­be­zogen gewisse Sicher­heiten für eine Finan­zie­rung fordern. Durch entspre­chende Vergü­tungs­mo­delle mit garan­tierten jährli­chen Mindest­ver­gü­tungen, der Einhal­tung von indivi­du­ellen projekt­spe­zi­fi­schen Restrik­tionen bei der Fahrweise, ausge­wie­sener langjäh­riger Erfah­rung und Kompe­tenz in der techni­schen Betriebs­füh­rung und einem starken Partner wie der EnBW mit hoher Banka­bi­lity im Hinter­grund kann den Anfor­de­rungen der finan­zie­renden Banken oft hinrei­chend entspro­chen werden.

Ich betreibe noch keinen Batte­rie­spei­cher aber plane ein solches Projekt in Zukunft zu reali­sieren. Wie kann ich auch in diesem Fall von den Batte­rie­sys­tem­lö­sungen profitieren? 

Über unsere ausge­wie­sene Kompe­tenz in der Planung, Reali­sie­rung und dem Betrieb von Batte­rie­spei­chern unter­stützt die EnBW Sie gerne auch bei der Planung, Ausle­gung und Wirtschaft­lich­keits­be­rech­nung Ihres Batteriespeicherprojekts.

Wie verdiene ich Geld in der Batterievermarktung?

Die EnBW handelt den Strom auf verschie­denen Märkten, die alle in der Rubrik “Strom­märkte” erklärt werden.
Dabei gibt es zwei verschie­dene Konzepte.

  1. Arbitrage-Handel auf den Spotmärkten (Großhan­dels­märkten):
    Hier geht es darum, Preis­un­ter­schiede auszu­nutzen. In Zeiten niedriger Preise lädt die Batterie und in Zeiten hoher Preise wird der Strom mit Gewinn verkauft.

    Die Preis­dy­namik wird an folgendem Beispiel erklärt:

    • Niedrige Preise während der Mittags­stunden: Mittags, insbe­son­dere an sonnigen Tagen, produ­zieren Solar­an­lagen in Deutsch­land viel Strom, was zu einem hohen Angebot am Spotmarkt führt.
      Außerdem ist die Nachfrage geringer, da die Menschen nicht zu Hause sind und beispiels­weise weniger Energie für Licht gebraucht wird.
      Eine geringe Nachfrage und ein hohes Angebot führt auf den Spotmärkten zu niedrigen Preisen. In den Mittags­stunden lohnt es sich daher oft, Strom billig einzu­kaufen und in der Batterie einzuspeichern.
    • Hohe Preise während der Abend­stunden: Abends sinkt die Produk­tion aus erneu­er­baren Quellen wie Solar­energie, da die Sonne unter­geht. Auch die Windpro­duk­tion kann je nach Wetter­lage schwanken.
      Gleich­zeitig steigt die Nachfrage nach Strom, wenn die Menschen nach Hause kommen, kochen, Licht einschalten und mögli­cher­weise auch Klima­an­lagen oder Heizungen nutzen.
      Die Kombi­na­tion aus niedrigem Angebot und hoher Nachfrage führt zu einem Anstieg der Strom­preise. In dieser Zeit kann die in Batte­rie­spei­chern gespei­cherte Energie oft zu einem höheren Preis am Spotmarkt verkauft werden.
  2. Handel auf den Regel­en­er­gie­märkten:
    Die Regel­en­er­gie­märkte sind für die Netzsta­bi­li­sie­rung zuständig. In den Batte­rien gespei­cherte Energie wird dazu verwendet, um das Strom­netz zu stabilisieren.
Wie lange dauert die Reali­sie­rung eines Projektes? Also von Anfrage bis Inbetriebnahme?

Die Dauer der Reali­sie­rung eines Batte­rie­spei­cher­pro­jektes kann sehr unter­schied­lich sein, abhängig von ihrem Projekt­status. Die Erfah­rung zeigt, dass mit Vorliegen aller Geneh­mi­gungen, Netzzu­sage und Finan­zie­rung zwischen Bestel­lung beim Liefe­ranten und Inbetrieb­nahme ein- bis einein­halb Jahre liegen können. Das liegt vor allem an der zum Teil sehr langen Liefer­zeit von Batterie, Trafo und Wechsel­richter, welche alleine schon 30-40 Wochen betragen kann, aber auch an der anschlie­ßenden Bauphase selbst.

Gibt es die Möglich­keit “klein” anzufangen und das Batte­rie­spei­cher­pro­jekt im Nachhinein zu skalieren?

Aus Sicht der EnBW gibt es damit kein Problem, solange Fläche und Netzan­schluss vorhanden sind.

Was ist der Vorteil vom Batte­rie­spei­cher-Index der EnBW?
  • Unser Batte­rie­spei­cher-Index ist maximal trans­pa­rent: Die Abrech­nung ist jeder­zeit einfach nachvollziehbar. 
  • Unser Index ist maximal diskri­mi­nie­rungs­frei: Wir behan­deln alle Speicher in unserem Portfolio gleich, unabhängig von den Kondi­tionen. Auch machen wir so keinen Unter­schied zwischen EnBW-eigenen Speichern und Anlagen von Dritten. Je größer das Portfolio des Vermark­ters ist, desto wichtiger ist die Einsatz­rei­hen­folge der Speicher. Insbe­son­dere in den PRL- und SRL-Märkten ergeben sich daraus sonst schnelle preis­set­zende Effekte (da diese Märkte im Vergleich sehr klein sind). Der Speicher der zuerst einge­setzt wird, erzielt den höchsten Preis. Der Vermarkter kann sich hier also bewusst gegen Sie optimieren, das ist nicht fair und auch nicht unser Vorhaben.
  • Bestpreis­ga­rantie: Wir bilden für Sie inner­halb der vorge­ge­benen Speicher­spe­zi­fi­ka­tionen immer die besten Preis­paare an Intraday und Day-Ahead und tragen dafür das volle Risiko. Insofern haben Sie eine gewisse Sicher­heit, dass Sie immer die besten Spreads pro Tag erhalten. Außerdem profi­tieren Sie schon von Tag 1 an von allen Märkten, auch PRL und SRL – selbst wenn Ihr Batte­rie­spei­cher erst später präqua­li­fi­ziert werden sollte. Dies ist insofern relevant, da die Konkur­renz Ihren Speicher sonst gerne in der Regel­en­ergie als Besiche­rung für andere Speicher im Portfolio einsetzen kann, was für Sie eine Benach­tei­li­gung darstellen würde. Das ist bei uns nicht der Fall: Sie profi­tieren immer von allen Märkten, unabhängig davon ob der Speicher dort auch tatsäch­lich einge­setzt wird.
Vermarktet die EnBW auch Batte­rie­spei­cher außer­halb Deutschlands?

Als EnBW bieten wir Batte­rie­ver­mark­tungs­lö­sungen auch in Großbri­tan­nien an. Zusätz­lich prüfen wir aktuell den Einstieg in die Märkte anderer europäi­scher Länder.

Was ist der Multi-Market-Ansatz?

Bei der Vermark­tung von Batte­rie­spei­chern reicht es heutzu­tage wirtschaft­lich nicht mehr aus, die Batterie alleine in einem einzigen Markt einzu­setzen. Um das maximale Erlös­po­ten­zial mit Ihrem Batte­rie­spei­cher zu erzielen, sollte ein Multi-Market-Ansatz verfolgt werden. In diesem wird ein Batte­rie­spei­cher über verschie­dene Märkte wie die Spotmärkte, Day-Ahead und Intraday (Arbitrage) sowie die Regel­en­ergie (Primär- und Sekun­dä­re­gel­re­serve) einge­setzt. Hierbei wird auf Basis intel­li­genter Algorithmen des Vermark­ters täglich und unter­tägig auf Basis von Preis­pro­gnosen und einer Optimie­rung laufend neu entschieden, in welchen Stunden des jewei­ligen Tages die Batterie am besten in welchem Markt einge­setzt wird, um das maximale Erlös­po­ten­zial zu realisieren.

Bei einer Intraday-Vermark­tung wird ein „Stand-alone“ Speicher mehr belastet als bei einer Vermark­tung in der Regel­en­ergie. Wer sichert mir zu, dass die Batterie durch die höhere Beanspru­chung nicht zu schnell „kaputt­ge­fahren“ wird? 

Die höhere zykli­sche Beanspru­chung der Batterie im konti­nu­ier­li­chen Intraday-Handel etwa gegen­über der Regel­en­ergie ist richtig. Damit der Speicher hierdurch nicht zu schnell degra­diert und sein Lebens­ende früher als in der Ausle­gung geplant erreicht, bieten wir zum Beispiel Sicher­heiten durch eine indivi­duell festge­legte Anzahl an jährli­chen nutzbaren Volla­de­zy­klen und vertrag­lich indivi­duell verein­barte Zykluskosten.

Techni­sche Fragen

Was bedeutet Round-Trip-Efficiency?

Die Round-Trip-Effici­ency (RTE) beschreibt den Gesamt­wir­kungs­grad des Batte­rie­spei­chers. Er gibt an, wie viel der ursprüng­lich gespei­cherten Energie nach einem vollstän­digen Lade- und Entla­de­zy­klus (Volla­de­zy­klus) wieder nutzbar ist. Es ist ein Maß dafür, wie effizient die Batterie Energie speichert und wieder abgibt.

Aus Sicht des Vermark­ters ist vor allem die Round-Trip-Effici­ency bezogen auf den Netzan­schluss relevant. Dies ist wichtig um zu bestimmen, welche Gesamt­ver­luste ein Speicher­vor­gang z.B. im Rahmen eines Handels­ge­schäftes an den Strom­märkten hat, da hier u.a. auch Leitungs­ver­luste mit berück­sich­tigt werden.

Was bedeuten die Einheiten “Leistung (MW)” und “Kapazität (MWh)” im Zusam­men­hang mit der Batte­rie­ver­mark­tung und was davon wird gehandelt?

Leistung: Leistung wird bei Großbat­te­rie­spei­chern in Megawatt (MW) gemessen und gibt an, wie viel Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt erzeugt oder verbraucht wird. Ein Megawatt entspricht 1.000 Kilowatt. In der Batte­rie­ver­mark­tung beschreibt die Leistung die maximale Menge an Energie, die eine Batterie zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern kann, um auf Markt­be­darfe oder Netzan­for­de­rungen zu reagieren. Nimmt eine Batterie beispiels­weise an einem der Regel­leis­tungs­märkte teil, entscheidet die bereit­ge­stellte Leistung über die Höhe der Vergütung.

Kapazität: Die Kapazität wird gewöhn­lich in Megawatt­stunden (MWh) gemessen und gibt die Gesamt­menge an Energie an, die eine Batterie über einen bestimmten Zeitraum speichern oder liefern kann. Eine Megawatt­stunde entspricht der Energie­menge, die bei einer Leistung von 1 MW inner­halb einer Stunde umgesetzt wird. Die Kapazität einer Batterie beschreibt also, wie viel Energie die Batterie insge­samt speichern kann.

Das Verhältnis zwischen Leistung und Kapazität ist dabei entschei­dend für die Speicher­dauer der jewei­ligen Batterie. Eine Batterie mit 1 MW Leistung und 1 MWh Kapazität gilt als sogenannter “1-Stunden Speicher”. Eine Batterie mit 1 MW Leistung und 2 MWh Kapazität kann die Energie 2 Stunden speichern. Hat die Batterie 1 MW Leistung und 4 MWh Kapazität gilt sie als “4-Stunden Speicher” und kann entspre­chend nochmal mehr Energie aufnehmen. Das Verhältnis zwischen Leistung und Kapazität kann ebenfalls als C-Rate definiert werden. So haben “4-Stunden-Speicher” eine C-Rate von 0,25, “2-Stunden-Speicher” eine C-Rate von 0,5 und “1-Stunden-Speicher” eine C-Rate von 1,0. Eine hohe Speicher­ka­pa­zität ist beson­ders wichtig für die Strom­han­dels­ge­schäfte am DA & ID-Markt, da durch eine längere Speicher­dauer mehr Flexi­bi­lität im Handel ermög­licht wird. Und ein größeres Flexi­bi­li­täts­po­ten­tial bedeutet am Ende auch mehr Erlös­mög­lich­keiten für den Betreiber.

Eine gute Analogie hierzu zur Verbild­li­chung ist ein Wasser­tank:
Die Leistung reprä­sen­tiert den Wasser­hahn und gibt an, wie viel Wasser auf einmal aus dem Tank fließen kann.
Die Kapazität gibt an, wieviel Wasser in den Tank passt (Ein großer Tank kann viel Wasser speichern, ein kleinerer Tank kann weniger Wasser speichern).

Was ist die C-Rate und was bedeutet sie?

Die C-Rate ist eine Kennzahl, um die Lade- oder Entla­de­ge­schwin­dig­keit einer Batterie im Verhältnis zu ihrer Gesamt­ka­pa­zität zu beschreiben.
Wenn eine Batterie eine C-Rate von 1C (“1h-System”) hat, bedeutet das, dass sie inner­halb von einer Stunde vollständig geladen oder entladen werden kann.
Eine C-Rate von 0,5C (“2h-System”) bedeutet, dass die Batterie inner­halb von zwei Stunden vollständig geladen oder entladen werden kann.
Bei einer C-Rate von 2C würde die Batterie in 30 Minuten vollständig geladen oder entladen werden.

Die C-Rate hat einen Einfluss auf die Lebens­dauer und die Effizienz:
Hohe Lade- und Entla­de­raten führen zu stärkeren chemi­schen Reaktionen und erhöhter Wärme­ent­wick­lung, was die Materia­lien der Batterie stärker beansprucht und zu schnel­lerem Kapazi­täts­ver­lust und gerin­gerer Lebens­dauer führen kann. Zusätz­lich sinkt die Effizienz, da Energie in Form von Wärme verloren geht.

Was ist der Vollladezyklus?

Ein Vollla­de­zy­klus beschreibt das einma­lige Laden, Speichern und Entladen des Speichers bei Ausnut­zung der gesamten nutzbaren Kapazität, d.h. die Beladung von 0 % auf 100 % und anschlie­ßende Entla­dung von 100 % auf 0 %. Bei nicht vollstän­diger Be- oder Entla­dung können mehrere Teilla­de­zy­klen zusammen auch einen Vollla­de­zy­klus ergeben.

Beispiel: Zwei Beladungen/Entladungen von jeweils 50 % entspre­chen einem Vollladezyklus.

Die Anzahl der Vollla­de­zy­klen gibt Aufschluss über die Alterung und den Verschleiß einer Batterie. Je mehr Zyklen ein Batte­rie­spei­cher durch­laufen hat, desto näher ist er an seinem Lebens­ende. Hersteller definieren ihre Garan­tien häufig auf Basis von Zyklen oder der verblei­benden nutzbaren Restka­pa­zität nach einer bestimmten Anzahl von Zyklen. Deshalb ist es wichtig, zusammen mit dem Vermarkter die durch ihn zuläs­sigen nutzbaren Vollla­de­zy­klen pro Tag und Jahr festzu­legen, damit diese Garan­tie­be­din­gungen nicht unabsicht­lich verletzt werden.

Was bedeutet “Anlagen­zer­ti­fikat” im Kontext von Batteriespeichern?

Ein Anlagen­zer­ti­fikat ist ein techni­scher Nachweis, der bestä­tigt, dass eine Anlage, wie z.B. ein Batte­rie­spei­cher­system, die Anfor­de­rungen für einen sicheren und netzkon­formen Betrieb gemäß den deutschen Netzan­schluss­richt­li­nien erfüllt. Es ist Voraus­set­zung für den Netzan­schluss und die Inbetrieb­nahme größerer Speicheranlagen.

Bei Anlagen mit einer Anschluss­leis­tung > 950 kW ist dies das Anlagen­zer­ti­fikat Typ A.
In dem Zerti­fikat werden die elektri­schen Eigen­schaften der Anlage auf Basis detail­lierter Planungs­un­ter­lagen und Simula­tionen bewertet. Es wird durch eine akkre­di­tierte Zerti­fi­zie­rungs­stelle ausge­stellt und ist Teil eines mehrstu­figen Prozesses. Dieser wird mit einer Konfor­mi­täts­er­klä­rung abgeschlossen, die bestä­tigt, dass die Anlage wie geplant umgesetzt wurde.

(Quelle: Prüfung statio­närer Energie­spei­cher nach IEC 62619, TÜV Süd)

Was muss ich bei der Kühlung von Batte­rie­spei­chern beachten?

Die Kühlung von Batte­rie­spei­chern ist entschei­dend für deren Sicher­heit, Effizienz und Lebens­dauer. Während des Betriebs entsteht Wärme, die abgeführt werden muss, um Überhit­zung und Zellschäden zu vermeiden. Zwei Kühlme­thoden kommen haupt­säch­lich zum Einsatz: Luftküh­lung und Flüssigkeitskühlung.

Luftküh­lung ist einfach und kosten­günstig, eignet sich beson­ders für kleinere Speicher und Systeme mit geringer Leistungs­dichte. Sie nutzt Venti­la­toren oder natür­liche Luftzir­ku­la­tion, hat aber eine begrenzte Kühlleis­tung und kann zu ungleich­mä­ßiger Tempe­ra­tur­ver­tei­lung führen.

Flüssig­keits­küh­lung bietet eine höhere Effizienz und gleich­mä­ßige Tempe­ra­tur­re­ge­lung, ist jedoch technisch komplexer und wartungs­in­ten­siver. Sie wird vor allem bei großen Speicher­sys­temen oder Anwen­dungen mit hoher Lade-/Entla­de­leis­tung eingesetzt.

Die Wahl der Kühlme­thode hängt von der Speicher­größe, den Umgebungs­be­din­gungen und den techni­schen Anfor­de­rungen ab. Eine sorgfäl­tige Planung ist entschei­dend für den zuver­läs­sigen Betrieb.

Als Vermarkter empfehlen wir für die Batte­rie­ver­mark­tung flüssig­keits­ge­kühlte Systeme zu nehmen. Grund ist hierfür insbe­son­dere die Arbitrage-Vermark­tung über die Day-Ahead- und Intraday-Märkte. Gerade bei luftge­kühlten Systemen kann es bei hohen Lade-/Entla­de­leis­tungen zu drohenden Überhit­zungen kommen, was dann Pausen­zeiten von bis zu mehreren Stunden zwischen zwei Zyklen erfor­dern kann, in welchem der Batte­rie­spei­cher zusätz­lich abkühlen muss, bevor ein neuer Zyklus gefahren werden kann (sogenannte “Cooldown-Zeiten”). Solche Cooldown-Zeiten schränken den Flexi­bi­li­täts­grad in der Vermark­tung und somit das Erlös­po­ten­zial zusätz­lich ein und können bei flüssig­keits­ge­kühlten Systemen i.d.R. vermieden bzw. reduziert werden.

Was passiert zwischen “Inbetrieb­nahme” und “Vermark­tungs­start”?

Bevor wir als EnBW mit der Vermark­tung einer Batterie starten können, müssen wir einige Testfahrten durch­führen. Diese sollen sicher­stellen, dass…

  • …die Batterie die techni­sche Spezi­fi­ka­tion erfüllt, die uns als Vermarkter gegen­über angegeben ist, und so reagiert, wie wir es erwarten.
  •  …die Batterie auch in der Regel­en­ergie vermarktet werden kann. Hierfür muss die Batterie einige Anfor­de­rungen erfüllen, die wir mit diesen Testfahrten u.a. auch gegen­über dem Übertra­gungs­netz­be­treiber im Rahmen der Präqua­li­fi­ka­tion nachweisen müssen.

Diese sind von der Idee also vergleichbar mit dem Fernsteu­er­bar­keits­test in der Direkt­ver­mark­tung, nur deutlich umfang­rei­cher.
Die Erfah­rung von uns als Vermarkter zeigt, dass sich hier verschie­dene Systeme unter­schied­lich verhalten. Eine Testfahrt alleine reicht oft nicht aus, hier sind üblicher­weise mehrere Fahrten nötig. 
Im Umkehr­schluss bedeutet das, dass die Batterie nicht direkt mit Inbetrieb­nahme auch in die Vermark­tung geht. Vielmehr ist der Ablauf folgender:

  1. Batterie wurde durch den Anschluss­netz­be­treiber abgenommen (Signal­test erfolgreich)
  2. Batterie wurde durch den Hersteller abgenommen, Site Accep­tance Test (SAT) erfolgreich
  3. Testbe­trieb durch EnBW ist erfolgreich
  4. Start der Vermark­tung (Alle erfor­der­li­chen Geneh­mi­gungen, Zulas­sungen und Unter­lagen wie Netzan­schluss­ver­trag, Netznut­zungs­ver­trag, Anlagen­zer­ti­fikat Typ A etc. liegen vor)

Fragen zu unseren Anlagenkonstellationen

Was ist der Unter­schied zwischen Stand-alone Batte­rie­spei­chern, Co-Location in der Innovations­ausschreibung oder förderfrei?

„Stand-alone“ Speicher besitzen einen eigenen Netzan­schluss und teilen sich diesen nicht mit einem Solar- oder Windpark. Batte­rie­spei­cher in Co-Location wiederum besitzen einen gemein­samen Netzan­schluss mit einem Solar- oder Windpark. Für diese Anlagen­kom­bi­na­tionen ist es möglich, eine EEG-Förde­rung im Rahmen der Innova­ti­ons­aus­schrei­bung zu erhalten. Sie können aber auch außer­halb der Innova­ti­ons­aus­schrei­bung förder­frei errichtet werden.

Was ist Co-Location und wann bietet sie sich an? 

Co-Location bedeutet immer ein Batte­rie­spei­cher in Verbin­dung mit einer EE-Anlage. Für Co-Location gibt es zwei Möglich­keiten: Zum einen den Co-Location Grünstrom­spei­cher, bei dem der Batte­rie­spei­cher seinen Strom ausschließ­lich aus der EE-Anlage bezieht. Hier kann die Anlagen­kom­bi­na­tion im Rahmen der EEG-Innova­ti­ons­aus­schrei­bung geför­dert werden, dies gilt aller­dings nur für Neuan­lagen. Zum anderen den Co-Location Graustrom­spei­cher, z. B. durch die Nachrüs­tung von Batte­rien an Bestands­an­lagen. Hierbei wird der Speicher nur aus dem Netz geladen. Co-Location bietet zahlreiche Vorteile: Zum einen kann sie bereits bestehende Flächen in Anspruch nehmen, außerdem erfor­dert sie nur ein Geneh­mi­gungs­ver­fahren und besitzt gerin­gere Kosten pro Assets. Zudem sind Syner­gien in der Betriebs­füh­rung möglich, sowie Entlas­tung beim Netzan­schluss (z. B. durch Einspeisebegrenzung).

Welche Laufzeiten haben die Batterievermarktungsverträge?

Wir bieten für „Stand-alone“ und Co-Location Speicher standard­mäßig Vermark­tungs­ver­träge inner­halb des liquiden Horizonts von einem bis hin zu fünf Jahren an. In Einzel­fällen sind jedoch auch Gespräche über eine längere Laufzeit bis maximal 10 Jahre möglich. Für Parks im Rahmen der Innova­ti­ons­aus­schrei­bung bieten wir standard­mäßig Vertrags­lauf­zeiten von ein bis fünf Jahren an.

Fragen zu den verschie­denen Strommärkten

Auf welchen Märkten wird der Strom der Batte­rie­ver­mark­tung gehandelt?

Wir handeln an den kurzfris­tigen Spotmärkten (Day Ahead & Intraday) und auf den Regel­en­er­gie­märkten (Primär­re­gel­leis­tungs- & Sekundärregelleistungsmarkt).

Was ist der Spotmarkt für den Stromhandel?

Der Spotmarkt im Strom­handel ist ein Handels­platz, an dem Strom für die Liefe­rung u.a. am selben Tag (Intraday-Markt) oder für den nächsten Tag (Day-Ahead-Markt) gehan­delt wird. Dabei treffen Angebot und Nachfrage direkt aufein­ander. Der Spotmarkt ist ein wesent­li­cher Bestand­teil des Energie­marktes und spielt eine zentrale Rolle bei der Preis­bil­dung und dem Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Strom­netz.
Für den Handel von Strom in der Europäi­schen Union gibt es u.a. die Strom­börse “European Power Exchange” (EPEX SPOT) in Paris. Dieser Strom-Spotmarkt belie­fert viele europäi­sche Länder. Neben Deutsch­land und Luxem­burg, die eine Preis­zone bilden, liefert die EPEX Spot auch Strom an Öster­reich, die Schweiz, Frank­reich, Belgien, Dänemark, die Nieder­lande, Schweden, Norwegen, Finnland, Polen und das Verei­nigte Königreich.

Was ist der Day-Ahead-Markt?

Am Day-Ahead-Markt werden Strom­lie­fe­rungen für jede Stunde des Folge­tages (0 bis 24 Uhr) gehan­delt. Käufer und Verkäufer müssen im Rahmen einer Auktion ihre Gebote bis 12 Uhr des Vortages abgeben. Die Börse ermit­telt dann aus den abgege­benen Geboten den Markt­preis und veröf­fent­licht täglich um 12:40 Uhr die entspre­chenden Zuschläge.
Aus der Schnitt­menge von angebo­tener und nachge­fragter Strom­menge ergibt sich schließ­lich der für alle Anbieter gleicher­maßen geltende Einheits­preis, auch Market Clearing Price (MCP) genannt, für das jewei­lige Produkt des Day-Ahead-Handels (z. B. für eine konkrete Stunde des Folge­tages). Der MCP ist im Wesent­li­chen das letzte Gebot, das im Rahmen der Auktion einen Zuschlag erhält. Dieses letzte und damit teuerste Gebot bestimmt letzt­lich den Strom­preis, den alle Markt­teil­nehmer für das jewei­lige Produkt zahlen. Dieses Preis­be­stim­mungs-Verfahren wird auch “Merit-Order” genannt.

Was ist der Intraday-Markt?

Der Intraday-Markt ist ein Teil des Strom­han­dels­marktes, auf dem Strom inner­halb eines Tages gehan­delt wird. Er bietet Flexi­bi­lität für Strom­erzeuger, Strom­händler und Verbrau­cher, um auf kurzfris­tige Schwan­kungen in Angebot und Nachfrage zu reagieren. Zum Beispiel können unvor­her­ge­se­hene Ereig­nisse wie plötz­liche Wetter­än­de­rungen oder techni­sche Störungen in Kraft­werken ausge­gli­chen werden.
Der Handel erfolgt dabei sowohl für Stunden-, als auch insbe­son­dere Viertel­stun­den­pro­dukte und besteht aus einer Intraday-Auktion sowie einem konti­nu­ier­li­chen Intraday-Markt.

Was ist der Unter­schied zwischen der Intraday-Auktion und dem konti­nu­ier­li­chen Intraday Handel?

Bei der Intraday-Auktion geben Markt­teil­nehmer ihre Gebote zu festge­legten Zeitpunkten ab, und der Preis wird für alle erfolg­rei­chen Gebote nach dem Merit-Order-Verfahren einheit­lich bestimmt, äquiva­lent wie bei der Day-Ahead-Auktion auch. Die Intraday-Auktion bietet gegen­über der Day-Ahead-Auktion eine struk­tu­rier­tere Möglich­keit zum Handel, da bei der Intraday-Auktion auch Viertel­stun­den­pro­dukte gehan­delt werden können, jedoch ohne die Flexi­bi­lität für kurzfris­tige Anpas­sungen. Intraday-Auktionen finden jeweils um 15 Uhr und um 22 Uhr am Vortag sowie um 10 Uhr am Liefertag statt.

Im Gegen­satz dazu ermög­licht der konti­nu­ier­liche Intraday-Handel den Markt­teil­neh­mern, Strom in Echtzeit konti­nu­ier­lich und rund um die Uhr zu handeln. Trans­ak­tionen werden sofort ausge­führt, sobald Angebot und Nachfrage überein­stimmen, was eine hohe Flexi­bi­lität bietet. Ab 16 Uhr des Vortages können jeweils die neuen Handels­pro­dukte für den Folgetag gehan­delt werden, und das bis 5 Minuten vor Liefer­zeit­punkt. Die Preise variieren ständig und spiegeln die aktuellen Markt­be­din­gungen wider.

Was sind die Regelenergiemärkte?

Regel­en­ergie ist Energie, die kurzfristig bereit­ge­stellt wird, um das Strom­netz stabil zu halten. Diese Energie wird benötigt, wenn es im Strom­netz zu Abwei­chungen zwischen Erzeu­gung und Verbrauch kommt. Ein stabiles Strom­netz erfor­dert eine konstante Netzfre­quenz (in Europa 50 Hz), und jede Abwei­chung von dieser Frequenz kann zu Netzin­sta­bi­li­täten oder sogar Strom­aus­fällen führen.

Je nachdem, wie schnell die Regel­en­ergie für den Ausgleich der Netzfre­quenz­schwan­kungen bereit­ge­stellt werden muss, unter­scheidet man die Primär­re­gel­en­ergie, die Sekun­där­re­gel­en­ergie sowie die Minutenreserve.

Diese drei Märkte für Regel­en­ergie werden von den vier deutschen Übertra­gungs­netz­be­trei­bern (ÜNB) organi­siert und verwaltet (www.regelleistung.net). Um Regel­en­ergie zu erbringen, werden von den ÜNBs beson­dere Anfor­de­rungen an die jewei­lige Anlage gestellt, welche inner­halb eines definierten Verfah­rens geprüft werden (sogenannte “Präqua­li­fi­ka­tion”).

Wieso sind gerade Batte­rien so gut für Regelmärkte?
  • Schnelle Reakti­ons­zeiten: Batte­rien können inner­halb von Milli­se­kunden Energie bereit­stellen oder aufnehmen, was sie ideal für Primär­re­gel­en­ergie macht.
  • Zwei-Wege-Funktio­na­lität: Batte­rien können sowohl Energie liefern als auch speichern, was bedeutet, dass sie sowohl bei einem Über- als auch bei einem Unter­an­gebot an Strom einge­setzt werden können.
  • Effizienz: Batte­rien sind sehr effizient im Vergleich zu tradi­tio­nellen Kraft­werken, die Regel­en­ergie bereitstellen.
  • Kosten­günstig: Batte­rien können im Vergleich zu anderen Anlagen sehr kosten­günstig Regel­en­ergie bereit­stellen, da sie beim Hoch- und/oder Runter­fahren deutlich weniger Kosten verur­sa­chen als z. B. ein konven­tio­nelles Kohle- oder Gaskraftwerk
Was ist die Präqua­li­fi­ka­tion für den Regel­en­er­gie­markt und wann muss diese erfolgen?

Um am Regel­en­er­gie­markt teilnehmen zu können, müssen die Betreiber und Betrei­be­rinnen sicher­stellen, dass die Anlagen die techni­schen Anfor­de­rungen der Übertra­gungs­netz­be­treiber (ÜNB) und die regula­to­ri­schen Rahmen­be­din­gungen erfüllen. (Anfor­de­rungen hier zu finden: www.regelleistung.net).Dieser Prozess wird auch “Präqua­li­fi­ka­tion” genannt.

Die Präqua­li­fi­ka­tion sollte in der Regel vor der Inbetrieb­nahme starten. Die Dauer der Präqua­li­fi­ka­tion ist vor allem abhängig vom ÜNB und dauert erfah­rungs­gemäß etwa 2-3 Monate.

Können alle Anlage­kon­stel­la­tionen (Stand-Alone, Co-location & Innovations­ausschreibung) am Regel­en­er­gie­markt teilnehmen?

Stand-Alone Batte­rie­spei­cher und Co-Location Batte­rie­spei­cher außer­halb der Innova­ti­ons­aus­schrei­bung können grund­sätz­lich am Primär­re­gel­en­ergie- als auch Sekun­där­re­gel­en­er­gie­markt teilnehmen.
Bei Innova­ti­ons­aus­schrei­bungen ist es recht­lich nicht möglich am Primär­re­gel­en­er­gie­markt teilzu­nehmen, da die Batte­rien nur ins Netz einspeisen und nicht aus dem Netz beziehen dürfen.

Theore­tisch kann ein Park im Rahmen der Innova­ti­ons­aus­schrei­bung jedoch positive Sekun­där­re­gel­en­ergie erbringen. Aufgrund von starken Einschrän­kungen beim Ladever­halten, wie beispiels­weise die Beladung des Batte­rie­spei­chers nur aus der benach­barten EE-Anlage oder einer benötigten Leistungs­er­brin­gung von über mind. vier Stunden, ist dies praktisch jedoch selten wirtschaft­lich lohnend.

Bei einer Intraday-Vermark­tung wird ein „Stand-alone“ Speicher mehr belastet als bei einer Vermark­tung in der Regel­en­ergie. Wer sichert mir zu, dass die Batterie durch die höhere Beanspru­chung nicht zu schnell „kaputt­ge­fahren“ wird? 

Die höhere zykli­sche Beanspru­chung der Batterie im konti­nu­ier­li­chen Intraday-Handel etwa gegen­über der Regel­en­ergie ist richtig. Damit der Speicher hierdurch nicht zu schnell degra­diert und sein Lebens­ende früher als in der Ausle­gung geplant erreicht, bieten wir zum Beispiel Sicher­heiten durch eine indivi­duell festge­legte Anzahl an jährli­chen nutzbaren Volla­de­zy­klen und vertrag­lich indivi­duell verein­barte Zyklus­kosten. Grund­sätz­lich stellen wir gemeinsam mit Ihnen sicher, dass im Rahmen der Vermark­tung stets alle verein­barten Garan­tie­be­din­gungen des Herstel­lers erfüllt werden.

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Pierre Fees, Head of Renewa­bles Sales