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Was ist bei der Fernsteuerbarkeit von PV-Anlagen zu beachten?

Lesezeit: 4 Minuten
Teaserbild: Was ist bei der Fernsteuerbarkeit von PV-Anlagen zu beachten?

Seit 2016 wurde die verpflichtende Direktvermarktung und mit ihr auch die verpflichtende Fernsteuerbarkeit durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt. Hier erfahren Sie alles was bei der Fernsteuerbarkeit der PV-Anlage zu beachten ist.

Warum ist Fernsteuerbarkeit überhaupt notwendig?

Wenn es um die Menge an produziertem Strom durch Photovoltaik-Anlagen geht, spielt das Wetter eine große Rolle. In der Funktion eines Händlers vermittelt der Direktvermarktungspartner den eingespeisten Strom an die Strombörse, an welcher die Preise wie üblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt sind. Treffen hohe und unkalkulierbare Erzeugungsmengen auf eine geringe Nachfrage, fallen an der Strombörse die Preise. Im drastischen Fall sinken diese sogar auf null oder in den negativen Bereich.

Um dies zu verhindern, muss es dem Direktvermarkter jederzeit möglich sein, die Ist-Einspeisung, d.h. die erzeugte Strommenge abzüglich des Eigenbedarfs, abzurufen und gegebenenfalls ferngesteuert zu reduzieren. Dadurch kann der Direktvermarkter in Echtzeit auf Preisschwankungen am Markt reagieren und die Einspeisemenge der Anlage anpassen. Um die Fernsteuerbarkeit für den Direktvermarkter sicherzustellen, muss der Anlagenbetreiber die erforderliche Technik rechtzeitig einrichten. Wie genau dieser Prozess abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie wird die Fernsteuerbarkeit hergestellt?

Die Steuerung einer Anlage erfolgt in erster Linie nach den Vorgaben des Netzbetreibers. Üblicherweise betrachtet der Netzbetreiber dabei jedoch bloß den Netzzustand und verantwortet zudem, dass die eingespeiste Energie an die Verbraucher weitergeleitet werden kann. Die Anlagensteuerung durch den Netzbetreiber funktioniert in der Regel über Funkrundsteuerempfänger, Fernwerktechnik, analoge Signale oder digitale Signale.
Als Betreiber der Anlage müssen Sie sich nur noch darum kümmern, dass die Anlagensteuerung zu dem Protokoll des Netzbetreibers passt. Hierbei gibt es einfache Möglichkeiten, sogenannte Protokollumsätze mit zu nutzen, um so mit relativ preiswerter Technik eine Steuerung durchführen zu können.

Für die Fernsteuerbarkeit des Direktvermarkters wird eine weitere Schnittstelle eingerichtet, sodass der Direktvermarkter einen direkten Zugriff auf die Anlagensteuerung erhält.
Die größte Schwierigkeit bei der Direktvermarktung besteht darin, die richtige Einspeiseleistung auszuweisen. Hierfür gibt es unterschiedliche Messverfahren. Bei der Volleinspeisung entspricht die eingespeiste Energie der erzeugten Energie, sodass der Wert direkt aus der Anlagensteuerung entnommen werden kann. Besteht ein Eigenverbrauch, muss dieser gemessen und schließlich ausgewiesen werden.
Für Neubeantragungen über 135kWp gilt seit 28.04.2019 eine neue Norm des Verbands VDE. Der Anlagenbetreiber muss demnach eine Anlagensteuerung mit integrierter DV-Schnittstelle zur Verfügung stellen.

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Welche Voraussetzungen müssen bei der Fernsteuerbarkeit für eine Direktvermarktungsschnittstelle geschaffen sein?

  • Internetanschluss
    Monatlich wird etwa 1 GB Datenvolumen durch die Direktvermarktung beansprucht. Zusätzliches Datenvolumen wird benötigt, wenn auch das Anlagenmonitoring über den Internetanschluss läuft.
    Viele der Anlagen sind in das Mobilfunknetz eingebunden. Wir empfehlen folglich ein LTE Modem, da Deutschland auch zukünftig auf LTE setzen wird, während man das UMTS-Netz mit der Zeit abbaut.

  • Anlagensteuerung / Wechselrichter
    Anlagensteuerungen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Dieser Punkt muss direkt mit dem Anlagenerrichter geklärt werden. Es muss beachtet werden, die Anlagensteuerung dazu zu befähigen, den zweiten Steuerungsrichter miteinzuschließen.

  • Eigenverbrauch
    Zur Berechnung des Eigenverbrauchs und der sich daraus erschließenden Einspeiseleistung kommen Möglichkeiten wie S0 Impuls, eine eingebaute Messung, eine Messung der Anlagensteuerung oder weitere Hardware zur Übertragung von Verbrauchs-Messwerten zum Einsatz. Das Setzen eines gewissen Wandlerplatzes geht dabei mit entsprechenden Investitionen einher.

  • Einbauplatz
    Zusätzliche Geräte benötigen in Folge auch eine entsprechende Einbauplatz-Möglichkeit.
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In unserem Webinar on Demand erhalten Sie weitere Informationen.

Wie läuft der Prozess der Fernsteuerbarkeit bei Neuanlagen ab?

Direkt im Anschluss an die Planung der Anlage geht es um das Festlegen der Steuerungstechnik. Wer von einer Direktvermarktung seines Stroms profitieren möchte, sollte bereits sehr frühzeitig den Direktvermarktungspartner einbinden, da dieser Aspekt bei der Auswahl der Steuerungstechnik eine wichtige Rolle spielt. Je frühzeitiger Sie uns also in die Planung einbinden und uns Informationen zur Verfügung stellen, desto schneller können wir Ihnen mit Tipps für eine preiswerte und gut funktionierende Lösung helfen.
Parallel dazu erfolgt die Aufsetzung des Direktvermarktungsvertrags und die Eintragung in das dafür vorhergesehene Portal. Mit uns als Ihr Direktvermarktungspartnerpartner sollten Sie etwa 2-6 Wochen für diesen Prozess vorsehen.
Die darauffolgende Bestellung der Direktvermarktungs-Technik bei unserem Partner dauert im normalen Fall etwa 2 Wochen. Es folgt die Montage der Technik, welche von Ihrem gewünschten Techniker in der Regel ohne Schwierigkeiten installiert werden kann. Vereinbaren Sie dann mit etwa einer Woche Vorlauf einen Termin bei Ihrem Technik-Partner, um die anschließende Inbetriebnahme der Anlage mit einem Test der Fernwirkanbindung durch den Energieversorger durchzuführen. So zeigt sich direkt, ob die verbaute Technik korrekt funktioniert. Mit dem Abregelungstest erfolgt schließlich der Startschuss für die Direktvermarktung. Dieser Test liefert den Nachweis für den Netzbetreiber, dass die Fernsteuerbarkeit Ihrer Anlage über den Direktvermarkter funktioniert und ist insofern sehr wichtig, da es ansonsten zu Vergütungsausfällen kommen kann. Mit der finalen Errichterbestätigung bzw. dem Inbetriebnahmeprotokoll Ihres Technik-Partners sowie dem Fernsteuerbarkeitsnachweis Ihres Direktvermarkters erbringen sie den Nachweis zum Erhalt der Marktprämie (20§ EEG 2017) und bekommen somit die volle Vergütung.

Welche Fristen müssen bei der Fernsteuerbarkeit beachtet werden?

Bereits vor Vertragsabschluss kann die Fernsteuerbarkeit in unserem Portal angegangen werden. Was kostet die Fernsteuerbarkeit und was kommt alles auf Sie zu? Treten Sie hierzu rechtzeitig in Kontakt mit Ihrem Technik-Partner.
Die Fernsteuerbarkeit muss bis Ende des Folgemonats der EEG-Inbetriebnahme (d.h. der erstmaligen Inbetriebsetzung der Anlage nach Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft) oder bis spätestens zum Start der Direktvermarktung hergestellt werden. Wenn Sie sich fragen, welches Datum beim Netzbetreiber gilt, wenden Sie sich an Ihren Netzbetreiber, um die genaue Frist zur Herstellung der Fernsteuerbarkeit zu erfahren. In unserem zum Thema „Fristen: Bis wann muss ich meine Anlage für die Direktvermarktung anmelden?“ erfahren Sie außerdem alles zu den Fristen für den Fernsteuerbarkeitsnachweis.

Was passiert, wenn die Fernsteuerbarkeit nicht rechtzeitig hergestellt wird?

Bei einer Fristverzögerung, sprich Sie befinden sich bereits in der Direktvermarktung, die Fernsteuerbarkeit ist aber noch nicht hergestellt, ist es möglich, dass Ihnen der Netzbetreiber für den angefangenen Monat keine Marktprämie erstattet. Wir empfehlen Ihnen folglich die unbedingte Einhaltung der Fristen.

War dieser Artikel hilfreich? Er fasst die erste Hälfte unseres Webinar Direktvermarktungsportal: Führung und Möglichkeiten zusammen. In der zweiten Hälfte führt Sie unsere Kollegin Luisa Zöller durch unser Direktvermarktungs-Portal. Schauen Sie gerne rein und lernen Sie, wie Sie die Fernsteuerbarkeit Schritt für Schritt anmelden.

Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

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Ines Lemberger

Ines Lemberger

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