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Was ist bei der Fernsteu­er­bar­keit von PV-Anlagen zu beachten?

Lesezeit: 4 Minuten
Teaserbild: Was ist bei der Fernsteuerbarkeit von PV-Anlagen zu beachten?

Warum ist Fernsteu­er­bar­keit überhaupt notwendig?

Wenn es um die Menge an produ­ziertem Strom durch Photo­vol­taik-Anlagen geht, spielt das Wetter eine große Rolle. In der Funktion eines Händlers vermit­telt der Direkt­ver­mark­tungs­partner den einge­speisten Strom an die Strom­börse, an welcher die Preise wie üblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt sind. Treffen hohe und unkal­ku­lier­bare Erzeu­gungs­mengen auf eine geringe Nachfrage, fallen an der Strom­börse die Preise. Im drasti­schen Fall sinken diese sogar auf null oder in den negativen Bereich.

Um dies zu verhin­dern, muss es dem Direkt­ver­markter jeder­zeit möglich sein, die Ist-Einspei­sung, d.h. die erzeugte Strom­menge abzüg­lich des Eigen­be­darfs, abzurufen und gegebe­nen­falls fernge­steuert zu reduzieren. Dadurch kann der Direkt­ver­markter in Echtzeit auf Preis­schwan­kungen am Markt reagieren und die Einspei­se­menge der Anlage anpassen. Um die Fernsteu­er­bar­keit für den Direkt­ver­markter sicher­zu­stellen, muss der Anlagen­be­treiber die erfor­der­liche Technik recht­zeitig einrichten. Wie genau dieser Prozess abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie wird die Fernsteu­er­bar­keit herge­stellt?

Die Steue­rung einer Anlage erfolgt in erster Linie nach den Vorgaben des Netzbe­trei­bers. Üblicher­weise betrachtet der Netzbe­treiber dabei jedoch bloß den Netzzu­stand und verant­wortet zudem, dass die einge­speiste Energie an die Verbrau­cher weiter­ge­leitet werden kann. Die Anlagen­steue­rung durch den Netzbe­treiber funktio­niert in der Regel über Funkrund­steu­er­emp­fänger, Fernwerk­technik, analoge Signale oder digitale Signale.
Als Betreiber der Anlage müssen Sie sich nur noch darum kümmern, dass die Anlagen­steue­rung zu dem Proto­koll des Netzbe­trei­bers passt. Hierbei gibt es einfache Möglich­keiten, sogenannte Proto­koll­um­sätze mit zu nutzen, um so mit relativ preis­werter Technik eine Steue­rung durch­führen zu können.

Für die Fernsteu­er­bar­keit des Direkt­ver­mark­ters wird eine weitere Schnitt­stelle einge­richtet, sodass der Direkt­ver­markter einen direkten Zugriff auf die Anlagen­steue­rung erhält.
Die größte Schwie­rig­keit bei der Direkt­ver­mark­tung besteht darin, die richtige Einspei­se­leis­tung auszu­weisen. Hierfür gibt es unter­schied­liche Messver­fahren. Bei der Vollein­spei­sung entspricht die einge­speiste Energie der erzeugten Energie, sodass der Wert direkt aus der Anlagen­steue­rung entnommen werden kann. Besteht ein Eigen­ver­brauch, muss dieser gemessen und schließ­lich ausge­wiesen werden.
Für Neube­an­tra­gungen über 135kWp gilt seit 28.04.2019 eine neue Norm des Verbands VDE. Der Anlagen­be­treiber muss demnach eine Anlagen­steue­rung mit integrierter DV-Schnitt­stelle zur Verfü­gung stellen.

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Welche Voraus­set­zungen müssen bei der Fernsteu­er­bar­keit für eine Direkt­ver­mark­tungs­schnitt­stelle geschaffen sein?

  • Inter­net­an­schluss
    Monat­lich wird etwa 1 GB Daten­vo­lumen durch die Direkt­ver­mark­tung beansprucht. Zusätz­li­ches Daten­vo­lumen wird benötigt, wenn auch das Anlagen­mo­ni­to­ring über den Inter­net­an­schluss läuft.
    Viele der Anlagen sind in das Mobil­funk­netz einge­bunden. Wir empfehlen folglich ein LTE Modem, da Deutsch­land auch zukünftig auf LTE setzen wird, während man das UMTS-Netz mit der Zeit abbaut.

  • Anlagen­steue­rung / Wechsel­richter
    Anlagen­steue­rungen gibt es in verschie­denen Ausfüh­rungen. Dieser Punkt muss direkt mit dem Anlagen­er­richter geklärt werden. Es muss beachtet werden, die Anlagen­steue­rung dazu zu befähigen, den zweiten Steue­rungs­richter mitein­zu­schließen.

  • Eigen­ver­brauch
    Zur Berech­nung des Eigen­ver­brauchs und der sich daraus erschlie­ßenden Einspei­se­leis­tung kommen Möglich­keiten wie S0 Impuls, eine einge­baute Messung, eine Messung der Anlagen­steue­rung oder weitere Hardware zur Übertra­gung von Verbrauchs-Messwerten zum Einsatz. Das Setzen eines gewissen Wandler­platzes geht dabei mit entspre­chenden Inves­ti­tionen einher.

  • Einbau­platz
    Zusätz­liche Geräte benötigen in Folge auch eine entspre­chende Einbau­platz-Möglich­keit.
Sie wollen mehr über die Fernsteu­er­bar­keit von PV-Anlagen erfahren?
In unserem Webinar on Demand erhalten Sie weitere Infor­ma­tionen.

Wie läuft der Prozess der Fernsteu­er­bar­keit bei Neuan­lagen ab?

Direkt im Anschluss an die Planung der Anlage geht es um das Festlegen der Steue­rungs­technik. Wer von einer Direkt­ver­mark­tung seines Stroms profi­tieren möchte, sollte bereits sehr frühzeitig den Direkt­ver­mark­tungs­partner einbinden, da dieser Aspekt bei der Auswahl der Steue­rungs­technik eine wichtige Rolle spielt. Je frühzei­tiger Sie uns also in die Planung einbinden und uns Infor­ma­tionen zur Verfü­gung stellen, desto schneller können wir Ihnen mit Tipps für eine preis­werte und gut funktio­nie­rende Lösung helfen.
Parallel dazu erfolgt die Aufset­zung des Direkt­ver­mark­tungs­ver­trags und die Eintra­gung in das dafür vorher­ge­se­hene Portal. Mit uns als Ihr Direkt­ver­mark­tungs­part­ner­partner sollten Sie etwa 2–6 Wochen für diesen Prozess vorsehen.
Die darauf­fol­gende Bestel­lung der Direkt­ver­mark­tungs-Technik bei unserem Partner dauert im normalen Fall etwa 2 Wochen. Es folgt die Montage der Technik, welche von Ihrem gewünschten Techniker in der Regel ohne Schwie­rig­keiten instal­liert werden kann. Verein­baren Sie dann mit etwa einer Woche Vorlauf einen Termin bei Ihrem Technik-Partner, um die anschlie­ßende Inbetrieb­nahme der Anlage mit einem Test der Fernwirk­an­bin­dung durch den Energie­ver­sorger durch­zu­führen. So zeigt sich direkt, ob die verbaute Technik korrekt funktio­niert. Mit dem Abrege­lungs­test erfolgt schließ­lich der Start­schuss für die Direkt­ver­mark­tung. Dieser Test liefert den Nachweis für den Netzbe­treiber, dass die Fernsteu­er­bar­keit Ihrer Anlage über den Direkt­ver­markter funktio­niert und ist insofern sehr wichtig, da es ansonsten zu Vergü­tungs­aus­fällen kommen kann. Mit der finalen Errich­ter­be­stä­ti­gung bzw. dem Inbetrieb­nah­me­pro­to­koll Ihres Technik-Partners sowie dem Fernsteu­er­bar­keits­nach­weis Ihres Direkt­ver­mark­ters erbringen sie den Nachweis zum Erhalt der Markt­prämie (20§ EEG 2017) und bekommen somit die volle Vergü­tung.

Welche Fristen müssen bei der Fernsteu­er­bar­keit beachtet werden?

Bereits vor Vertrags­ab­schluss kann die Fernsteu­er­bar­keit in unserem Portal angegangen werden. Was kostet die Fernsteu­er­bar­keit und was kommt alles auf Sie zu? Treten Sie hierzu recht­zeitig in Kontakt mit Ihrem Technik-Partner.
Die Fernsteu­er­bar­keit muss bis Ende des Folge­mo­nats der EEG-Inbetrieb­nahme (d.h. der erstma­ligen Inbetrieb­set­zung der Anlage nach Herstel­lung der techni­schen Betriebs­be­reit­schaft) oder bis spätes­tens zum Start der Direkt­ver­mark­tung herge­stellt werden. Wenn Sie sich fragen, welches Datum beim Netzbe­treiber gilt, wenden Sie sich an Ihren Netzbe­treiber, um die genaue Frist zur Herstel­lung der Fernsteu­er­bar­keit zu erfahren. In unserem zum Thema “Fristen: Bis wann muss ich meine Anlage für die Direkt­ver­mark­tung anmelden?” erfahren Sie außerdem alles zu den Fristen für den Fernsteu­er­bar­keits­nach­weis.

Was passiert, wenn die Fernsteu­er­bar­keit nicht recht­zeitig herge­stellt wird?

Bei einer Frist­ver­zö­ge­rung, sprich Sie befinden sich bereits in der Direkt­ver­mark­tung, die Fernsteu­er­bar­keit ist aber noch nicht herge­stellt, ist es möglich, dass Ihnen der Netzbe­treiber für den angefan­genen Monat keine Markt­prämie erstattet. Wir empfehlen Ihnen folglich die unbedingte Einhal­tung der Fristen.

War dieser Artikel hilfreich? Er fasst die erste Hälfte unseres Webinar Direkt­ver­mark­tungs­portal: Führung und Möglich­keiten zusammen. In der zweiten Hälfte führt Sie unsere Kollegin Luisa Zöller durch unser Direkt­ver­mark­tungs-Portal. Schauen Sie gerne rein und lernen Sie, wie Sie die Fernsteu­er­bar­keit Schritt für Schritt anmelden.

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Ines Lemberger

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