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Batte­rie­spei­cher-Index – Ein fairer Blick in den Rückspiegel und ein Blick voraus

Lesezeit: 5 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Zur Erlös­mo­del­lie­rung von Batte­rie­spei­chern wird häufig Backtesting einge­setzt. Doch der vermeint­lich objek­tive Blick in die Vergan­gen­heit täuscht: Die Ergeb­nisse beruhen auf ideali­sierten Annahmen, die in der Realität nicht stand­halten. Mit unserem Batte­rie­spei­cher-Index bieten wir eine Alter­na­tive: Eine Erlös­formel, die auf klar definierten und nachvoll­zieh­baren Parame­tern beruht. Sie zeigt trans­pa­rent, was ein Batte­rie­spei­cher tatsäch­lich verdient hätte – und schafft damit eine verläss­liche Grund­lage für fundierte Entschei­dungen. Warum das Backtesting nicht ausreicht und welche Faktoren der Index beinhaltet, beleuchten wir in diesem Blogbeitrag.

Wo liegen die Grenzen von Backtests? 

Backtesting liefert oft beein­dru­ckende, auf den ersten Blick vielver­spre­chende Zahlen. Doch wie zuver­lässig sind diese Werte tatsäch­lich? Backtesting bedeutet letztlich eine Simula­tion, wie viel ein Batte­rie­spei­cher in der Vergan­gen­heit – im letzten Jahr oder in den letzten fünf Jahren – an den Strom­märkten hätte tatsäch­lich verdienen können. Rückbli­ckend kennt man den besten Trade und kann damit auch den Best Case für die Erlöse berechnen. Gerade beim Vergleich von Backtestergebnissen für Stand-alone-Speicher verschie­dener Vermarkter führt dies zu Problemen: Einer­seits basieren die Modell­rech­nungen häufig auf ideali­sierten Annahmen. Ander­seits werden diese histo­ri­schen Best-Case-Zahlen von den Vermark­tern genutzt, um Prognosen für die Zukunft abzuleiten. Wie sinnvoll ist also ein solcher Vergleich, wenn die zugrunde liegenden Parameter unein­heit­lich, teils willkür­lich gewählt sind und letzt­lich nur bedingt Aufschluss über die Erlöse in der Zukunft geben?

Häufig unrea­lis­ti­sche Parameter

Beim Backtesting wird unter idealen Bedin­gungen gerechnet (perfect foresight). Das liefert zwar theore­tisch optimale Ergeb­nisse, entspricht aber nicht der Praxis. So kann etwa die unrea­lis­ti­sche Festle­gung von Parame­tern zu einer Verfälschung der Ergeb­nisse führen. Eine solche Annahme könnte beispiels­weise auch darin bestehen, dass der Batte­rie­spei­cher über das gesamte Jahr hinweg zu 100 % verfügbar ist – ohne Wartungs­ar­beiten oder Ausfälle. Ebenso werden beispiels­weise notwen­dige Testbe­triebs- und Präqua­li­fi­ka­ti­ons­zeit­räume vor der Vermark­tung nicht einbe­zogen. Statt­dessen wird angenommen, dass der Speicher ab dem ersten Tag in allen Märkten aktiv sei. Solche Szena­rien sind in der Praxis unrea­lis­tisch und können zu überhöhten Erwar­tungen an die mögli­chen Erlöse führen. 

Ignorieren von Marktbesonderheiten 

Um den Ideal­erlös zu erzielen, model­lieren Vermarkter beim Backtesting Speicher häufig so, dass markt­spe­zi­fi­sche Eigen­schaften, wie zum Beispiel die jewei­ligen Markt­grenzen bei Primär- (PRL) und Sekun­där­re­gel­en­er­gie­märkten (SRL) nicht beachtet werden. So kann es unrea­lis­tisch sein, ein großes Speicher­pro­jekt in einen Markt mit stark begrenzter Kapazität zu planen. Der so simulierte Erlös basiert somit auf idealen Werten, welche in der Realität nicht umgesetzt werden können.   

Eng damit verbunden ist die Annahme, dass eigene Handels­ak­ti­vi­täten den Markt nicht beein­flussen. In der Praxis bewegt jedoch jede Handels­ak­tion den Markt­preis. Wenn ein Batte­rie­spei­cher durch seine Aktivi­täten bestimmte Erlös­po­ten­ziale reali­siert, verän­dert das die zukünf­tigen Markt­po­ten­ziale. Insbe­son­dere bei Speicher­pro­jekten mit großem Volumen ist der preisbeein­flus­sende Effekt der eigenen Handels­ak­ti­vität relevant, wird jedoch in Backtests meist nicht berück­sich­tigt. 

Nicht­be­rück­sich­ti­gung der Marktliquidität

Generelle Markt­be­din­gungen, wie Markt­li­qui­dität, werden von den Vermark­tern nicht immer realis­tisch einbe­zogen. Beim Backtesting wird angenommen, dass der Handel stets zum gewünschten Preis erfolgt. In der Realität können jedoch geringe Liqui­dität und große Aufträge den Handel beein­flussen, sodass Gewinne sinken – etwa wenn große Batte­rien nicht die gesamte Energie­menge zu den besten Preisen handeln können. Da Backtests häufig mit kleinen Speichern durch­ge­führt werden, bedeutet dies bei Übertra­gung auf große Speicher überop­ti­mis­ti­sche Ergeb­nisse, die in der Realität nicht umsetzbar sind. 

Aufgrund der genannten Annahmen ist es nicht zielfüh­rend, Backtest­zahlen verschie­dener Vermarkter zu verglei­chen, um die Auswahl­ent­schei­dung zu treffen. Schließ­lich spiegeln die unter idealen Bedin­gungen errech­neten Erlöse aus den Backtest­zahlen nicht die tatsäch­lich auszu­zah­lenden Beträge wider. 

Unsicher­heiten für zukünf­tige Erlöse

Backtesting im Stromhandel dient dazu, anhand histo­ri­scher Preise zu ermit­teln, welche Erlöse eine Handels­stra­tegie in der Vergan­gen­heit erzielt hätte. Wenn auf dieser Basis Projek­tionen für die Zukunft vorge­nommen werden, setzt das voraus, dass sich zukünf­tige Markt­si­tua­tionen ähnlich, bezie­hungs­weise identisch, wie vergan­gene verhalten. Zugleich impli­ziert dies, dass Preise von morgen bereits bekannt wären, um den optimalen Fahrplan zu berechnen. Die Erlös­mo­del­lie­rung durch Backtesting ist folglich nicht nur rückwärts­ge­richtet einge­schränkt verlässlich – da Vermarkter dabei mit verein­fachten und teils unrea­lis­ti­schen Parame­tern rechnen, sondern auch zukunfts­be­zogen keine verläss­liche Entschei­dungs­basis.

Hinzu kommt die Gefahr der Überop­ti­mie­rung, d.h. wenn die Optimie­rung zu stark an histo­ri­schen Preisen ausgerichtet wird (overfit­ting). So werden zwar im Backtest gute Ergeb­nisse der Handels­stra­tegie erreicht, jedoch wird bei neuen Markt­si­tua­tionen nicht das Optimum erzielt. Beson­ders im Energie­sektor ist dies der Fall, der durch Markt­ver­än­de­rungen, unvor­her­seh­bare wirtschaft­liche oder politi­sche Entwick­lungen sowie ständig neue recht­liche Regelungen geprägt ist. Diese führen zu sich ständig ändernden Markt­be­din­gungen.  

Unsere Lösung: Batte­rie­spei­cher-Index zur Erlös­mo­del­lie­rung – was steckt dahinter?

Wir setzen in der Erlös­mo­del­lie­rung auf eine trans­pa­rente Alter­na­tive: eine Erlös­formel, der Speicher­index, statt Backtesting mit unrea­lis­ti­schen Auszah­lungs­be­trägen unter simulierten idealen Bedin­gungen. Der BESS-Index basiert auf reali­sierten nachvoll­zieh­baren Markt­preisen und liefert eine exakte Berech­nung der Erlöse typischer Speicher. 

Trans­pa­rente Berech­nung des Speicherindexes 

Der Index zeigt, was eine typische Batterie in Deutsch­land – je nach Konfi­gu­ra­tion (1h-, 2h- oder 3h-Systeme mit 1,5 oder 2 Vollla­de­zy­klen (VLZ) täglich) – tatsäch­lich verdient hätte. Er ist somit maximal trans­pa­rent und jeder­zeit mit einfa­chen Mitteln nachvoll­ziehbar. Dadurch ist er auch für Banken ideal, da er eine belast­bare Rechen­grund­lage bietet. 

Faire Behand­lung aller Speicher 

Wir behan­deln alle Speicher in unserem Portfolio gleich, unabhängig von den jewei­ligen Kondi­tionen wie zum Beispiel Profit Shares oder verein­barte Floor-Zahlungen. Je größer das Portfolio eines Vermark­ters ist, desto wichtiger wird die Einsatz­rei­hen­folge der Speicher. Insbe­son­dere in den vergleichs­weise kleinen PRL- und SRL-Märkten ist dann zu entscheiden, welcher Speicher die besseren Preise erhält. So könnte ein Vermarkter einen Speicher, bei dem der Kunde bessere Vertrags­kon­di­tionen ausge­han­delt hat, benach­tei­ligen und einen Speicher mit schlech­teren Kondi­tionen für den Kunden, aber höherem Profit-Share für sich selbst, priori­sieren, um eigene Gewinne zu maximieren.  

Der Index sorgt dafür, dass die Einsatz­rei­hen­folge der Batte­rie­spei­cher unabhängig von indivi­du­ellen Verträgen ist und macht auch keinen Unter­schied zwischen EnBW-eigenen Speichern und Anlagen Dritter. Auf diese Weise verhin­dert der Index, dass Vermarkter ihre eigenen Inter­essen über faire Markt­chancen stellen, da alle Speicher gleich behan­delt werden.  

Bestpreis­ga­rantie – BESS-Index bietet Sicher­heit für optimale Erlöse

Inner­halb der vorge­ge­benen Speicher­spe­zi­fi­ka­tionen, wie VLZ oder Kapazität, werden für Kunden immer die besten Preis­paare auf den Intraday- und Day-Ahead-Märkten gebildet. Ob diese Trades tatsäch­lich umgesetzt werden, liegt nicht im Risiko der Kunden. So ist sicher­ge­stellt, dass Kunden täglich die bestmög­li­chen Spreads für ihre Speicher erhalten. 

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Parti­zi­pa­tion an Märkten ohne physi­sche Teilnahme 

Bereits ab dem ersten Tag profi­tieren Kunden von allen Märkten, selbst wenn ihr Speicher später erst präqua­li­fi­ziert wird. Der Index garan­tiert, dass wir jeden Tag Umsätze aus allen poten­ziell verfüg­baren Märkten an die Anlagen­be­treiber auszahlen – unabhängig ob der Batte­riespeicher dort tatsäch­lich einge­setzt wurde. Das heißt, die Auszah­lung der Regel­en­er­gie­markt-Umsätze ist ohne tatsäch­liche Teilnahme möglich. 

Fazit: BESS-Index statt Backtesting – der bessere Weg? 

Eine Erlös­ab­schät­zung auf Basis der Simula­tion eines Algorithmus mittels histo­ri­scher Preise (Backtesting) kann nur einge­schränkt als Grund­lage für tatsäch­liche Erlöse in der Vergan­gen­heit genutzt werden. Dagegen bietet der Batte­rie­spei­cher-Index eine robuste, trans­pa­rente und faire Entschei­dungs­grund­lage, da die errech­neten Erlöse vertrag­lich zugesi­chert gewesen wären. Der Index basiert auf klar definierten, nachvoll­zieh­baren Parame­tern und zeigt, was eine typische Batterie tatsäch­lich verdient hätte. Dabei behan­delt er alle Speicher gleich und ist von Eigeninteressen unabhängig. Damit bietet der Index eine verläss­liche Beschrei­bung für histo­ri­sche Erlöse.

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