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Multi-Market-Ansatz

Lesezeit: 2 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Multi-Market-Ansatz? 

Der Multi-Market-Ansatz, oft auch Cross-Market-Ansatz genannt, beschreibt bei der Batte­rie­ver­mark­tung die gleich­zei­tige oder flexible Nutzung mehrerer Strom­märkte (Regel­en­er­gie­markt, Spotmarkt) durch Batte­rie­spei­cher. Dabei kann der Speicher dynamisch zwischen verschie­denen Märkten wechseln oder über mehrere Märkte parallel einge­setzt werden. Ziel ist es, die unter­schied­li­chen Märkte so zu kombi­nieren, dass der wirtschaft­liche Gesamt­erlös maximiert wird. 

Wie funktio­niert der Multi-Market-Ansatz? 

Mithilfe intel­li­genter Algorithmen des Vermark­ters wird täglich und auch im Tages­ver­lauf anhand von Preis­pro­gnosen und laufender Optimie­rung neu entschieden, in welchen Zeiträumen die Batterie in welchem Markt einge­setzt wird. So kann sie jeder­zeit dort genutzt werden, wo der höchste wirtschaft­liche Erlös zu erwarten ist.  

Welche Strom­märkte umfasst der Multi-Market-Ansatz? 

Im Multi-Market-Ansatz wird die optimale Einsatz­ent­schei­dung konti­nu­ier­lich überprüft. Der Batte­rie­spei­cher kann dabei zwischen folgenden Märkten wechseln: 

Regel­en­er­gie­markt

Hier wird kurzfristig Energie bereit­ge­stellt, um das Strom­netz stabil zu halten. Die Netzsta­bi­lität ist notwendig, wenn Erzeu­gung und Verbrauch nicht im Gleich­ge­wicht sind, da ein stabiles Netz eine konstante Frequenz benötigt.  Hier wird je nach benötigter Reakti­ons­ge­schwin­dig­keit vor allem zwischen Primär­re­gel­leis­tung (PRL) und Sekun­där­re­gel­leis­tung (SRL) unter­schieden.

Spotmarkt

Zwar sind Batte­rie­spei­cher vor allem für die Primär­re­gel­leis­tung präde­sti­niert, da sie schnell und kurzfristig frequenz­ba­siert Strom bereit­stellen können. Ihr Einsatz verla­gert sich jedoch durch die begrenzte Größe und zuneh­mende Sätti­gung des Primär­re­gel­leis­tungs­markts zuneh­mend auf die Spotmärkte. Der Batte­rie­spei­cher wird somit auch über den Spotmarkt einge­setzt, an dem kurzfristig gehan­delt wird – entweder für den Folgetag (Day-Ahead-Markt) oder noch am selben Tag (Intraday-Markt). 

In der Day-Ahead-Auktion (DA) wird Strom für den nächsten Tag gehan­delt, wobei die Auktion am Vortag um 12 Uhr für alle Stunden­pro­dukte statt­findet. Er ist der Markt mit dem größten Handels­vo­lumen, da hier der Großteil des Stroms für den nächsten Tag verkauft und gekauft wird. Die Intraday-Auktion (IDA1) findet am Vortag um 15 Uhr für alle Viertel­stun­den­pro­dukte des Ausfüh­rungs­tages statt. 

Im konti­nu­ier­li­chen Intraday-Handel (IDcont) wird dauer­haft gehan­delt, bis jeweils 5 Minuten vor dem Liefer­zeit­punkt der jewei­ligen Viertel­stunde. Damit ist der Intraday-Handel der flexi­belste Markt, bei dem Strom rund um die Uhr gehan­delt werden kann. Beson­ders dieser Markt bietet hohe Flexi­bi­lität und die besten Möglich­keiten für Batte­rie­spei­cher, um kurzfris­tige Schwan­kungen von Angebot und Nachfrage auszu­glei­chen und Preis­un­ter­schiede auszu­nutzen (Arbitrage). 

Batte­rie­spei­cher können daher flexibel zwischen verschie­denen Märkten einge­setzt werden, wobei oppor­tu­ni­täts­kos­ten­ge­trieben entschieden wird, welcher Markt zu welchem Zeitpunkt den höchsten wirtschaft­li­chen Erlös bietet. 

Welche Vorteile hat der Cross-Market-Ansatz für Batteriespeicher? 

  • Automa­ti­sierte Optimie­rung: Mithilfe intel­li­genter Algorithmen werden konti­nu­ier­lich die besten Einsatz­op­tionen für den Speicher selbst­er­ler­nend analy­siert und die Vermark­tungs­stra­tegie in Echtzeit angepasst. Die Optimie­rung orien­tiert sich an den Zeitpunkten der Auktionen und basiert auf Oppor­tu­ni­täts­kosten. Das Ergebnis ist ein sich fortlau­fend verän­dernder, optimal auf die verschie­denen Märkte verteilter Fahrplan für den Batte­rie­spei­cher. 
  • Erlös­ma­xi­mie­rung & Risiko­aus­gleich durch flexi­blen Wechsel in lukra­ti­vere Märkte: Die Attrak­ti­vität der Märkte für Batte­rie­spei­cher verschiebt sich zuneh­mend hin zu kurzfris­tigen Energie­märkten. Da der PRL-Markt in seiner Größe sehr limitiert ist und immer mehr von Batte­rie­spei­chern dominiert wird, wird der Multi-Market-Ansatz erfor­der­lich, um weiterhin hohe und stabile Erlöse zu erzielen. Dabei können parallel auch Kurzfrist­märkte (insbe­son­dere Intraday) bedient werden. So kann die Batterie im Tages­ver­lauf in unter­schied­li­chen Märkten aktiv sein und flexibel auf Preis- und Nachfra­ge­än­de­rungen reagieren. 

Für welche BESS-Anlagen­kon­stel­la­tionen ist der Multi-Market-Ansatz geeignet? 

Der Multi-Market-Ansatz lässt sich auf verschie­dene BESS-Anlagen­kon­stel­la­tionen anwenden: Vor allem Stand-alone Speicher und Co-Location Graustrom­spei­cher können alle fünf Märkte (DA, IDA, IDcont, PRL, SRL) bedienen. Jedoch sind Co-Location Grünstrom­spei­cher hingegen nicht geeignet, da der Speicher nicht aus dem Netz laden kann. Sie werden in der Praxis aktuell in den Spotmärkten DA, IDA und IDcont einge­setzt. 

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