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Post EEG: Was passiert nach Ende der EEG-Förderung?

Lesezeit: 4 Minuten
Was passiert mit den EEG-Anlagen nach Ende der Förderung - Teaserbild
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen. Betreiber solcher Anlagen erhalten ab der Inbetriebnahme 20 Jahre lang eine gesetzlich garantierte Vergütung, wenn sie ihren EE-Strom in das Netz einspeisen. Viele der EEG-Anlagen wurden um das Jahr 2000 in Betrieb genommen. Für Anlagen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes in Betrieb genommen worden sind, gilt das Jahr 2000 als Inbetriebnahmejahr. Das bedeutet, dass mit dem Jahr 2021 die ersten von ihnen den Anspruch auf die EEG-Vergütung verlieren werden. Doch welche Vermarktungsmöglichkeiten haben Anlagenbetreiber nach Ende der 20-jährigen Förderung, um ihre Anlage weiterhin zu finanzieren und somit den Betrieb sicherstellen zu können? Welche Pflichten kommen auf Anlagenbetreiber bei einem Förderende zu?

Post EEG: Was müssen Anlagebetreiber nach Ablauf des Förderzeitraums beachten?

Grundsätzlich gelten für EE-Anlagen auch nach Ende der 20-jährigen Förderung noch die allgemeinen, nicht zahlungsbezogenen Regelungen des EEG. Demzufolge sind Anlagenbetreiber gem. §21b Abs. 1 EEG 2017 dazu verpflichtet, einen Wechsel in die sonstige Direktvermarktung vorzunehmen und alle damit einhergehenden Pflichten zu erfüllen. Diese umfassen das Ausrüsten der Erzeugungsanlage mit einer Messeinrichtung, die es ermöglicht, die gesamte Ist-Einspeisung in viertelstündlicher Auflösung zu messen und zu bilanzieren. Des Weiteren muss der Anlagenbetreiber sich um einen Käufer des von ihm produzierten Stroms kümmern (z.B. Direktvermarkter) und seine Strommengen einem Bilanzkreis zuordnen.

Nehmen Anlagenbetreiber den Wechsel in die sonstige Direktvermarktung nicht vor, kann der zuständige Netzbetreiber im schlimmsten Fall einen Schadensersatzanspruch gegenüber dem Anlagenbetreiber erheben.

Strom Direktvermarktung als beste Alternative zur EEG-Förderung

Mit der Einführung der Direktvermarktung im EEG 2012 wurden die erneuerbaren Energien aus der gesetzlichen Vergütung hinein in ein marktwirtschaftliches Umfeld gebracht. Das Ziel: Die Planbarkeit verbessern und Anlagenbetreiber frühzeitig für die Zeit nach der EEG-Vergütung vorbereiten. Seit 2016 müssen Neuanlagen, die mehr als 100 kW produzieren, fernsteuerbar sein und ihren Strom direkt vermarkten oder vermarkten lassen. Anlagen, die vor 2016 in Betrieb genommen wurden, können freiwillig in die Direktvermarktung gehen. Aber egal, ob freiwillig oder verpflichtend – durch die Direktvermarktung können Anlagenbetreiber höhere Erlöse als durch die EEG-Vergütung erzielen. Wenn Grünstrom zu Spitzenpreisen an der Börse verkauft wird, kann mehr Gewinn als bei der fixen EEG-Vergütung herausspringen. In dieser geförderten Direktvermarktung erhalten Anlagenbetreiber neben den Markterlösen die sogenannte Marktprämie.
Schaubild EEG-Direktvermarktung Zusammensetzung

Ist der Marktwert niedriger als die EEG-Vergütung, erhält der Anlagenbetreiber die Marktprämie. Diese wird vom Netzbetreiber ausgezahlt und gleicht die Differenz aus. Die Marktprämie wird jeden Monat neu errechnet und orientiert sich an den Marktpreisen der Strombörse. Zusammen ergeben die Marktprämie und der Marktwert den anzulegenden Wert und sind in Summe genauso hoch wie die EEG-Vergütung. Dank der Managementprämie liegt der Mehrerlös immer über der fixen EEG-Vergütung. Für Neuanlagen, die verpflichtend in die Direktvermarktung gehen müssen, ist die Managementprämie in der Marktprämie enthalten, für Bestandsanlagen sind Markt- und Managementprämie getrennt.

Warum Sie bereits vor Ablauf der EEG-Förderung in die Direktvermarktung wechseln sollten

Bei einem freiwilligen Wechsel in die Direktvermarktung bietet sich nicht nur der finanzielle Vorteil gegenüber der EEG-Vergütung, sondern auch Vorteile beim Übergang in die nicht mehr EEG-geförderte Zeit nach dem 20-jährigen Bestehen ihrer Anlage.

Damit sich der Mehrerlös für Sie als Anlagenbesitzer auszahlt, sollten Sie frühzeitig in die Direktvermarktung wechseln. Denn: Anlagenbetreiber, die ihre Anlage zur Direktvermarktung beim Virtuellen Kraftwerk der EnBW angemeldet haben, bekommen auch nach 20 Jahren eine Vergütung ausgezahlt. Wenn Sie während ihrer EEG-Vergütungszeit in die Direktvermarktung wechseln, profitieren Sie von der Markt- und der Managementprämie. Nach dem Ablauf der 20-jährigen Förderung läuft Ihr Direktvermarktungsvertrag automatisch weiter. Alles was sie dafür tun müssen ist ihre Anlage in die Veräußerungsform der sonstigen Direktvermarktung umzuziehen und mit einer ¼-Messeinrichtung auszustatten. Im Anschluss erhalten Sie von uns wahlweise den Marktwert oder den aktuellen Spotpreis für ihre eingespeisten Strommengen.

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Bereiten Sie sich schon heute auf die Zeit nach dem Auslaufen Ihrer EEG-Förderung vor.
Nehmen Sie die Vermarktung ihres grünen Stroms selbst in die Hand – mit unserem Erlösrechner können Sie ihren Direktvermarktungsgewinn berechnen

Wir haben das für Sie beispielhaft anhand einer 18 Jahre alten PV-Anlage mit 250kWp und 20% Eigenverbrauch nachgerechnet. Die EEG-Vergütung aus dem Jahr der Inbetriebnahme (2001) liegt bei 50,62ct/kWh. Die geplante Jahreserzeugung der Anlage wird von unserem Rechner automatisch ausgefüllt, eine manuelle Änderung ist allerdings möglich.

EEG Direktvermarktung Erlösrechner Screenshot

Wenn Ihre Erlöse berechnet wurden, sehen Sie sie in einem nächsten Schritt den Erlösvergleich zwischen der EEG-Einspeisevergütung und der EEG-Direktvermarkung. Für die Erlössimulation wird der durchschnittliche Marktwert Solar des vergangenen Jahres zugrunde gelegt.

EEG Direktvermarktung Erlösrechner Screenshot 2

In den zwei verbleibenden Jahren der Anlage im Beispiel ergibt sich im Vergleich zur fixen EEG-Vergütung durch die Direktvermarktung ein jährlicher Mehrerlös von 391 Euro. Hier ist unsere Vermarktungspauschale bereits abgezogen.

Ihr Erlös nach Ende der EEG-Vergütung ist abhängig vom Marktwert. Dieser Monatsmarktwert ist unter Netztransparenz.de veröffentlicht und errechnet sich auf der Basis des durchschnittlichen anlagenspezifischen Marktwerts des Vorjahres nach dem Schema Marktwert = durchschnittlicher Marktwert 2018 x geplante jährliche Einspeisemenge. Was Ihnen allerdings bleibt, ist der volle Betrag dieses Marktwerts und ihr Anteil der Managementprämie.

In unserem Rechner werden die Erlöse aus dem Verkauf von Grünstromzertifikaten noch nicht miteinberechnet. Der Erlös dieser Herkunftsnachweise wird in Zukunft im Zuge der sonstigen Direktvermarktung mitgekauft, damit sich Anlagenbetreiber nicht um eine separate Vermarktung kümmern müssen.

In unserem Blogbeitrag „Direktvermarkter wechseln in 4 Schritten“ erfahren Sie alle Schritte, um den Strom Ihrer Anlage direkt vermarkten zu lassen. Unsere Experten beraten Sie gerne unverbindlich zu ihren Optionen während und nach der EEG-Förderung.

Post EEG: Power Purchase Agreements als weitere Möglichkeit

Eine weitere Möglichkeit der Anschlussfinanzierung sind sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), auf Deutsch Stromkaufverträge oder Stromabnahmeverträge zwischen zwei Parteien, meist Erzeugern und Abnehmern (Stromhändlern oder -verbraucher). Der Vorteil dieser mehrjährigen Lieferverträge ist, dass sie oftmals auf Basis eines Festpreises für die gesamte Vertragsdauer geschlossen werden. So erhält der Anlagenbetreiber Vermarktungserlöse unabhängig von Preisschwankungen am Markt. In Ländern ohne gesetzliche Vergütung wie den USA sind PPAs bereits etabliert.
Auch bei dieser Vermarktungsform ist ein Wechsel in die sonstige Direktvermarktung nötig. Zusätzlich mit den dadurch einhergehenden Pflichten, kommt die Notwendigkeit einer Einrichtung zur Fernsteuerung der Erzeugungsanlage. Sollten Sie jedoch bereits vor Auslauf der EEG-Förderung in die Direktvermarktung wechseln, ist diese bereits vorhanden.

Sie interessieren sich für ein Power Purchase Agreement?
Jetzt unverbindlich anfragen und weitere Informationen erhalten.

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