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Post EEG

Lesezeit: 10 Minuten

Das Erneu­er­bare-Energien-Gesetz (EEG) fördert Anlagen, die Strom aus erneu­er­baren Energien gewinnen. Betreiber solcher Anlagen erhalten ab der Inbetrieb­nahme 20 Jahre lang eine gesetz­lich garan­tierte Vergü­tung, wenn sie ihren EE-Strom in das Netz einspeisen. Viele der EEG-Anlagen wurden um das Jahr 2000 in Betrieb genommen. Für Anlagen, die vor Inkraft­treten des Gesetzes in Betrieb genommen worden sind, gilt das Jahr 2000 als Inbetrieb­nah­me­jahr. Das bedeutet, dass mit dem Jahr 2021 die ersten von ihnen den Anspruch auf die EEG-Vergü­tung verlieren werden. Doch welche Möglich­keiten haben Anlagen­be­treiber nach Ende der 20-jährigen Förde­rung, um ihre Anlage weiterhin zu finan­zieren und somit den Betrieb sicher­stellen zu können? Welche Pflichten kommen auf Anlagen­be­treiber bei einem Förder­ende zu?

Was bedeutet Post EEG?

Post-EEG bezieht sich auf den Zeitraum, in welchen Anlagen kommen, die nach 20 Jahren der EEG-Vergü­tung den Förde­rungs­an­spruch vonseiten des EEG verlieren. Ab 2021 fallen die ersten Erneu­er­bare-Energien-Anlagen in diesen Zeitraum, da deren EEG-Vergü­tung nach 20 Jahren schließ­lich ausläuft.

Der Begriff Post EEG bezieht sich im Zuge dessen auf die Zeit nach der EEG-Förde­rung, die allge­meinen Regelungen, wie zum Beispiel Netzzu­gang und Anspruch auf die Abnahme des erzeugten Stroms, bleiben aber in der Zeit danach auch bestehen. Für Anlagen, die ab diesem Zeitpunkt keinen Anspruch mehr auf eine Vergü­tung gem. § 19 EEG 2017 haben, gelten demnach trotzdem die allge­meinen, nicht zahlungs­be­zo­genen Regelungen des EEG. Das liegt daran, dass das EEG die allge­meinen Rahmen­be­din­gungen für nachhal­tige Energie­ver­sor­gung schafft, weshalb Post-EEG-Anlagen nach Ende des Förder­zeit­raumes nicht gänzlich aus dem Geltungs­be­reich des Gesetzes fallen.

Was sind Post EEG-Anlagen?

Post-EEG-Anlagen sind Erneu­er­bare-Energien-Anlagen, für welche die 20-jährige finan­zi­elle EEG-Vergü­tung ausläuft. Demnach haben Sie keinen Anspruch mehr auf Einspei­se­ver­gü­tung, die Markt­prämie oder den Mieterstromzuschlag.

Was passiert Post EEG nach Ende der Förderung?

Mit Ende der EEG-Förde­rung endet auch die Strom­ab­nah­me­re­ge­lung mit dem Netzbe­treiber. Anlagen­be­treiber sollten sich deshalb schon drei bis vier Monate vor auslau­fender Förde­rung überlegen, welche Weiter­be­triebs­mög­lich­keiten sich für Ihre Anlage eignen. Dabei muss betont werden, dass sich Post EEG ledig­lich auf das Ende der EEG-Vergü­tung bezieht: Für Post-EEG-Anlagen gelten weiterhin die allge­meinen gesetz­li­chen Regelungen, die sich etwa auf den Zugang zum öffent­li­chen Netz oder auch auf den Anspruch zur Abnahme von Strom beziehen. Als Konse­quenz dessen, müssen sich Anlagen­be­treiber, welche weiterhin Strom ins öffent­liche Netz einspeisen möchten, einen Direkt­ver­markter suchen um zukünftig im Wege der sonstigen Direkt­ver­mark­tung das Recht auf Einspei­sung bewahren.

Mit nahendem Auslauf der EEG-Förde­rung werden auch die Rufe nach neuen Lösungs­an­sätzen lauter. Dementspre­chend arbeiten gerade unter­schied­liche Markt­teil­nehmer an mögli­chen Weiter­be­triebs­mo­dellen. Aufgrund der vielen Anfor­de­rungen, welche bspw. die sonstige Direkt­ver­mark­tung mit sich bringt, stellt sich insbe­son­dere für Anlagen <30kW derzeit häufig die Frage nach der Wirtschaft­lich­keit. Eine fundierte Aussage zum wirtschaft­li­chen Weiter­be­trieb kann aller­dings nur durch die indivi­du­elle Prüfung der Gegeben­heiten der einzelnen Anlagen getroffen werden.

Welche Möglich­keiten haben Post EEG-Anlagen nach Auslauf der Förderung? 

Sonstige Direkt­ver­mark­tung

Unter die sonstige Direkt­ver­mark­tung fallen alle Anlagen, welche keinen Anspruch (mehr) auf die EEG-Förde­rung haben oder freiwillig darauf verzichten. Wer nach Ende der EEG-Förde­rung weiterhin Strom ins öffent­liche Netz einspeisen möchte und einer Veräu­ße­rungs­form gem. §21b EEG 2017 zugeordnet ist, benötigt einen Direkt­ver­markter, der die Vermark­tung im Rahmen der sonstigen Direkt­ver­mark­tung übernimmt.

Anlagen­be­treiber müssen sich, auf Grund­lage der aktuellen Geset­zes­lage (EEG 2017), im Zuge dessen selbst­ständig um einen Direkt­ver­markter kümmern, der den produ­zierten Strom abnimmt und vermarktet. Zusätz­lich muss der Anlagen­be­treiber dafür sorgen, dass seine Anlage mit der richtigen Messtechnik (Viertel­stünd­liche Messung und Bilan­zie­rung) ausge­rüstet ist. Diese kann je nach techni­schem Stand und bishe­riger Vermark­tungs­form der Anlage bereits instal­liert sein.

Falls die Vorgaben der sonstigen Direkt­ver­mark­tung nicht oder fehler­haft erfüllt werden, kann dies zu unter­schied­li­chen Konse­quenzen führen. Wenn kein aktiver Wechsel in die korrekte Veräu­ße­rungs­form getätigt wird, besteht nach aktueller Geset­zes­grund­lage (EEG 2017) kein Recht auf Einspei­sung, Übertra­gung und Vertei­lung des produ­zierten Stroms. Ohne Direkt­ver­markter oder passendes techni­sches Ausrüsten können weitere Probleme auf den Anlagen­be­treiber zukommen: Im schlimmsten Fall droht ein Schadens­er­satz­an­spruch vonseiten des Netzbe­trei­bers. Dieser kann auf Grund­lage eines bestehenden Einspeise-Nutzungs­ver­trages oder ohne vertrag­liche Grund­lage durch Unter­las­sungs­an­spruch (§1004 BGB) geltend gemacht werden.

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Bereiten Sie sich schon heute auf die Zeit nach dem Auslaufen Ihrer EEG-Förde­rung vor. 
Nehmen Sie die Vermark­tung ihres grünen Stroms selbst in die Hand – mit unserem Erlös­rechner können Sie ihren Direkt­ver­mark­tungs­ge­winn berechnen 

Bei einem freiwil­ligen Wechsel in die Direkt­ver­mark­tung bietet sich nicht nur der finan­zi­elle Vorteil gegen­über der EEG-Vergü­tung, sondern auch Vorteile beim Übergang in die nicht mehr EEG-geför­derte Zeit nach dem 20-jährigen Bestehen ihrer Anlage.

Damit sich der Mehrerlös für Sie als Anlagen­be­sitzer auszahlt, sollten Sie frühzeitig in die Direkt­ver­mark­tung wechseln. Denn: Anlagen­be­treiber, die ihre Anlage zur Direkt­ver­mark­tung beim Virtu­ellen Kraft­werk der EnBW angemeldet haben, bekommen auch nach 20 Jahren eine Vergü­tung ausge­zahlt. Wenn Sie während ihrer EEG-Vergü­tungs­zeit in die Direkt­ver­mark­tung wechseln, profi­tieren Sie von der Markt- und der Manage­ment­prämie. Nach dem Ablauf der 20-jährigen Förde­rung läuft Ihr Direkt­ver­mark­tungs­ver­trag automa­tisch weiter. Alles was sie dafür tun müssen ist ihre Anlage in die Veräu­ße­rungs­form der sonstigen Direkt­ver­mark­tung umzuziehen und mit einer ¼-Messein­rich­tung auszu­statten. Im Anschluss erhalten Sie von uns wahlweise den Markt­wert oder den aktuellen Spotpreis für ihre einge­speisten Strommengen.

Wir haben das für Sie beispiel­haft anhand einer 18 Jahre alten PV-Anlage mit 250kWp und 20% Eigen­ver­brauch nachge­rechnet. Die EEG-Vergü­tung aus dem Jahr der Inbetrieb­nahme (2001) liegt bei 50,62ct/kWh. Die geplante Jahres­er­zeu­gung der Anlage wird von unserem Rechner automa­tisch ausge­füllt, eine manuelle Änderung ist aller­dings möglich. Wenn Ihre Erlöse berechnet wurden, sehen Sie sie in einem nächsten Schritt den Erlös­ver­gleich zwischen der EEG-Einspei­se­ver­gü­tung und der EEG-Direkt­ver­mar­kung. Für die Erlös­si­mu­la­tion wird der durch­schnitt­liche Markt­wert Solar des vergan­genen Jahres zugrunde gelegt.

Erlösrechnung Beispiel
Mehrerlöse am Beispiel einer 18 Jahre alten PV-Anlage mit 250 kWp und 20% Eigenverbrauch

In den zwei verblei­benden Jahren der Anlage im Beispiel ergibt sich im Vergleich zur fixen EEG-Vergü­tung durch die Direkt­ver­mark­tung ein jährli­cher Mehrerlös von 331 Euro. Hier ist unsere Vermark­tungs­pau­schale bereits abgezogen.

Ihr Erlös nach Ende der EEG-Vergü­tung ist abhängig vom Markt­wert. Dieser Monats­markt­wert ist unter Netztransparenz.de veröf­fent­licht und errechnet sich auf der Basis des durch­schnitt­li­chen anlagen­spe­zi­fi­schen Markt­werts des Vorjahres nach dem Schema Markt­wert = durch­schnitt­li­cher Markt­wert 2018 x geplante jährliche Einspei­se­menge. Was Ihnen aller­dings bleibt, ist der volle Betrag dieses Markt­werts und ihr Anteil der Managementprämie.

In unserem Rechner werden die Erlöse aus dem Verkauf von Grünstrom­zer­ti­fi­katen noch nicht mitein­be­rechnet. Der Erlös dieser Herkunfts­nach­weise wird in Zukunft im Zuge der sonstigen Direkt­ver­mark­tung mitge­kauft, damit sich Anlagen­be­treiber nicht um eine separate Vermark­tung kümmern müssen.

In unserem Blogbei­trag „Direkt­ver­markter wechseln in 4 Schritten“ erfahren Sie alle Schritte, um den Strom Ihrer Anlage direkt vermarkten zu lassen. Unsere Experten beraten Sie gerne unver­bind­lich zu ihren Optionen während und nach der EEG-Förderung.

Power Purchase Agreements

Eine weitere Möglich­keit sind sogenannte Power Purchase Agree­ments (PPA), auf Deutsch Strom­kauf­ver­träge oder Strom­ab­nah­me­ver­träge zwischen zwei Parteien, meist Erzeu­gern und Abneh­mern (Strom­händ­lern oder -verbrau­cher). Der Vorteil dieser mehrjäh­rigen Liefer­ver­träge ist, dass sie oftmals auf Basis eines Festpreises für die gesamte Vertrags­dauer geschlossen werden. So erhält der Anlagen­be­treiber Vermark­tungs­er­löse unabhängig von Preis­schwan­kungen am Markt. In Ländern ohne gesetz­liche Vergü­tung wie den USA sind PPAs bereits etabliert.
Auch bei dieser Vermark­tungs­form ist ein Wechsel in die sonstige Direkt­ver­mark­tung nötig. Zusätz­lich mit den dadurch einher­ge­henden Pflichten, kommt die Notwen­dig­keit einer Einrich­tung zur Fernsteue­rung der Erzeu­gungs­an­lage. Sollten Sie jedoch bereits vor Auslauf der EEG-Förde­rung in die Direkt­ver­mark­tung wechseln, ist diese bereits vorhanden.

Sie inter­es­sieren sich für ein Power Purchase Agreement? 
Jetzt unver­bind­lich anfragen und weitere Infor­ma­tionen erhalten. 

Eigen­ver­brauch

Wenn die Post-EEG-Anlage auf Eigen­ver­brauch umgerüstet wird, können in der Regel Strom­kosten gespart werden, da man weniger oder gar keinen Strom von dem jewei­ligen Energie­ver­sorger beziehen muss. Durch einen zusätz­li­chen Energie­spei­cher können diese Einspar­po­ten­ziale noch erhöht werden. Wenn man zudem nicht die gesamte Menge an erzeugtem Strom aus der Erneu­er­baren-Energien-Anlage selbst verbrau­chen kann, besteht die Möglich­keit zur Überschuss­ein­spei­sung. Dabei werden überschüs­sige Strom­mengen bspw. mithilfe eines Direkt­ver­mark­ters in das öffent­liche Netz eingespeist.

Repowe­ring

Beim Repowe­ring wird die bestehende Anlage vollständig abgebaut und neu errichtet. Im Anschluss kann der Anlagen­be­treiber erneut eine Förde­rung im Rahmen des EEGs beantragen. Dieses Geschäfts­mo­dell wird haupt­säch­lich bei alten Windkraft­an­lagen angewendet, da die modernen Anlagen­kom­po­nenten wesent­lich effizi­enter und leistungs­fä­higer sind.

Rückbau

Als letzte der genannten Optionen bleibt schließ­lich noch der Rück- bzw. Abbau der Erzeu­gungs­an­lage. Hierbei wird die Anlage komplett demon­tiert und entsorgt und ihr Standort in den ursprüng­li­chen Zustand versetzt. In Anbetracht der ambitio­nierten Klima­ziele und den schwer­wie­genden Folgen eines Massen­rück­baus, sollte diese Option jedoch nur dann gewählt werden, wenn keine andere Möglich­keit mehr besteht.

Post EEG News 

Im Zuge der Reform des EEG, welche ab dem 01.01.2021 in Kraft treten soll, sollen die recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen für ausge­för­derte Anlagen verbes­sert werden, die ab 2021 aus der EEG-Förde­rung fallen. Gemäß des aktuellen Entwurfes sollen diese Anlagen in einer Übergangs­zeit bis Ende 2027 die Möglich­keit erhalten ihren Solar­strom an den Netzbe­treiber zum Markt­preis abzüg­lich einer Vermark­tungs­pau­schale zu verkaufen. Wenn die Post EEG-Anlagen dabei mit intel­li­genter Messtechnik ausge­rüstet werden, können die anfal­lenden Vermark­tungs­kosten gesenkt werden.

Die Reaktionen auf die geplante EEG-Novelle zeigen jedoch auf, dass an unter­schied­li­chen Stellen umfas­send nachjus­tiert werden muss. So werden im Referen­ten­ent­wurf zwar Vorschläge zum Weiter­be­trieb der ausge­för­derten Anlagen vorge­stellt, diese sind aller­dings nicht ohne Weiteres für alle Anlagen möglich. Insbe­son­dere Klein­an­la­gen­be­treiber werden bislang bspw. durch die Belegung von Eigen­ver­brauch mit zusätz­li­chen Anfor­de­rungen und Abgaben vor Heraus­for­de­rungen gestellt, sodass der wirtschaft­liche Weiter­be­trieb ihrer Anlagen erschwert wird. Außerdem trägt die Nachrüs­tung von Post EEG-Anlagen mit Speicher­sys­temen bei einer Belas­tung des Eigen­ver­brauchs mit 40 Prozent EEG-Umlage nicht zur Renta­bi­lität dieser Anlagen bei. Dementspre­chend bietet der momen­tane Entwurf noch einiges an Verbes­se­rungs­po­ten­zial, um die energie­po­li­ti­schen Ziele zukünftig konse­quent verfolgen zu können.

Der Geset­zes­ent­wurf wurde am 23. September 2020 vom Bundes­ka­bi­nett verab­schiedet. Weiter­füh­rend kommt es zu Beratungen im Bundestag und Bundesrat mit dem Ziel das Gesetz­ge­bungs­ver­fahren noch im laufenden Kalen­der­jahr abzuschließen.

EnBW, Tesla, Envia, Senec und Sonnen haben es sich im Zuge einer Koope­ra­tion zur Aufgabe gemacht aufzu­zeigen, wie Post-EEG-Anlagen nach dem Ende der staat­li­chen Förde­rung mithilfe der kleinen Direkt­ver­mark­tung Strom auch weiterhin noch selbst nutzen, speichern oder am Markt verkaufen können. Durch den Einsatz intel­li­genter Messsys­teme und eine ausschließ­lich digitale Abwick­lung der Prozesse erhalten Kleinst-Einspeiser die Möglich­keit ihren (Überschuss-) Strom mit vergleichs­weise geringem Aufwand am Strom­markt zu vermarkten. So kann die dezen­trale, sekto­ren­über­grei­fende Energie­wende weiter voran­ge­trieben werden. Zur Umset­zung der kleinen Direkt­ver­mark­tung bedarf es nur geringe Anpas­sungen vonseiten des Gesetz­ge­bers am aktuellen Rechts­rahmen der Direktvermarktung.

Weiter­füh­rende Infor­ma­tionen gibt es im Positi­ons­pa­pier.

Aufgrund der Ungewiss­heit, welche gesetz­liche Anschluss­re­ge­lung für Anlagen nach dem Ende der EEG-Förde­rung gilt, werden aktuell verschie­denste Vorschläge für den Weiter­be­trieb disku­tiert. Eurosolar e.V. sieht im Zuge dessen die Möglich­keit zur Ergän­zung des EEGs: Mit einer neuen Regelung sollen die alten Anlagen auch weiterhin die Möglich­keit haben am öffent­li­chen Netz betrieben zu werden und den erzeugten Strom entspre­chend dem jewei­ligen Bedarf einzu­speisen. Der einzige Unter­schied soll dabei laut Eurosolar e.V. sein, dass die Anlagen­be­treiber dafür nun keine Vergü­tung mehr erhalten – der Strom wird den Netzbe­trei­bern dabei kostenlos zur Verfü­gung gestellt. Um diese Vorge­hens­weise für Post-EEG-Anlagen­be­sitzer anspre­chend zu gestalten sollen diverse Rahmen­be­din­gungen angepasst werden. Darunter fällt zum Beispiel der Verzicht auf einen Zähler, wodurch die Anlagen­be­sitzer Kosten einsparen können. Zusätz­lich soll die Instal­la­tion von Speichern mit Förder­mit­teln attrak­tiver gestaltet werden, sodass das Verteil­netz weiter entlastet werden kann.

Bis 2025 fallen 30.000 kleinere PV-Anlagen in Baden-Württem­berg aus der EEG-Vergü­tung – auf Bundes­ebene sind sogar 200.000 Anlagen davon betroffen. Um nicht als „wilder“ Einspeiser von Netzbe­trei­bern belangt zu werden, müssten diese Anlagen­be­sitzer Umbau­maß­nahmen vornehmen, um den Anfor­de­rungen des folgenden Abneh­mers gerecht zu werden. Diese Umbau­maß­nahmen sind aller­dings in der Regel mit enormen Kosten verbunden, weshalb diese Regelung je kleiner die Anlagen sind, umso weniger lukrativ ist. Dementspre­chend muss die Wirtschaft­lich­keit auch für kleinere Anlagen gewähr­leistet werden. Der Landes­um­welt­mi­nister von Baden-Württem­berg möchte deshalb eine Initia­tive im Bundesrat in die Wege leiten, um Vorschläge für eine Anschluss­re­ge­lung zum unkom­pli­zierten Weiter­be­trieb vorlegen zu können.

Bei einem virtu­ellen Treffen von mehr als 25 Umwelt­or­ga­ni­sa­tionen am 07.05.20 wurde die Petition „Kein Aus für Solar­an­lagen nach 20 Jahren“ persön­lich an das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirtschaft und Energie überreicht. Dabei wird die Petition von rund 70 Umwelt­or­ga­ni­sa­tionen, Vereinen und Verbänden unter­stützt. Die Unter­zeichner der Petition fordern, dass eine dauer­hafte Abnahme des Solar­stroms geregelt wird und somit die dezen­tral organi­sierte Energie­wende vonseiten der Bürger voran­ge­trieben werden kann. Bislang gibt es dafür laut eines Gutach­tens keine recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen, die im Zuge dessen umsetzbar sind. Mithilfe der Petition soll betont werden, dass voll funkti­ons­fä­hige PV-Anlagen auch nach dem Ablauf der EEG-Förde­rung weiterhin einen wertvollen Bestand­teil der Energie­wende abbilden. Außerdem soll Strom unabhängig von der Anlagen­größe oder dem Alter der Anlage Strom aus jeder PV-Anlage weiterhin vom Netzbe­treiber abgenommen werden. Um den wirtschaft­li­chen Weiter­be­trieb dieser Anlagen gewähr­leisten zu können, wird die Bundes­re­gie­rung aufge­for­dert, die gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gungen so simpel und kosten­günstig wie möglich zu gestalten.

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Post EEG Webinare

EEG Novelle: Bestands­an­lagen nachrüsten oder aussteigen? Am 27. Januar 2021 

EEG 2021– Neuerungen für Solar- und Windenergie. Am 20. Januar 2021 

Die EEG-Novelle kommt – und jetzt? Am 04. Dezember 2020 

Webinar Post EEG und Direkt­ver­mark­tung: Was ändert sich? 

Webinar Direkt­ver­mark­tung: Die wichtigsten Fragen & Antworten 

Webinar Power Purchase Agree­ment (PPA): Ablauf & Voraussetzungen 

Webinar Photo­vol­taik und Steuern - Was ist zu beachten? 

Webinar PV-Anlagen: Was tun mit alten PV-Anlagen? 

Wissens­wertes für Post EEG Anlagen

EEG Novelle 2021: Aktuelle Diskussionen 

PPA: Preis­bil­dung, Weg & Vertragsregelungen 

Photo­vol­taik Eigen­ver­brauch optimieren in 4 Schritten 

Was ist bei der Fernsteu­er­bar­keit von PV-Anlagen zu beachten? 

Photo­vol­ta­ik­an­lage & Steuer: Alles über Steuern bei PV-Anlagen 

Post EEG FAQ

Für alle Anlagen die vor dem 01.01.2000 in Betrieb genommen wurden, läuft die EEG-Vergü­tung zum 31.12.2020 aus. Für Anlagen die später In Betrieb genommen wurden, endet Sie nach 20 Jahren. Beispiel: Ihre Anlage ging am 15.05.2004 in Betrieb, so endet ihr Anspruch auf Förde­rung am 31.12.2024.
Weder Netzbe­treiber noch Direkt­ver­markter (falls bereits ein Vertrags­ver­hältnis besteht) sind dazu verpflichtet, Sie über den Zeitpunkt des Förder­endes Ihrer Anlage zu informieren. 
Post-EEG Anlagen können im Rahmen der sonstigen Direkt­ver­mark­tung auf Grund­lagen von Spotpreisen, des techno­lo­gie­spe­zi­fi­schen Monats­markt­wertes oder eines Festpreises abgerechnet werden (aktuell ausschließ­lich für Anlagen >500kWp).
Wenn Sie Ihre Anlage weiterhin betreiben möchten aber nicht die Vorgaben der sonstigen Direkt­ver­mark­tung erfüllen (können), bleibt die Option, die Anlage auf 100% Eigen­ver­brauch umzurüsten und den Strom ausschließ­lich für die Eigen­nut­zung einzu­setzen. Jedoch bleibt zu beachten, dass auch die Umrüs­tung auf Eigen­ver­brauch mit Kosten verbunden ist.
In der sonstigen Direkt­ver­mark­tung erhält der Anlagen­be­treiber keine Förde­rung durch das EEG. Er kann seinen Strom dennoch weiterhin über einen Direkt­ver­markter zum Markt­preis an der Börse verkaufen. Vorteil der sonstigen Direkt­ver­mark­tung ist, dass die grüne Eigen­schaft des Stroms in Form von Herkunfts­nach­weisen (HKN) vermarktet werden kann.

Folgende Punkte müssen Sie beachten:

  • Frist­ge­rechter Wechsel der Veräu­ße­rungs­form (min. 1 Monat im Voraus)
  • Meldung an Netzbe­treiber über zukünf­tige Vermark­tungs­form und Angabe des zukünf­tigen Bilanzkreises
  • Ausrüs­tung mit Einrich­tung zur ¼-stünd­li­chen Messung/Bilanzierung
Zunächst einmal müssen Sie entscheiden, welche Art des Weiter­be­triebes für Ihre Anlage sinnvoll ist. Im Allge­meinen kommen drei Optionen in Frage: Vollein­spei­sung, Eigen­ver­brauch + Überschuss-Einspei­sung, 100% Eigen­ver­brauch. Sollten Sie sich für eine Variante entscheiden, bei welcher Ihne Anlage Strom ins öffent­liche Netz einspeist, müssen Sie einen Wechsel in die sonstige Direkt­ver­mark­tung vornehmen.
Sie haben Rückfragen zum Thema Post EEG? Nutzen Sie unser Kontaktformular.
Pierre Fees (Head of Sales, Virtu­elles Kraftwerk)

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Verena Dreher

Verena Dreher

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